Unternehmen

17. Mai 2024

Drei Fragen an Frank Bartels zu Toleranz und Vielfalt

Auch in diesem Jahr setzt die REWE Group in verschiedenen Städten auf dem Christopher Street Day wieder ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz. In unserem Format „Drei Fragen an“ erklärt Frank Bartels, Mitbegründer des unternehmenseigenen LGBTIQ-Netzwerks di.to., warum es grade in heutigen Zeiten dringend notwendig ist sich zu positionieren.
Lesezeit: 4 Min.
  • Der heutige 17. Mai ist der offizielle Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit. Bekannter vielleicht unter dem englischen Kürzel IDAHOBIT. Was bedeutet die Teilnahme an der CSD-Parade für die REWE Group?

    Frank Bartels: Die REWE Group ist seit vielen Jahren dem Kölner Christopher Street Day (CSD) und dem KLUST (Kölner Lesben- und Schwulenverein) als dessen Organisator eng verbunden. Wir vom unternehmenseigenen LGBTIQ-Netzwerk di.to, das im vergangenen Jahr seinen zehnten Geburtstag feierte, nehmen in Köln mit einem eigenen Truck und vielen engagierten Mitarbeitenden und Freund:innen an der Demonstration teil. Darüber hinaus sind wir in Leipzig, Frankfurt und Hamburg mit dabei. Wir und alle, die mitmachen, wollen damit ein klares Zeichen setzen für Akzeptanz und Vielfalt angesichts ansteigender Homophobie.

  • Kannst du einen kurzen Überblick zur aktuellen Entwicklung geben?

    Frank Bartels: Wie in jedem Jahr zum Pride Monat lassen sich Erfolge feiern und Rückschritte anprangern. Wenn ich dabei über den deutschen Tellerrand schaue und mich in der Welt umschaue, habe ich das Gefühl, es geht einen Schritt vor, und mindestens zwei Schritte zurück. Zu den Erfolgen in Deutschland zählt beispielsweise das Gesetz über die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag (SBGG), das erst vor wenigen Wochen vom Deutschen Bundestag verabschiedet wurde. Unter anderem soll es trans-, intergeschlechtlichen und nichtbinären Personen erleichtern, ihren Geschlechtseintrag und ihre Vornamen zu ändern. Einer aktuellen Studie zufolge hat sich die Lage für queere Menschen in Deutschland stark verbessert. Deutschland liegt im europäischen Vergleich nun auf Platz 10 (Vorjahr Platz 15).

  • Du sagtest eingangs, mit der Teilnahme am CSD setzen wir ein klares Zeichen in Zeiten wieder ansteigender Homophobie. Wie sieht dieses Zeichen aus?

    Frank Bartels: Ich würde längst nicht mehr von Homophobie sprechen, sondern vielmehr von Queerfeindlichkeit: Eine Person aufgrund der jeweils gelebten Sexualität abzulehnen ist das eine, Gewalt anzuwenden ist aber eine ganz neue Dimension. (Extrem) rechte politische Strömungen und auch Parteien haben durch gezielte Hetzkampagnen die LGBTIQ-Community zur Zielscheibe gemacht und tragen damit auch die Verantwortung für den starken Anstieg an Übergriffen.

    Es stellt sich die Frage, welche Verhältnisse wir zukünftig in Deutschland haben möchten. Die Massenproteste Anfang des Jahres haben gezeigt, dass viele von uns bereit sind, für unsere demokratischen Werte zu kämpfen und auf die Straße zu gehen. Das war ein starkes Signal eines Großteils unserer Bevölkerung. Und ich finde, dieses Signal sollte sich auf den diesjährigen CSDs fortsetzen.

    Daher gehen wir als REWE Group beim CSD nicht nur ausschließlich für die LGBTIQ-Community auf die Straße, sondern ganz besonders dafür, dass Demokratie und Vielfalt in diesem Land erhalten bleiben. Deshalb haben wir uns auch bewusst für das Motto „Vielfalt leben. Demokratie verteidigen.” entschieden, und freuen wir uns, wenn sich zahlreiche Kolleginnen und Kollegen der REWE Group, Freundinnen und Freunde sowie Familien unserem Truck anschließen.

Porträt von Frank Bartels
Über:
Frank Bartels

ist Head of Event- und Travelmanagement der REWE Group und Mitgründer des unternehmenseigenen LTGBIQ-Netzwerks, di.to.

Wir sind ein LGBTIQ-freundliches Unternehmen

2023 wurde die REWE Group zum zweiten Mal in Folge als LGBTIQ-freundlicher Arbeitgeber mit der Auszeichnung „Pride Champion“ gewürdigt. Ebenfalls 2023 wurde der Vorstandsvorsitzende der REWE Group, Lionel Souque, von der Stiftung Prout at Work als ranghohe Führungskraft gewürdigt, die sich für Chancengleichheit von LGBTIQ innerhalb unseres Unternehmens eintritt. Souque, Pate des unternehmenseigenen LGBTIQ-Netzwerks di.to., macht sich für alle Aspekte von Vielfalt in der REWE Group stark.

In Köln bildet CSD-Demonstration am 21. Juli den Höhe- und Schlusspunkt der mehrwöchigen Veranstaltung ColognePride, zu deren Hauptsponsoren die REWE Group gemeinsam mit REWE und PENNY gehört. Neben dem Straßenfest CSD bietet ColognePride „queere Events“ mit einer Vielfalt kultureller, sozialpolitischer und informativer Angebote.