Unternehmen

1. Februar 2024

Unterwegs in die Zukunft  

Kerstin Meier, Direktor Corporate Sales bei Lekkerland, spricht im Interview über den Unterwegskonsum der Zukunft.
Lesezeit: 7 Min.

Der Unterwegskonsum wächst, weil er von mehreren Trends profitiert. Wichtigster Wachstumstreiber ist die Nachfrage der Konsument:innen nach Speisen, Snacks und Getränken zum Mitnehmen. Zugleich verändert sich der Unterwegskonsum, weil sich Mobilität verändert. Lekkerland hat deshalb damit begonnen, sein Geschäftsmodell neu aufzustellen. Zugleich baut das Unternehmen neue Geschäftsfelder auf und aus, wie Smart Stores und eigene REWE To Go-Standorte. Kerstin Meier ist Director Corporate Sales bei Lekkerland. Im Interview spricht sie über die Tankstelle der Zukunft, neue Chancen und eine sehr fruchtbare Kooperation.

Das Geschäft von Lekkerland – der Unterwegskonsum – wächst stark und wandelt sich zugleich weitreichend. Mit attraktiven Tankstellenshops will auch Aral weiter wachsen. Eine wichtige Rolle spielt dabei REWE To Go. Das Convenience-Format ist inzwischen an rund 900 Aral-Tankstellen bundesweit zu finden. In den kommenden Jahren sollen weitere hinzukommen – und REWE To Go zugleich weiterentwickelt werden.

Im Zuge der Mobilitätswende hat Lekkerland begonnen, neue Geschäftsfelder zu erschließen und sich breiter aufzustellen. So will das Unternehmen die Zahl der REWE To Go-Standorte außerhalb von Tankstellen und Ladeparks deutlich ausbauen. Derzeit liegt ihre Zahl bei 20. Diese Stores, die Lekkerland selbst betreibt oder durch Franchisenehmer betreiben lässt, sind häufig an Bahnhöfen sowie an Flughäfen angesiedelt.

Darüber hinaus hat Lekkerland im Bereich sogenannter Smart Stores – also voll- oder teilautomatischer Shops – ein in Deutschland einzigartiges Portfolio aufgebaut.

Kerstin Meier betreut für Lekkerland den Kunden Aral, der an rund 900 Tankstellen REWE To Go-Shops führt. Im Interview spricht sie über die Tankstelle der Zukunft, neue Chancen und eine sehr fruchtbare Kooperation.

Man hat ja immer wieder gelesen, dass das Tankstellengeschäft selbst für einen sehr erfahrenen Supermarktbetreiber die eine oder andere Herausforderungen bereithält. Wie haben Sie das gemeistert? 

Kerstin Meier: Die Logistik von Lekkerland ist voll und ganz auf die Belieferung des kleinflächigen Einzelhandels ausgerichtet – angefangen bei den Verkaufseinheiten über das Design der Lager bis zu den Lkw. Das ist eine unserer Kernkompetenzen, die wir seit Jahrzehnten kontinuierlich weiterentwickeln und verfeinern. Vor diesem Hintergrund hat Lekkerland die Belieferung der Aral-Tankstellen inzwischen wieder vollständig übernommen. Zugleich sind wir sehr dankbar für die tolle Unterstützung der REWE-Logistik während der Übergangsphase.  

Porträt von Kerstin Meier
Über:
Kerstin Meier

ist Director Corporate Sales bei Lekkerland.

Wie entwickelt sich generell das Tankstellengeschäft, vor allem in den Shops? 

Kerstin Meier: Zwei Beispiele, damit besser verständlich wird, welche Entwicklungen maßgeblichen Einfluss auf das Tankstellengeschäft hatten und haben werden: Früher lebte die Tankstelle davon,´teuer Bier nach Ladenschluss´ zu verkaufen. Heute haben die Supermärkte viel länger geöffnet. Die Mobillitätswende hat ebenfalls Einfluss auf das Tankstellengeschäft. Zukünftig kommen weniger Menschen zur Tankstelle, um ihr Auto zu betanken. Unser Ziel ist es, dass die Kund:innen zu uns kommen, ohne ein Tankbedürfnis zu haben. Es geht darum, die Shops attraktiver zu machen. Die Shopperinnen und Shopper sollen bewusst die Tankstelle wählen, um sich mit leckeren Snacks, Kaffee oder Sonstigem zu versorgen oder den Wein zum Abendessen zu kaufen. Bei der Transformation hilft ein Format wie REWE To Go, weil jede Konsumentin und jeder Konsument REWE kennt. Das ist eine vertraute Marke in Deutschland.    

