{"id":2483,"date":"2019-07-30T10:00:34","date_gmt":"2019-07-30T08:00:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rewe-group.com\/?p=2483"},"modified":"2023-01-24T11:22:16","modified_gmt":"2023-01-24T10:22:16","slug":"getraenkeflaschen-aus-recyceltem-kunststoff-meisterstuecke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rewe-group.com\/de\/presse-und-medien\/newsroom\/stories\/getraenkeflaschen-aus-recyceltem-kunststoff-meisterstuecke\/","title":{"rendered":"Getr\u00e4nke­flaschen aus recyceltem Kunst­stoff: Meister­st\u00fccke"},"content":{"rendered":"\n
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Es muss das Ziel sein, deutlich mehr Flaschen im Kreislauf zu lassen.<\/p>\n<\/blockquote>\n <\/div>\n

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\n \"Recyklat-Flaschen\"\n\n <\/div>\n <\/div>\n

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Hersteller von PET-Getr\u00e4nkeflaschen setzen schon lange durchaus nennenswerte Mengen Rezyklat ein. Warum ist es eine besondere Herausforderung, Flaschen komplett aus Sekund\u00e4rrohstoffen zu produzieren?<\/p>\n<\/div>\n

Rino Iacobellis:<\/strong> PET-Rohlinge aus recyceltem Kunststoff sind dunkler als Preformen aus Origin\u00e4rkunststoff, aber sie sind nicht gleichm\u00e4\u00dfig eingef\u00e4rbt. Das erh\u00f6ht das Risiko, dass die Flaschen beim Aufblasen zur Originalgr\u00f6\u00dfe unter hoher Temperatur platzen. Denn je dunkler eine Stelle ist, umso eher nimmt sie Hitze an und dehnt sich aus. Somit m\u00fcssen sich die Hersteller sehr vorsichtig an den jeweils passenden Temperaturbereich herantasten. Schon eine ver\u00e4nderte Raumtemperatur kann es n\u00f6tig machen, die Maschine neu einzustellen. Geplatzte Flaschenformen sind f\u00fcr jeden Produzenten ein Graus \u2013 denn dann steht die Anlage erst einmal still.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n

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Das hei\u00dft, Getr\u00e4nkeindustrie und Handel m\u00fcssen explizit die Verwendung von Rezyklat verlangen, damit die Flaschenhersteller reagieren? <\/p>\n<\/div>\n

Rino Iacobellis: Ganz so ist es nicht. Die Hersteller mischen durchaus Sekund\u00e4rmaterial bei \u2013 nur eben meist nicht in nennenswertem Umfang. Das hat neben dem erh\u00f6hten Produktionsrisiko auch damit zu tun, dass sie sich sorgen, stets ausreichend Rezyklat zur Verf\u00fcgung zu haben. Und dann spielt nat\u00fcrlich auch der Preis eine Rolle: Knappe Materialien sind teurer als jederzeit verf\u00fcgbare Rohstoffe.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n

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Dank des Flaschenpfands werden nahezu alle verkauften PET-Gebinde wieder zur\u00fcckgebracht. Somit m\u00fcsste doch eigentlich gen\u00fcgend Rezyklat vorhanden sein.<\/p>\n<\/div>\n

Rino Iacobellis: Im Fall eines geschlossenen Kreislaufs w\u00e4re das so. Aber die Verh\u00e4ltnisse in Deutschland sind anders. Nur etwa ein Drittel dieser qualitativ hochwertigen Rezyklate finden den Weg zur\u00fcck in Getr\u00e4nkeverpackungen. Die \u00fcbrigen Mengen werden meist f\u00fcr die Herstellung von Folien, Fasern und F\u00fcllstoffen verwendet, obwohl diese Produkte so hochwertiges Sekund\u00e4rmaterial in den meisten F\u00e4llen gar nicht ben\u00f6tigen. So kann es bei der Flaschenproduktion durchaus zu Engp\u00e4ssen kommen. K\u00fcnftig muss es das Ziel sein, deutlich mehr Flaschen im Kreislauf zu lassen.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

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Wir werden den Rezyklat-Anteil bei vielen Getr\u00e4nkeverpackungen in den n\u00e4chsten Jahren kontinuierlich steigern.<\/p>\n<\/blockquote>\n <\/div>\n

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\n \"Recyklat-Flaschen\"\n\n <\/div>\n <\/div>\n

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Wie ist es trotz dieser Herausforderungen gelungen, einen Hersteller f\u00fcr die 100-Prozent-Rezyklat-Flasche zu finden?<\/p>\n<\/div>\n

