Zu Beginn seiner Amtszeit hat Bundeslandwirtschaftsminister Rainer den im Wahlkampf durch die Unionsparteien angekündigten Kurswechsel eingeleitet: mehr Fokus auf Ernährungssicherung und heimische Nahrungsmittelproduktion sowie Stärkung der Landwirtschaft. Ausdruck dieses Kurswechsels sind unter anderem die Wiedereinführung der Agrardieselregelung, die Abschaffung der Stoffstrombilanz als Beitrag zur Entbürokratisierung sowie die Verlängerung der Übergangsfrist beim Tierhaltungskennzeichnungsgesetz. Auch die in Teilen bereits erfolgte Anerkennung des günstigen Erhaltungszustands des Wolfs ist ein wichtiges Signal in Richtung Weidetierhalterinnen und -halter sowie Menschen im ländlichen Raum.
In einem so komplexen Politikfeld wie der Agrarpolitik gibt es natürlich auch einzelne gegenläufige Entwicklungen, beispielsweise die absehbare deutliche Erhöhung des Mindestlohns, die der SPD sehr am Herzen liegt. Der weitere Anstieg der Mindestlöhne wird vor allem den heimischen Obst-, Wein- und Gemüsebau unter erheblichen Anpassungsdruck setzen.