Unternehmen

2. Mai 2024

Vereinbarkeit ist für alle da

Lesezeit: 10 Min.

Wer seinen Mitarbeitenden hilft, ihr Privatleben und ihr Arbeitsleben bestmöglich zu synchronisieren, stärkt auch deren Arbeitskraft. Wir engagieren uns daher mit vielfältigen Maßnahmen für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Drei Kolleg:innen, die dafür verantwortlich sind, stellen ihre Arbeitsschwerpunkte vor.

Wir alle nehmen unsere jeweiligen privaten Anforderungen und Sorgen gedanklich mit auf die Arbeit. Unser Arbeitgeber, die REWE Group, sieht die Bedeutung des privaten für das berufliche Leben und fördert daher eine lebensphasenbewusste und familienfreundliche Mitarbeitendenpolitik. Die allermeisten Geschäftsbereiche sind daher seit Jahren gemäß dem Audit berufundfamilie zertifiziert, das die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben würdigt.

Die Zertifizierung wird regelmäßig überprüft und zeigt unser Engagement, das mit einer Vielzahl von konkreten Maßnahmen für die viel zitierte Work-Life-Balance aller sorgt. Alle zertifizierten Bereiche, ob beispielsweise PENNY, REWE oder die Zentralstandorte in Köln, verpflichten sich, diese Ziele umzusetzen. 2010 ließ sich die erste Geschäftseinheit der REWE Group zertifizieren, es folgten nach und nach alle weiteren bis jüngst 2018, als PENNY als erster – und bundesweit einziger – Discounter das Zertifikat erhielt. Dieser gelebte Nachweis für menschenorientierte Personalpolitik bindet Mitarbeitende langfristig und stärkt die Attraktivität der gesamten REWE Group als Arbeitgeber.

Damit diese Maßnahmen, ob Betriebskitas, unbürokratische Unterstützung bei der Suche nach Pflege- oder Betreuungsplätzen oder vereinbarkeitsfreundliche Arbeitszeitpläne, umgesetzt und weiterentwickelt werden, gibt es die buf-Expert:innen Michelle Labonté, Jacqueline Klos und Christoph Siegert.

Es ist wichtig, dass wir alle abholen.

Michelle Labonté, ist bei REWE für die Themen Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben und das Betriebliche Gesundheitsmanagement zuständig.
Porträt von Michelle Labonté
Michelle Labonté, ist bei REWE für die Themen Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben und das Betriebliche Gesundheitsmanagement zuständig.

Michelle, Du bist bei REWE national für das Thema Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben zuständig. Was bedeutet das konkret?

Michelle Labonté: Ich setze mich mit den Bedürfnissen, Wünschen und auch Schwierigkeiten der Markt- und Verwaltungsmitarbeitenden auseinander. Dabei schaue ich, welche Maßnahmen man einleiten und durchführen kann, um für alle die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu verbessern.

Was sind das für Maßnahmen?

Michelle Labonté: Seit 2015 ist die REWE Markt GmbH durch die berufundfamilie Service GmbH zertifiziert. Alle drei Jahre wird diese Zertifizierung erneut durchgeführt. Dies bedeutet, dass wir einer externen Auditorin aufweisen müssen, welche Entwicklung stattgefunden hat und dass wir weiter an unserer nachhaltigen familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik arbeiten. Für jeden Auditzyklus wird ein 3-Jahres-Maßnahmenpaket zusammengeschnürt, an dem wir unsere Erfolge messen können. Für die Zusammenstellung der Maßnahmen erhalten wir Input von Mitarbeitenden aus jeglichen Bereichen der REWE Markt GmbH. Es ist wichtig, dass wir jeden Blickwinkel einbeziehen, um gemeinsam realistische Lösungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben festzulegen.

Dafür arbeite ich zudem eng mit den buf-Referentinnen aus den regionalen REWE-Verwaltungen zusammen. Diese sind näher am Marktgeschehen und sorgen für die Umsetzung der Maßnahmen.

Ein besonderer Teamzusammenhalt.

Jacqueline Klos, ist Expertin für Learning und Gesundheitsmanagement bei PENNY, und verantwortet das Audit berufundfamilie bei PENNY für die Zentrale und die fünf Regionen in Märkten, Logistik und Verwaltung.
Porträt von Jaqueline Klos
Jacqueline Klos, ist Expertin für Learning und Gesundheitsmanagement bei PENNY, und verantwortet das Audit berufundfamilie bei PENNY für die Zentrale und die fünf Regionen in Märkten, Logistik und Verwaltung.

Jacqueline, PENNY ist bis heute bundesweit der einzige Discounter, der sich gemäß dem Audit berufundfamilie hat zertifizieren lassen. Was bedeutet das?

