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28. September 2022

25 Jahre PENNY Tschechien: „Wir sind nah an unseren Kund:innen“

Das Jahr 1997: In Tschechien eröffnet der erste PENNY-Markt. Anlässlich des 25-jährigen Geburtstags sprachen wir mit Geschäftsführer Jens Krieger.

Vor 25 Jahren eröffnete PENNY in Tschechien die ersten Märkte. Inzwischen ist die REWE Group-Tochter der größte Discounter im Land. Jens Krieger, Geschäftsführer von PENNY Tschechien, über die Besonderheiten des tschechischen Marktes, den Stellenwert von Eigenmarken und die Bedeutung von Nachhaltigkeit.

Innerhalb der vergangenen 25 Jahre expandierte PENNY in Tschechien von Null auf 400 Märkte. Warum gehen die Tschechen gerne bei PENNY einkaufen?

Jens Krieger: Die Antwort steckt zum Teil in der gestellten Frage. Wir haben mit mehr als 400 Filialen das breiteste Netz auf dem tschechischen Markt. Das sind deutlich mehr als irgendeiner unserer Wettbewerber hat. Wir sind praktisch überall. Unsere Kund:innen haben kurze Wege zu uns, um günstig und schnell einzukaufen. Im Rahmen der Expansionsaktivitäten konzentrieren wir uns nicht nur auf Großstädte, vor allem auch auf Kleinstädte mit 3.000 bis 5.000 Einwohnern.
Nach 25 Jahren sind wir stolz sagen zu können, dass wir der größte Discounter in Tschechien sind und Kund:innen gewinnen. Das heißt, dass bei uns die Kund:innen die Waren mit guter Qualität zu niedrigen Preisen finden und auch das Format der Filialen so ist, dass sie jeden Tag schnell alles kaufen können, was sie benötigen. Insbesondere in der aktuell wirtschaftlich anspruchsvollen Zeit erweist sich diese Strategie als richtig, da die Kund:innen mehr denn je auf den Preis achten.

Porträt von Jens Krieger
Über:
Jens Krieger

ist Geschäftsführer von PENNY Tschechien.

Rückblickend betrachtet: Wie hat sich das Einkaufen in Tschechien über die Jahre gewandelt? 

Jens Krieger: Das Einkaufen in PENNY hat sich in vielen Aspekten gewandelt. In den 90er Jahren, zum Markteintritt dominierte in der Tschechischen Republik eher der klassische Discounter. Es reichte, die Waren auf Paletten auszustellen – ohne jegliches Einkaufserlebnis. Der Markt hat sich jedoch verändert, das Verhalten der Kund:innen und auch ihre Präferenzen ebenso. Wir haben unser Angebot diesen Änderungen angepasst. Vor allem in den letzten sechs Jahren haben wir die Filialen modernisiert und auf das Markthallen-Konzept umgestellt. Dies drückt sich in einem hochwertigeren Einkaufsambiente, einer neuen Kund:innenführung und helleren Märkten aus.
Wir setzen den Fokus auf mehr frische Nahrungsmittel und zeigen in unseren Filialen ein breiteres Angebot an frischem Obst, Gemüse und Gebäck. Zusätzlich bieten wir Bio-Artikel, laktose- und glutenfreie Produkte und pflanzliche Fleisch-Alternativen an. Wir ergänzen unser Sortiment ebenfalls mit so genannten Themenwochen, in denen wir Produktemit Bezug zu Italien, Amerika und Asien sowie XXL-Verpackungsformaten oder zu Ostern und Weihnachten eine exklusive „Selection“-Auswahl anbieten.
Bei den Kriterien Effizienz, Produktivität und Wirtschaftlichkeit werden wir uns gleichwohl nicht ändern. Wir sind ein Discounter und das heißt, dass wir unseren Kund:innen im Vergleich mit dem Wettbewerb immer ein besseres Preis-Qualitäts-Verhältnis anbieten möchten. Das ist unsere DNA und dabei bleiben wir.

Wie unterscheidet sich ein Einkauf in Tschechien von anderen europäischen Ländern?

Jens Krieger: Die Tschechische Republik hat gemeinsam mit der Slowakei den höchsten Aktionsanteil in Europa, sogar in der Welt. Im Schnitt sind es etwa 55 Prozent, wobei in den Nachbarländern sich der Aktionsanteil um etwa 20 Prozent bewegt.
In Tschechien gab es in den 90er Jahren sehr viele Wettbewerber. Während der wirtschaftlichen Transformation kamen praktisch alle Einzelhändler hierher und das Phänomen relativ hoher Verkaufspreise und sehr niedriger Aktionspreise entstand. Bis heute sind die tschechischen Kund:innen daran gewöhnt und handeln täglich entsprechend.

Wir sind ein Discounter und das heißt, dass wir unseren Kund:innen im Vergleich mit dem Wettbewerb immer ein besseres Preis-Qualitäts-Verhältnis anbieten möchten. Das ist unsere DNA und dabei bleiben wir.

Jens Krieger
Porträt von Jens Krieger
Jens Krieger

Pünktlich zum 25. Jubiläum wird PENNY Tschechien die Modernisierung des Filialnetzes abschließen und 15 neue Märkte eröffnen. Was macht einen PENNY-Markt heute in Tschechien aus?

