Nachhaltigkeit

15. Oktober 2020

REWE & PENNY unter­stützen Ta­feln: „Wir er­leben eine neue Form der Not“

Immer mehr Menschen sind in der Corona-Krise auf die Unterstützung der Tafeln angewiesen. Gleichzeitig kämpft die Organisation selbst mit Herausforderungen. Vor welchen Herausforderungen die bundesweit mehr als 940 ehrenamtlichen Tafel-Ausgabestellen stehen und welche Hilfe es nun braucht, erzählt Tafel-Vorstand Jochen Brühl in im Audio-Interview.

Video

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Tafel Vorstand Jochen Brühl im Audio-Interview

„Wir erleben eine neue Form der Not“

Immer mehr Menschen sind in der Corona-Krise auf die Unterstützung der Tafeln angewiesen. Gleichzeitig kämpft die Organisation selbst mit Herausforderungen. Tafel-Vorstand Jochen Brühl im Audio-Interview zur aktuellen Lage – und wie REWE und PENNY unbürokratisch helfen.

Seit der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus beobachten die Tafeln eine neue Hilfsbedürftigkeit in Deutschland: Immer mehr Menschen fragen die Unterstützung der Tafeln nach, die vorher nicht auf externe Hilfe angewiesen waren. „Das sind Menschen, die aufgrund der Corona-Pandemie, ihren Job oder Nebenjob verloren haben. Selbstständige, deren Existenz aufgrund von wegbrechenden Aufträgen auf dem Spiel steht oder Menschen, die aufgrund der Krise in Kurzarbeit sind,“ erklärt Jochen Brühl, Vorsitzender der Tafel Deutschland e.V., die aktuelle Situation. Gleichzeitig zeige sich, dass Menschen, die bereits vor der Corona-Pandemie zu den Tafeln kamen, momentan nicht erreicht werden. „Vor allem ältere Menschen, die ein Viertel der Tafel-Kundschaft ausmachen, nehmen das Angebot der Tafeln aus Angst vor Ansteckung aktuell nicht wahr. Daher haben wir neue Ausgabemodelle entwickelt wie Lieferdienste für Risikogruppen, die Verlagerung der Lebensmittelausgabe ins Freie oder das Vorpacken von Lebensmitteltüten“, sagt Jochen Brühl.

Tafeltüten-Aktion 2020 bei REWE und nahkauf mit Rekordergebnis

Die REWE Group unterstützt die Tafeln seit 1996 auf vielfältige Weise – und ganz besonders in der momentanen Krise. So auch vom 19. Oktober bis zum 1. November: In dieser Zeit fand bei REWE, nahkauf und im REWE Onlineshop wieder die traditionelle Tafeltüten-Aktion statt. Kundinnen und Kunden konnten für fünf Euro eine Tüte mit lang haltbaren Nahrungsmitteln kaufen, die dann den örtlichen Tafeln zu Gute kommt. Darüber hinaus spendete die soziale Marke „share“ für jedes ihrer Lebensmittelprodukte, das im Aktionszeitraum bei REWE verkauft wurde, einen Anteil an die Tafel Deutschland. REWE stockte das Spendenergebnis seinerseits um 40.000 Tüten auf. Ziel war es, nach den zwei Wochen Lebensmittel im Wert von mehr als zwei Millionen Euro übergeben zu können. Was uns besonders freut: Dieses Ziel wurde in diesem Jahr weit übertroffen. Insgesamt können wir den bundesweit knapp 950 Tafeln rund 560.000 Tüten mit lang haltbaren Nahrungsmitteln in einem Wert von 2,8 Millionen Euro übergeben.

 

„Wann, wenn nicht in diesem Jahr, zeigt die traditionelle REWE-Tafelaktion, wie wichtig das Engagement für die Tafeln in Deutschland ist. Denn die Corona-Krise trifft die Ärmsten besonders. Die Tafeln sind daher auf zusätzliche Hilfe angewiesen, um die wachsende Kundenzahl zu unterstützen“, sagt Peter Maly, der bei REWE als Geschäftsführer für den Vertrieb verantwortlich ist. Das Spendenergebnis sei der eindrucksvolle Beleg dafür, dass Solidarität und Mitmenschlichkeit tragende Säulen der Gesellschaft sind – auch in Corona-Zeiten. Es sei eine Selbstverständlichkeit, dass wir unserem langjährigen Partner beistehen und unseren Teil dazu beitragen, dass ihm die Bewältigung der Zukunftsaufgaben gelingt.

450.000 Euro für Corona-Hilfsfonds

Die Tafeltüten-Aktion ist nicht die einzige Unterstützung der gemeinnützigen Organisation während der Corona-Krise. Bereits im September dieses Jahres überreichte die REWE Group den Tafeln eine Spende im Wert von 450.000 Euro, die sich unter anderem aus Aktionen von REWE, PENNY und toom Baumarkt, Geld- und Warenspenden zusammensetzt.

Kathrin Daivandran, Projektleiterin Nachhaltigkeit/Corporate Responsibility bei der REWE Group, dazu: „Die REWE Group arbeitet bereits seit fast 25 Jahren mit der Tafel zusammen. Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurde unser Partner vor nie dagewesene Herausforderungen gestellt. Mit unserer Spende wollen wir zeigen, dass wir auch in Krisenzeiten fest zusammenstehen.“

Kathrin Daivandran (links) und Evelin Schulz (rechts) Scheckübergabe für die Tafeln

450.000 Euro für die Tafeln: Kathrin Daivandran, Projektleiterin Nachhaltigkeit/Corporate Responsibility, übergab den offizielle Spendencheck im Rahmen der Eröffnung des PENNY Nachhaltigkeits-Erlebnismarktes in Berlin-Spandau an Evelin Schulz, Geschäftsführerin Tafel Deutschland.

Spenden im Markt

  • 1. Eine Spendentüte mit haltbaren Lebensmitteln für 5 Euro kaufen
  • 2. Spendentüte – oder wahlweise auch andere gekaufte Produkte – an der Sammelstelle im Markt abgeben
  • 3. REWE/nahkauf geben die Waren an die Tafeln vor Ort weiter

Spenden beim REWE Lieferservice

  • 1. Die Spendentüte online auswählen und in den Warenkorb legen
  • 2. Die Spendentüte wird mit dem übrigen Einkauf bezahlt
  • 3. REWE gibt die Tüten weiter an die Tafeln vor Ort