Jacqueline Klos: Seit Mai 2018 setzen wir das Qualitätssiegel audit berufundfamilie um. Darauf sind wir stolz, denn es ist ein qualitativer Ausdruck unserer Arbeitgebermarke. Alle drei Jahre muss unser Zertifikat im Audit erneuert werden. In den vergangenen sechs Jahren ist nicht nur eine breite Palette von Angeboten rund um Vereinbarkeit entstanden, sondern auch ein besonderes Bewusstsein für das Thema – und wir entwickeln uns und unsere Angebote ständig weiter. Wir bieten viele Maßnahmen wie Führung in Teilzeit, Sabbaticals oder Unterstützung bei der Suche nach Betreuungsmöglichkeiten, um nur ein paar zu nennen.

Womit beschäftigt ihr euch aktuell?

Jacqueline Klos: Für die neue Zielvereinbarung haben wir Stichprobeninterviews mit Mitarbeitenden aus allen Bereichen (Vertrieb, Logistik und Verwaltung) und Ebenen geführt. Anhand deren Rückmeldungen wissen wir nun, wo wir derzeit stehen und welche Maßnahmen wir für die kommenden drei Jahre entwickeln. Unsere externe Auditorin hat uns einen besonderen “PENNY-Spirit” bescheinigt, also dass wir eine tolles Team haben, das sich gegenseitig unterstützt. Die Vereinbarkeit bei PENNY sei deshalb besonders gut, weil das Team sie lebt. Fällt beispielsweise jemand aus oder muss eine Schicht getauscht werden – das jeweilige Team macht es möglich. Ich bin sicher: Dieser starke “Team PENNY”-Zusammenhalt ist unser Alleinstellungsmerkmal.

Nach den Interviews, die Ihr mit den Mitarbeitenden geführt habt: Welche Maßnahmen stellt Ihr für die kommenden drei Jahre in den Fokus?

Jacqueline Klos: Durchdringung! Wir haben bereits sehr viele Maßnahmen – aber diese müssen noch bekannter werden. Außerdem möchten wir stärker in den Austausch gehen, um die Maßnahmen für unsere Zielgruppen stets weiterzuentwickeln. Wir werden weiter daran arbeiten, dass die Kommunikation unserer Angebote bei der Zielgruppe ankommt. Da setzen wir auch große Hoffnung auf unsere neue PENNY-Mitarbeitenden-App, sie wird uns helfen, mit den Mitarbeitenden auf der Fläche zu kommunizieren und unsere Angebote besser zu platzieren. Zudem fördern in jeder Region HR-Partner:innen als BuF-Pat:innen das Thema.

Wir müssen pflegen, was wir haben.

Christoph Siegert, ist bei der REWE Group für das Thema Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Berufsleben verantwortlich.
Porträt von Christoph Siegert
Christoph Siegert, ist bei der REWE Group für das Thema Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Berufsleben verantwortlich.

Christoph, du verantwortest das Thema Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben für die Kölner Zentralstandorte. Was sind deine Hauptthemen? 

Christoph Siegert: Zum einen Angebote wie unsere jährliche Vereinbarkeitswoche und Fachvorträge, sowie alle vereinbarkeitsfördernden Anstöße und Maßnahmen, beispielsweise unsere Kooperationen mit externen Partnern. Aber auch unsere Arbeit für die erneute Zertifizierung in diesem Jahr durch die berufundfamilie GmbH.

Welche Handlungsschwerpunkte waren und sind es denn aktuell?

Christoph Siegert: Es gibt derzeit die vier Schwerpunkte: Moderne Arbeitsmodelle, Männer in Teilzeit, Diversität in Führung sowie Übergang in den Ruhestand. In diesen Themenfeldern haben wir uns engagiert und wollen auch weiterhin Impulse setzen.
Ich schaue aktuell besonders auf das Thema spätere Berufsjahre. Ganz unbeschrieben ist das Thema zwar nicht mehr, es hat aber noch deutlich mehr Potenzial.

Wie definierst du „spätere Berufsjahre“? Wie und warum wollt ihr mehr Bewusstsein schaffen?

Christoph Siegert: Ich sehe hier alle Mitarbeitenden, die für sich an Spielräume für berufliche und private Entwicklung glauben und nicht in Stagnation verharren möchten. Ich glaube nicht, dass „alt“ automatisch die Vorurteile „langsam“ oder „unflexibel“ bedient. Schaut man sich die Alterspyramide an, wird deutlich: Es werden mehr gehen als nachkommen. Hierfür müssen wir Verständnis schaffen. Ich glaube, wir müssen uns damit beschäftigen, bevor es uns beschäftigt. Und ebenso hilft es, wenn wir das Für- und Miteinander der Generationen fördern – wie wir uns gegenseitig wertschätzen, unterstützen und bereichern können. Und dafür braucht es Bewusstsein und gegenseitiges Verständnis.

Welche Konzepte könnt ihr euch vorstellen? 

Christoph Siegert:  Wenn wir es schaffen, „Generationenwissen“ und „Generationenerfahrungen“ zu erhalten, können wir hier eine altersdiverse Brücke bauen und die Weiterentwicklung unserer Mitarbeitenden fördern. Ganz im Sinne unserer Nachhaltigkeit: Wir wollen pflegen, was wir haben. Ich glaube, dass wir damit einen guten Schritt in die Richtung gehen können, um die Motivation in den späteren Berufsjahren hochzuhalten.

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