Politik

26. November 2020

Maß­nahmen gegen Lebens­mittel­verschwendung

Dank modernster Prognosesysteme und hoch optimierter Logistik verkaufen PENNY wie REWE im Jahresdurchschnitt 99 Prozent der angebotenen Lebensmittel. Ware, die trotz aller Bemühungen nicht verkauft wird, werden kostenlos an die bundesweit 950 lokalen Tafeln abgegeben. Im Gegensatz zu Ländern wie Frankreich, gleicht es in Deutschland also bereits einer Selbstverständlichkeit, dass der Lebensmitteleinzelhandel Ware auf freiwilliger Basis an soziale Einrichtungen abgibt. Zudem ist die Ausgangslage eine andere: Der deutsche Handel produziert bereits eine viel geringere Abfallmenge als beispielsweise der Französische. Nach unserer Auffassung, und auch der des Bundesverbands Deutsche Tafel e.V., gibt es deshalb keine Notwendigkeit für ein Gesetz, das eine verpflichtende Abgabe von unverkauften Lebensmitteln vorsieht. Ein solches würde zu einer Überregulierung und bürokratischem Mehraufwand führen, die das Spenden von Lebensmittel unnötig erschweren.

Als zentralen Anknüpfungspunkt zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen sehen wir die Verbraucher. Hier muss das Problembewusstsein geschärft und für Verständnis geworben werden. So sollten die Vorteile aufgezeigt werden, die ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln mit sich bringt; die Kunden schonen die Umwelt und ihren Geldbeutel.

Genau hier setzt seit 2019 die gemeinsame Kampagne „Kostbares retten“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und PENNY an, indem sie das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) in den Fokus rückt. Denn Lebensmittel müssen nach dem Erreichen des MHDs nicht automatisch weggeworfen werden. Die Verbraucher sollen wieder verstärkt ihren Sinnen vertrauen. Um dies zu erreichen werden dauerhaft auf vielen Produkten die Hinweise „Riechen. Probieren. Genießen.“ in der Nähe des MHDs aufgebracht.

Zusätzlich vertreibt PENNY seit 2016 Bio-Obst und -Gemüse, das äußerliche Makel wie Schalenfehler hat oder auch bloß zu klein ist, unter der Eigenmarke „Naturgut Bio-Helden“. Gemeinsam mit Landwirten sorgt der Discounter so für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln.

Lebensmittelverschwendung durch sog. „containern“ – also der illegalen Entnahme von weggeworfenen Lebensmitteln aus Containern der Händler – entgegenzuwirken, sieht die REWE Group kritisch, da dies gesundheitliche Risiken birgt. Für diese Personen ist es nicht ersichtlich, warum die Lebensmittel im Container entsorgt wurden. Es kann sich um verdorbene Ware handeln, auch ohne sichtbare Anzeichen, oder um Artikel aus Rückrufen. Diese Lebensmittel dürfen nicht gespendet werden und müssen aufgrund gesetzlicher Vorgaben entsorgt werden.