Politik

29. Mai 2024

Europawahl 2024: Was sie für die REWE Group bedeutet 

Lesezeit: 4 Min.

Der Wahlkampf zur Europawahl am 9. Juni ist in vollem Gange. Überall in den europäischen Städten und Dörfern hängen Plakate mit den Gesichtern und Slogans der Kandidat:innen für das Europäische Parlament. Alle fünf Jahre wählen die Bürger:innen der EU in der größten grenzüberschreitenden demokratischen Abstimmung der Welt ihre Vertreter:innen. Rund 400 Millionen Menschen sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben und die Zukunft Europas mitzugestalten. Welche Bedeutung hat die Wahl für uns, die REWE Group?

Als eines der führenden Handels- und Touristikunternehmen Europas betrifft uns die Europawahl direkt. Wir beschäftigen rund 390.000 Mitarbeiter:innen in 21 Ländern, darunter zehn Länder innerhalb der EU. Und mit einem Gesamtaußenumsatz von mehr als 92 Milliarden Euro sind wir nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern auch ein wichtiger Akteur im europäischen Binnenmarkt.

Die Europäische Union hat großen Einfluss auf die Rahmenbedingungen, unter denen wir unsere Geschäfte betreiben. Zum Beispiel hat die EU ein Lieferkettengesetz auf den Weg gebracht, das die Unternehmen zukünftig verpflichtet, die Menschenrechte und Umweltstandards in ihrer gesamten Lieferkette zu achten und zu schützen. Ein weiteres Beispiel ist die EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die Ende 2024/Anfang 2025 in Kraft treten soll und zahlreiche Aspekte im Verpackungsbereich europaweit einheitlich reguliert. Sie macht u.a. verbindliche Vorgaben zu Mehrwegquoten, Recyclingfähigkeit, Kompostierbarkeit und Kennzeichnung von Verpackungen in ganz Europa. Dies ist eine große Herausforderung für die gesamte Branche, aber auch eine Chance, innovative, nachhaltige Lösungen zu entwickeln und die Ressourceneffizienz zu erhöhen.

Welche Themen könnten die nächsten fünf Jahre – also die nächste Legislaturperiode – bestimmen? Eines der wichtigsten Themen bleibt der Klimawandel. Dazu wurde in der vergangenen Legislaturperiode mit dem „European Green Deal“ ein umfassender Aktionsplan vorgeschlagen, unter anderem mit dem Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden. Dazu Niclas Biener, Head of EU Affairs & Agricultural Policy bei der REWE Group: Auch wenn unter dem Eindruck der Bauernproteste einige Vorhaben des „European Green Deal wieder zurückgedreht wurden, die neue Kommission wird die Transformation Europas hin zu einem „grüneren“ Kontinent weiter vorantreiben. Darüber hinaus steht die EU vor der Herausforderung, die stotternde Wirtschaft in der Wirtschaftsunion wieder zum Laufen zu bringen – auch vor dem Hintergrund der außenpolitischen Herausforderungen. Hier hoffen wir auf Entlastungen und einen spürbaren Rückbau der bürokratischen Auflagen.“

Letztlich sind wir als Handels- und Touristikunternehmen in vielen Bereichen betroffen. Dazu Bereichsvorstand und Präsident von Independent Retail Europe, Thomas Nonn: „Wettbewerb, Gesellschaftsrecht, Umweltrecht, Verbraucherrechte, Gesundheit, Digitales, Steuern etc… – das alles sind Themen, die uns beschäftigen. Ein besseres Verständnis der europäischen Entscheidungsträger für die Komplexität und Funktionsweise der Lieferketten sowie ein stärkeres Bewusstsein für die Auswirkungen der Vielzahl an EU-Maßnahmen auf den Einzelhandel würde der Wettbewerbs- und Widerstandsfähigkeit unseres Sektors helfen. In diesem Zusammenhang begrüßen wir europäische Projekte und Initiativen, die darauf abzielen die Bedeutung aber auch Herausforderungen selbstständiger Einzelhändler in ganz Europa anzuerkennen und zu fördern.”

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