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„Ich bin ein optimistischer Mensch. Das war ich schon immer.“
Wie tragfähig ihr wertschätzender, positiver und gelassener Führungsstil ist, zeigte sich für Ines Batz von DERTOUR nicht nur in stressigen Jobphasen, sondern auch in einer persönlichen Krise: Ihr Team sprang selbstverständlich ein und trug sie durch diese Zeit. Aus ihrer eigenen Laufbahn weiß sie zudem, dass niemand perfekt auf eine Führungsposition vorbereitet ist. Ihr Rat an andere Frauen: Schritt für Schritt wagen – mit Mut, Neugier und Zuversicht
Lesezeit: 7 Min.
Liebe Ines, wer bist du? Und was hat dich auf deinem beruflichen Karriereweg besonders geprägt?
Ich bin Director für den Produkt-Bereich Africa & Middle East bei DERTOUR. In die Tourismusbranche – die übrigens einen sehr hohen Frauenanteil hat – bin ich direkt nach meinem Studium eingestiegen. Mein Weg, der mich von der Karibik über Nordeuropa bis zum Indischen Ozean führte, war nie bis ins Detail geplant, sondern geprägt von Neugier, der Lust auf Herausforderungen und von zwei besonderen Ereignissen.
Über:
Ines Batz
Director Product Africa & Middle East bei DERTOUR
Welche Ereignisse waren das?
Da war zum einen mein knapp zweijähriger Arbeits-Aufenthalt in Südafrika. Dort habe ich gelernt: Es gibt nicht den einen richtigen Weg zum Ziel – und nicht in jedem kulturellen Umfeld führt meine sehr direkte Art dorthin. Diese Zeit hat meinen Blick auf Menschen, Zusammenarbeit und Führung nachhaltig erweitert. Zum anderen stellte eine einschneidende gesundheitliche Diagnose vor etwa vier Jahren mein Leben komplett auf den Kopf. Diese Erfahrung hat mich persönlich und als Führungskraft verändert. Heute weiß ich: Nicht alles ist planbar. Seitdem konzentriere ich mich mit bestmöglicher Gelassenheit auf die Dinge, die ich gestalten kann.
Ines Batz von DERTOUR über Frauen in Führung
Wie tragfähig ihr wertschätzender, positiver und gelassener Führungsstil ist, zeigte sich für Ines Batz von DERTOUR nicht nur in stressigen Jobphasen, sondern auch in einer persönlichen Krise.
Verlief dein Karriereweg auch so gelassen?
Natürlich hat sich mir nicht jede Tür von alleine geöffnet. Manchmal musste ich einfach über meinen Schatten springen, mutig sein und die gebotenen Chancen ergreifen, auch dann, wenn ich mich noch nicht bereit fühlte. Gleichzeitig hatte ich das Glück, Menschen zu begegnen, die an mich glaubten. Besonders ein langjähriger Vorgesetzter hat mein Potenzial erkannt, mich gefördert und gefordert.
Was bedeutet Inklusion für dich konkret im Führungsalltag – und wie lebst du das in deinem Team?
Inklusion bedeutet für mich, Menschen so anzunehmen, wie sie sind. Gerade durch meine eigene Geschichte habe ich gelernt, dass jede:r persönliche Herausforderungen mitbringt – auch wenn man sie nicht immer sieht. Ich höre heute besser hin, nehme Bedürfnisse ernster und urteile weniger schnell.
Als Führungskraft möchte ich ein Umfeld schaffen, in dem Menschen sie selbst sein können, sich gegenseitig unterstützen und ihre unterschiedlichen Stärken einbringen. Denn ich bin überzeugt: Wenn Menschen sich gesehen und wertgeschätzt fühlen, entsteht Vertrauen – und daraus entwachsen motivierte und starke Teams.
Mein Führungsstil lässt sich am besten mit einem Begriff umschreiben: Positives Mindset. Ich bin ein optimistischer Mensch, das war ich schon immer. Diese Zuversicht versuche ich auch meinem Team zu vermitteln – gerade dann, wenn es schwierig wird. Die jüngste große Herausforderung war die kriegerische Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran, als wir im März innerhalb kürzester Zeit für mehrere tausend Gäste aus verschiedenen Destinationen Rückholflüge organisierten. Natürlich entsteht in solchen Situationen enormer Druck. Aber es hilft, dass ich unter diesem Druck souverän bleibe. Und ich verstelle mich nicht. Transparenz ist mir wichtig. Deshalb teile ich Informationen – auch in Krisensituationen – offen mit meinem Team. Und ich rede über Fehler, die mir unterlaufen. Eine gute Fehlerkultur, wie wir sie im Unternehmen ja etablieren wollen, kann man als Führungskraft nicht einfordern. Man muss sie vorleben.
Dass mein Führungsansatz funktioniert, habe ich erlebt, als ich wegen einer Erkrankung einige Monate lang nur sehr eingeschränkt arbeiten konnte. Mein Team hat gemeinsam mit meinem Chef die Verantwortung übernommen und die Arbeit hervorragend weitergeführt. Das war für mich eines der größten Komplimente überhaupt. Es hat mir gezeigt, dass sich die Zeit und Energie, die ich zuvor in Führung und Teamarbeit investiert habe, ausgezahlt haben.
Dein Tipp für Frauen, die eine Führungslaufbahn insbesondere in der Touristik anstreben?
Wartet nicht, bis ihr euch zu 100 Prozent bereit fühlt – dieser Moment kommt meistens nie. Vertraut auf eure Stärken, geht den nächsten Schritt und wachst mit euren Aufgaben. Entwickelt euren eigenen Stil und macht anderen Frauen Mut. Gerade die Touristik ist eine Branche, die von Veränderungen und Begegnungen mit verschiedenen Kulturen lebt. Seid neugierig, offen und seht Neues als Chance.
Über Frauen auf die 1
Mit der aktuellen Schirmherrschaft des Kölner Bündnisses „Mit Frauen in Führung“ und der Initiative „Frauen auf die 1“ setzt die REWE Group ein deutliches Zeichen für Sichtbarkeit, Chancengleichheit und moderne Führung. Ziel von „Frauen auf die 1“ ist es, weibliche Führungskräfte als Vorbilder sichtbar zu machen und mehr Frauen für Führungsaufgaben zu gewinnen. Dabei unterstreicht die REWE Group ihr Engagement für ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in Führungspositionen. Obwohl der Anteil weiblicher Führungskräfte bereits bei knapp 45 Prozent liegt, sind Frauen insbesondere in den oberen Leitungsebenen weiterhin unterrepräsentiert.
Im Rahmen von„Frauen auf die 1“ stellen wir regelmäßig weibliche Führungskräfte aus allen Geschäftsbereichen der REWE Group vor. Als Role Models berichten sie über ihren beruflichen Werdegang, ihren Führungsstil, ihre Erfahrungen und das, was sie auf ihrem Weg geprägt hat. Denn echte Chancengleichheit entsteht nicht dadurch, dass Frauen sich immer wieder neu beweisen müssen – sondern dadurch, dass ihre Leistungen, Perspektiven und Erfolge sichtbar werden. Diesmal: Ines Batz, DERTOUR