Jens Krieger: PENNY ist mit Blick auf Anzahl der Filialen die Nummer 1 auf dem Markt und diese Position wollen wir auch weiterhin festigen. Deshalb öffnen wir jedes Jahr im Schnitt 10 bis 15 neue Filialen. Dieses Tempo wollen wir auch in den nächsten Jahren halten. Damit wir das Filialnetz mit dieser Schlagzahl erweitern können, planen wir den Bau von zwei neuen Logistikzentren bis 2028.
Wir konzentrieren uns nicht nur auf die Expansion, Modernisierung oder Installation sparsamer Technologien. Wir optimieren auch Schritt für Schritt unser Sortiment. Dabei erhöhen wir den Anteil unserer Eigenmarken. Die Kund:innen erkennen mittlerweile, dass Eigenmarken qualitativ gut und deutlich günstiger als Markenprodukte sind. Unser Ziel ist es, den Anteil der Eigenmarken am Gesamtsortiment bis 2025 auf 50 Prozent zu steigern.

Nachhaltigkeit spielt bei PENNY eine wichtige Rolle, mit intelligenter Kältetechnik, langhaltbaren Materialien und moderner LED-Beleuchtung. Zudem haben Sie auch in Tschechien in einem Markt beispielhaft gezeigt, wie leer die Regale sind, wenn es keine Bienen mehr gibt. Welche Bedeutung hat Nachhaltigkeit in Tschechien generell und für PENNY im Besonderen?

Jens Krieger: Nachhaltigkeit und die gesellschaftliche Verantwortung spielen in unseren Entscheidungen eine immer größere Rolle. Deshalb sind sie ein untrennbarer Bestandteil unserer Handelsstrategie geworden. Überall, wo wir wirken, wollen wir ein guter Nachbar sein. Das heißt, dass wir nicht nur wollen, dass die Kund:innen gerne bei uns einkaufen und sich bei uns wohlfühlen, wir möchten auch, dass wir einen Beitrag für die Menschen und die Natur in der Umgebung leisten, also in den Orten, wo wir tätig sind. Deshalb installieren wir in unseren Filialen umweltschonende Technologien. Regelmäßig beteiligen wir uns an landesweiten Reinigungsaktivitäten, wir pflanzen Bäume, unterstützen die sportliche Betätigung der Kinder in den Regionen und kümmern uns auch um Senioren.
In allen Logistik Zentren haben wir eigene Bienenstöcke und vor einigen Wochen haben wir auf die Bedeutung der Bienen für die Nahrungsmittelproduktion bei einer großen Veranstaltung aufmerksam gemacht. Es freut mich, dass diese Veranstaltung mit Unterstützung des tschechischen Agrarministers, Zdeněk Nekula, der selbst ein Imker ist, sehr erfolgreich war und eine große Aufmerksamkeit und eine positive Bewertung in den tschechischen Medien und in der breiten Öffentlichkeit erfahren hat.

Wir konzentrieren uns nicht nur auf die Expansion, Modernisierung oder Installation sparsamer Technologien. Wir optimieren auch Schritt für Schritt unser Sortiment.

Jens Krieger
Porträt von Jens Krieger
Jens Krieger

Sie sind im Laufe Ihrer Karriere von Plus Tschechien zu PENNY Ungarn und wieder zurück nach Tschechien gegangen. Was hat Sie nach ihrer Rückkehr am meisten überrascht?

Jens Krieger: Ich mag Prag speziell und die Tschechische Republik im Allgemeinen, deshalb war die Rückkehr sehr angenehm für mich. Mit großem Engagement aller Kolleg:innen und Mitarbeitenden war es einfach, die hier angefangene, gute Arbeit erfolgreich fortsetzen zu dürfen. In allen Filialen führten wir ein Rebranding auf das neue, freundliche „PENNY-Punkt-Logo“ durch. Gleichzeitig schließen wir in diesem Jahr die Modernisierung des gesamten Filialnetzes auf das Markthallen-Konzept ab und freuen uns, dass PENNY Tschechien in der Kund:innenwahrnehmung stetig zulegt und sich positiv entwickelt. Mit einem breiten Angebot an tschechischen Lebensmitteln sind wir in der Nähe unserer Kund:innen ein verlässlicher und guter Nachbar.

PENNY Tschechien

PENNY betreibt in Tschechien über 400 Filialen und fünf Logistikzentren. Mehr als 6.000 Mitarbeiter:innen sind dort beschäftigt. 2020 wurde ein Umsatz von 1,75 Milliarden Euro erzielt. Einer der bedeutendsten Meilensteine war im Jahr 2008 die Übernahme der Handelskette Plus mit ihren 146 Filialen. 2017 hat PENNY mit der Modernisierung seines Netzes begonnen, die noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll.

Außerdem eröffnet das Unternehmen jedes Jahr neue Filialen. 2020 und 2021 waren es insgesamt 16 neue Stores, weitere 15 sind für dieses Jahr geplant. Die Zahl der PENNY-Märkte hat Anfang dieses Jahres die Marke von 400 überschritten. Gleichzeitig konnte in 2022 das 25-jährige Firmenjubiläum von PENNY im tschechischen Market gefeiert werden.