Hände die erdige Kartoffeln vor einigen Kartoffelpflanzen halten.

Positionspapiere Lebensmittel und Ernährung

Als Sprachrohr für die Interessen unserer rund 380.000 Kolleginnen und Kollegen vertreten wir die REWE Group gegenüber der Politik. Was das im Detail bedeutet, können Sie in den nachfolgenden Positionspapieren zum Thema Lebensmittel und Ernährung nachlesen.

Positionspapier „Zukunftsstrategie ökologischer Landbau“ des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. (BVLH)

Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag das Ziel gesetzt, 30 Prozent Öko-Landbau bis 2030 in Deutschland zu erreichen und geht damit über das EU-Ziel von 25% zum gleichen Zeitpunkt hinaus. Daher soll u.a. die „Zukunftsstrategie ökologischer Landbau“ weiterentwickelt werden, um auf dieser Grundlage die erforderlichen politischen Rahmenbedingungen zu setzen. Bisher liegt der Anteil der landwirtschaftlichen Fläche jedoch noch deutlich darunter.

Der Lebensmittelhandel bekräftigt das Ziel, den Öko-Landbau auszubauen. Jedoch bedarf es unterstützender Maßnahmen von Seiten der Politik, um allen Marktakteuren, also Landwirten, Verarbeitungsindustrie, Handel und Verbrauchern, die Umstellung zu erleichtern. Vor allem das harmonisierte Vorgehen in allen EU-Mitgliedsstaaten und auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette ist dabei notwendig, um das politische Ziel „30-Prozent Bio“ zu erreichen.

Wir unterstützen diesbezüglich die Position des BVLH.

Positionspapier Staatliche Tierhaltungskennzeichnung des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. (BVLH)

SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP haben im Koalitionsvertrag beschlossen, Bäuerinnen und Bauern dabei zu unterstützen, „die Nutztierhaltung in Deutschland artgerecht umzubauen“. Sie wollen eine „verbindliche Tierhaltungskennzeichnung“ sowie eine „umfassende Herkunftskennzeichnung“ einführen, und sie streben ein „durch Marktteilnehmer getragenes“ Finanzierungssystem an, das ohne hohe administrative Kosten ausgestaltet werden soll und „zweckgebunden die laufenden Kosten landwirtschaftlicher Betriebe“ ausgleicht und Investitionen fördert.

Als eines der ersten Projekte will die neue Bundesregierung eine Tierhaltungskennzeichnung verpflichtend einführen. Damit diese Maßnahme schnell und sichtbar den Transformationsprozess voranbringen kann, müssen aus Sicht des Lebensmittehandels bestimmte Bedingungen zwingend erfüllt sein, die im Folgenden näher dargestellt werden.

Wir unterstützen die Position des BVLH.

Ausstieg aus dem Kükentöten

Die REWE Group ist Vorreiter im Ausstieg aus der Praxis des Kükentötens und hat maßgeblich zur Entwicklung eines Verfahrens zur Geschlechtsbestimmung im Brutei beigetragen. Durch dieses Verfahren und alternative Aufzuchtmethoden konnten seit 2016 über 300 Millionen Eier ohne Kükentöten verkauft werden. Der im September 2019 durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vorgelegte Gesetzentwurf beinhaltet einige Aspekte, die den Erfolg des Ausstiegs aus dem Kükentöten gefährden.

Wir schaffen das Kükentöten ab.
Über 100 Millionen Eier ohne Kükentöten wurden seit 2016 bei REWE und PENNY verkauft.

Nutri-Score

Bei einer vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft durchgeführten Verbraucherumfrage siegte der Nutri-Score als Modell für eine bessere Orientierung beim Einkauf. Durch die erfolgreiche Notifizierung darf das System seit November 2019 auch in Deutschland verwendet werden. Die REWE Group hat sich dazu entschlossen, den Nutri-Score als Kennzeichnungssystem für Eigenmarkenprodukte in Deutschland einzuführen.

Produkte mit Nutri-Score
Bis Ende 2021 wurden bei insgesamt 2.943 Artikeln der Kennzeichnungsprozess angestoßen. 1.641 bei REWE- und 1.302 bei PENNY.

Maßnahmen gegen Lebensmittel­verschwendung

Zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jedes Jahr im Müll. Deshalb hatte die letzte Bundesregierung (2017-2021) die Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung beschlossen. Auch die Ampelregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag die verbindliche branchenspezifische Reduzierung von Lebensmittelverschwendung als Ziel definiert und erklärt, haftungsrechtliche Fragen klären zu wollen und steuerrechtliche Erleichterungen für Spenden zu ermöglichen. REWE und PENNY engagieren sich bereits seit Jahren intensiv gegen Foodwaste, denn Lebensmittel wegzuwerfen, widerspricht den sozialen, ökologischen und ökonomischen Überzeugungen der REWE Group. Dabei sind die Maßnahmen sehr vielfältig.

Gegen Lebensmittelverschwendung.
PENNY und REWE verkaufen im Jahresdurchschnitt über 98 Prozent ihrer Lebensmittel – und arbeiten eng mit den Tafeln zusammen.
Lebensmittelverluste
Lediglich ca. vier Prozent der gesamten Nahrungsmittelverluste in Deutschland fallen im Lebensmitteleinzelhandel an.

Umstellung von konventioneller Ware auf Bio-Qualität

Ökologisch produzierte Ware wird von unseren Kundinnen und Kunden immer stärker nachgefragt, vor allem im Bereich Obst und Gemüse. Allerdings ist die Umstellung auf Öko-Landbau für die Produzenten mit Herausforderungen verbunden. So dürfen die Produkte, die bereits unter ökologischen Bedingungen erzeugt werden, nicht als solche vermarktet werden. Eine Übergangsfrist von zwei beziehungsweise drei Jahren muss verstreichen, ehe die Produkte mit den entsprechenden Bio-Siegeln in den Verkauf gehen dürfen. So gibt es für Obst und Gemüse in Umstellung kaum Vermarktungsmöglichkeiten, außer als sie als konventionelle Ware zu verkaufen. Dies wird dem Aufwand im Anbau nicht gerecht.

Wir unterstützen bei der Umstellung auf Bio-Anbau.
250 Tonnen Junior-Helden-Äpfel vermarktete PENNY im Jahr 2020. PENNY zahlt Landwirt:innen einen Aufpreis für die Bio-Umstellungsware.