Nachhaltigkeit

1. Mai 2019

Leitlinie für nachhaltigere Textilien

In der Textilindustrie, die vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern angesiedelt ist, gibt es Licht und Schatten: Zwar eröffnet sie gerade in diesen Ländern Menschen die Möglichkeit Einkommen und Lebensumstände zu verbessern, andererseits trifft man hier auch auf Menschrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung. Wir als REWE Group wollen aktiv dazu beitragen, die sozialen und ökologischen Bedingungen bei der Herstellung von Textilien zu verbessern.

Der Hintergrund

100 Millionen Landwirt:innen weltweit bauen Baumwolle für die Textilindustrie an; in der Produktion arbeiten mehr als 60 Millionen Menschen. Der Großteil an Textilien wird in Entwicklungs- und Schwellenländern hergestellt. Dort sind lange Arbeitszeiten, nicht existenzsichernde Löhne und mangelnder Gesundheitsschutz für die Beschäftigten keine Seltenheit, ebenso wie Kinder- und Zwangsarbeit. Sicherheitsstandards fehlen oft – mit Folgen wie dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch 2013 mit über 1.000 Toten. Für die Fell- und Lederverarbeitung sind die Haltungs- und Schlachtungsbedingungen der Tiere kritisch. Dazu verursacht die Textilindustrie zehn Prozent aller Treibhausgasemissionen weltweit und belastetet die Ressource Wasser mit einem hohen Verbrauch und großen Mengen an chemisch belasteten Abwässern. Wir als REWE Group sehen uns in der Verantwortung, solche Missstände in unseren Lieferketten für Textilien bestmöglich zu verhindern und zu beseitigen.

Unsere Ziele

Unsere Ziele für nachhaltigere Textilien gliedern sich in drei Bereiche.

  • Um unsere Textil-Lieferketten fairer zu gestalten, wollen wir jährlich eine Liste aller Produktionsstätten unserer Eigenmarken veröffentlichen, diese im Rahmen des Social-Improvement-Programms prüfen, jegliche Sicherheitsmängel beheben und auf existenzsichernde Löhne hinwirken.

  • Zur Ressourcenschonung wollen wir als REWE Group bis 2025 100 Prozent nachhaltige Baumwolle beziehen.

  • In Bezug auf Tierwohl haben wir unser Ziel, das Verkaufsverbot von Echtpelz in REWE-, PENNY- und toom-Filialen, bereits erreicht.

Die Maßnahmen

Um unsere Textil-Lieferketten nachhaltiger zu gestalten, führen wir als REWE Group zahlreiche Maßnahmen durch: Für mehr Fairness verpflichten wir unsere Geschäftspartner unter anderem zur Einhaltung der Mindestanforderungen international und national geltender Gesetze sowie der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Dies wird nach anerkannten Sozialaudits wie dem BSCI geprüft. Außerdem verpflichten wir als Unternehmen unsere Produktionsstätten dazu, Inspektionen, Renovierungs- und Verbesserungsmaßnahmen sowie Brandschutzschulungen durchführen zu lassen und Arbeitsschutzkomitees zu etablieren. Gesundheitsschädliche Textilbearbeitungsmethoden wie Sandblasting und der Bezug von Baumwolle aus Usbekistan, wo das Risiko von Kinder- und Zwangsarbeit besteht, sind ausgeschlossen. In Bezug auf die Ressourcenschonung ist der Standard 100 by OEKO-TEX® zu erfüllen. PRO-PLANET-Lieferanten dürfen zusätzlich nur nachhaltige Baumwolle nach dem GOTS- oder CmiA-Standard verarbeiten. Im Rahmen eines Chemikalienmanagements sind gültige Abwassertests vorzulegen; auf den Einsatz gefährlicher Chemikalien ist zu verzichten. Für den Bereich Tierwohl schließen wir unter anderem Materialien wie Echtpelz, Kaschmir oder Schlangenhaut und Methoden wie Lebendrupf aus.

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