Welche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang die Mobilitätswende? 

Kerstin Meier: Die Mobilitätswende hat die Bedeutung des Shopgeschäfts für Tankstellen enorm gesteigert. Denn es ist absehbar, dass die Umsätze aus dem Kraftstoffgeschäft zurückgehen werden. Deshalb entwickeln alle Mineralölgesellschaften ihr Geschäftsmodell weiter – mit einem großen Fokus auf dem Shopgeschäft. 

Maßgeschneidert: Smart Stores

Gleich fünf unterschiedliche Store-Konzepte stehen zur Verfügung, die auf verschiedene Einkaufserlebnisse und Technologien setzen, von Self-Checkout bis zu einem ähnlichen Ansatz wie bei Pick&Go von REWE. Zum Einsatz kommen diese Technologien derzeit in Krankenhäusern und Ladeparks. Auch an Universitäten, Bahnhöfen und Tankstellen werden sie demnächst zu finden sein. Zum Teil unter der Marke REWE To Go, zum Teil unter der noch jungen Marke REWE ready. Um Know-how zu bündeln und von den jeweiligen Erfahrungen zu profitieren, arbeiten die Smart-Stores-Expert:innen bei Lekkerland und bei REWE eng zusammen.

Automatisiertes Storekonzept von REWE Ready

E-Ladesäulen von ionity vor REWE ready Gebäude

E-Mobilität trifft Convenience: Schnellladepark mit REWE Ready Store

Self-Checkout Kassen im REWE To Go Store

Digitales Bild von einem kassenlosen REWE To Go Geschäft.

Voll-automatisierter Smart Store von REWE To Go

Fließen Ihre Erfahrungen als Aral-Kundenbetreuerin auch in die weitere Entwicklung der Marke REWE To Go ein? 

Kerstin Meier: Die 900 Standorte bei Aral spielen eine große Rolle für die Wahrnehmung von REWE To Go. An der Weiterentwicklung dieses Formats, auch außerhalb des Tankstellen-Kanals, arbeiten viele Expert:innen, bei Lekkerland und bei REWE, gemeinsam. Eine davon bin ich.  

Was bedeutet  eigentlich die Lekkerland-Vision, „your most convenient partner” zu werden?

Kerstin Meier: Das bedeutet, dass wir es unseren Kund:innen so einfach wie möglich machen wollen, mit uns zusammenzuarbeiten. Ein großer Unterschied zur REWE ist, dass Lekkerland als Großhändler ein B2B-Geschäft betreibt. Das heißt, unsere Kund:innen sind beispielsweise Tankstellen- und Kioskbetreiber und nicht direkt der Endverbraucher wie im Einzelhandel. Uns geht es darum, ihren Geschäftserfolg zu steigern und ihnen alles anzubieten, was sie für ein erfolgreiches Shopgeschäft brauchen. Ein Beispiel ist die bereits erwähnte, auf kleine Einzelhandelsflächen  zugeschnittene Logistik. „Your most convenient partner“ für unsere Kund:innen zu sein ist unsere Vision, für die wir stehen und für die wir jeden Tag unser Bestes geben.

Über Lekkerland

Lekkerland ist der Spezialist für den Unterwegskonsum in vier Ländern Europas. Im Jahr 2022 betreute Lekkerland europaweit rund 74.000 Verkaufspunkte und beschäftigte rund 5.400 Mitarbeitende. Der Umsatz lag bei rund 14,2 Milliarden Euro.

Seit 2020 gehört das Unternehmen zur REWE Group, einem der führenden Handels- und Touristikkonzerne in Deutschland und Europa. Im Jahr 2022 erzielte die REWE Group einen Gesamtaußenumsatz von 84,8 Milliarden Euro. Die 1927 gegründete REWE Group ist mit ihren rund 380.000 Beschäftigten in 21 europäischen Ländern präsent. Lekkerland.de

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