Nachhaltigkeit

1. Mai 2023

Leitlinie für nachhaltigere Textilien

Lesezeit: 3 Min.

Die Produktionsprozesse im Textilsektor finden zu einem großen Teil in Entwicklungs- und Schwellenländern statt: Das eröffnet dort vielen Menschen die Chance auf Verbesserung ihrer Einkommen und Lebensumstände, gleichzeitig treten eine Vielzahl von sozialen und ökologischen Herausforderungen sowie solche der geschäftlichen Integrität auf. Diesen wollen wir als REWE Group mit einer umfassenden Strategie und ambitionierten Zielen begegnen.

Der Hintergrund

Weltweit arbeiten mehr als 60 Millionen Menschen, davon 80 Prozent Frauen, in der Textil- und Bekleidungsindustrie, die meisten in Entwicklungs- und Schwellenländern. Dort kann es innerhalb aller Lieferkettenstufen zu Kinder- und Zwangsarbeit, Diskriminierung oder sexueller Gewalt sowie langen Arbeitszeiten kommen. Die Löhne liegen häufig unter der Existenzsicherung, Proteste dagegen können Entlassungen mit sich bringen. 2016 starben weltweit 1,9 Millionen Menschen in der Textil-, Bekleidungs-, Leder- und Schuhindustrie durch fehlende Sicherheitsmaßnahmen oder mangelnden Gesundheitsschutz. Zehn Prozent aller Treibhausgasemissionen weltweit sind der Textilindustrie zuzuordnen, die zudem die Ressource Wasser mit einem hohen Verbrauch und Chemikalien im Abwasser belastet. In Bezug auf die Fell- und Lederverarbeitung sind Haltungs- und Schlachtungsbedingungen der Tiere häufig kritisch. Wir als REWE Group wollen aktiv zur Verringerung und Auflösung dieser Herausforderungen beitragen.

Unsere Ziele

Übergreifend streben wir als REWE Group eine Zertifizierung nach dem Grünen Knopf 2.0 an. Unsere Ziele adressieren die menschrechtlichen und sozialen Herausforderungen sowie die ökologischen:

  • Wir als Unternehmen wollen in den textilen Lieferketten jährlich die Produktionsstätten unserer Eigenmarken auf Ebene der Konfektionierung transparent auflisten und diese im Rahmen unseres Social Improvement Programms prüfen. Zudem wollen wir im Dialog mit anderen Unternehmen und Stakeholdern auf existenzsichernde Löhne hinwirken. Eine Analyse der Einkaufspraktiken soll prüfen, ob es negative Auswirkungen gibt.

  • Um Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu schützen, wollen wir als REWE Group ausschließlich Textilien aus Produktionsstätten auf Ebene der Konfektionierung beziehen, die jährlich auf ökologische Risiken geprüft wurden (Self-Assessment oder Zertifizierung).. Auch soll der Anteil der aus nachhaltigerer Baumwolle hergestellten Textilprodukte auf 100 Prozent bis Ende 2025 ausgebaut werden.

Die Maßnahmen

Um unsere textilen Lieferketten nachhaltiger zu gestalten, führen wir als REWE Group zahlreiche Maßnahmen durch: So sind unsere Geschäftspartner unter anderem vertraglich verpflichtet, die Mindestanforderungen international und national geltender Gesetze sowie der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation einzuhalten. Dies wird durch anerkannte Sozialaudits wie dem amfori BSCI geprüft. Zudem nehmen ausgewählte Produktionsstätten strategischer Lieferanten an einem mehrmonatigen Programm mit Trainings vor Ort teil und setzen im Rahmen dessen Verbesserungen um. Produktionsstätten, die in Bangladesh durch den Accord inspiziert wurden, müssen Renovierungs- und Verbesserungsmaßnahmen sowie Brandschutzschulungen durchführen. Auf gesundheitsschädliche Textilbearbeitungsmethoden wie Sandblasting ist zu verzichten und jede Form der Korruption, Bestechung oder Erpressung ist untersagt. Des Weiteren ist unter anderem eine Schadstofffreiheit nach dem Standard 100 by OEKO-TEX® zu erfüllen. PRO-PLANET-Lieferanten dürfen nur nachhaltige Baumwolle nach dem GOTS- oder CmiA-Standard verarbeiten, Lieferanten von Produkten mit dem Grünen Knopf müssen die Einhaltung der Anforderungen durch glaubwürdige Siegel nachweisen. Im Rahmen des REWE Group Detox-Programms sind gültige Abwassertests vorzulegen; Materialien wie Echtpelz, Schlangenhaut oder Methoden wie Lebendrupf sind ausgeschlossen.