Rino Iacobellis: Wir haben unseren Lieferanten Hansa Heemann angesprochen, weil wir wussten, dass er Erfahrungen mit der Beimischung von Sekund\u00e4rrohstoffen besitzt und Gebinde mit einem Rezyklat-Anteil von 80 Prozent fertigen kann. Darauf hat Hansa Heemann Tests gestartet und uns bereits im Februar mitgeteilt, dass er auch eine 100 Prozent-Rezyklat-Flasche produzieren kann. Als einer der gr\u00f6\u00dferen, besonders innovativen Lieferanten im Getr\u00e4nke-Eigenmarkenbereich hat das Unternehmen Zugriff auf ausreichend Rohmaterial. Dann ging alles ganz schnell. Im Mai hatten wir die 100-Prozent-Rezyklat-Flasche bei REWE im Regal. Kurz darauf nahm PENNY zwei Wasser-Flaschen ins Sortiment, die zu 100 Prozent beziehungsweise zu 80 Prozent aus Rezyklat hergestellt werden.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n

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F\u00fcr die Kunden ist noch nicht erkennbar, was die Flaschen so besonders macht\u2026<\/p>\n<\/div>\n

Rino Iacobellis: Es ging alles so unerwartet schnell, dass wir den Rezyklat-Anteil auf den ersten Chargen noch nicht auf den Flaschen ausloben konnten. Das wird nicht so bleiben. Schon in K\u00fcrze werden die Verbraucher auf den Etiketten informiert, dass sie ein Gebinde in der Hand halten, das vollst\u00e4ndig aus Sekund\u00e4rrohstoff besteht. Dazu haben REWE und PENNY ein spezielles Logo entwickelt.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n

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Wie oft kann Rezyklat bei der Produktion von Getr\u00e4nkeflaschen wiederverwendet werden?<\/p>\n<\/div>\n

Rino Iacobellis:<\/strong> Ich kann keine Zahl nennen, aber sicher nicht unendlich oft! Es muss immer wieder etwa 30 Prozent Prim\u00e4rmaterial in den Kreislauf gepumpt werden, damit Getr\u00e4nkeflaschen ihre Stabilit\u00e4t behalten und nur in geringem Umfang Sauerstoff durchlassen.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

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\n \"Recycklat-Produkte\"\n\n <\/div>\n <\/a>\n <\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n
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Wie geht es weiter? Wird k\u00fcnftig branchenweit mehr Rezyklat bei der Herstellung von Getr\u00e4nkeflaschen eingesetzt und welche Ziele hat sich die REWE Group gesteckt?<\/p>\n<\/div>\n

Rino Iacobellis:<\/strong> Die EU hat im Mai einen Gesetzentwurf verabschiedet, wonach bis 2025 im Durchschnitt \u00fcber alle PET-Einwegkunststoffflaschen 25 Prozent Rezyklat eingesetzt werden m\u00fcssen. Bis 2030 sollen es sogar 30 Prozent sein. Das hei\u00dft, sp\u00e4testens jetzt f\u00e4ngt jeder an, sich mit diesem Thema zu besch\u00e4ftigen. Die Voraussetzungen in Deutschland sind vergleichsweise gut. Denn nirgendwo sonst in Europa gibt es ein vergleichbares Pfandsystem, das einen so hohen Flaschenr\u00fccklauf garantiert. Wir bei REWE haben uns keine bestimmte Quote zum Ziel gesetzt, aber klar ist, dass wir den Rezyklat-Anteil in den n\u00e4chsten Jahren kontinuierlich steigern wollen. Zum Beispiel bei S\u00e4ften oder Eis-Tee, deren Verpackungen bereits heute zu 10, 20 Prozent oder noch mehr aus Sekund\u00e4rrohstoffen bestehen. Wenn die Hersteller garantieren k\u00f6nnen, dass sie jederzeit \u00fcber ausreichend Rohmaterial verf\u00fcgen, um diese Quote sicherzustellen, k\u00f6nnen wir dies auch st\u00e4rker kommunizieren. Denn wenn es um nachhaltige Verpackungen geht, werden die Kunden immer aufmerksamer.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

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\n \"Recycling-Zyklus\n <\/div>\n <\/a>\n <\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n
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Von Flakes zur Flasche und wieder zur\u00fcck<\/h2>\n

Ex\u2026 und sp\u00e4ter ab in den Pfandautomat. So endet gew\u00f6hnlich das meist kurze Leben einer PET-Flasche. Das Pfandgeld von 25 Cent sorgt daf\u00fcr, dass in Deutschland mehr als 96 Prozent der verkauften Beh\u00e4lter zur\u00fcckgegeben werden. Damit ist f\u00fcr sie jedoch nicht alles vorbei. Die Flaschen haben eine gute Chance auf ein zweites Leben. Doch der Reihe nach. Von den REWE- und PENNY-M\u00e4rkten gehen die zu Ballen zerdr\u00fcckten (und damit besser transportierbaren) Flaschen aus dem Pfandautomaten zun\u00e4chst in die L\u00e4ger. Dort holt ein Entsorger das Leergut ab und bereitet es auf: Die ehemaligen Beh\u00e4lter werden nach Farbe sortiert, zerkleinert und in ein Wasserbad gesch\u00fcttet. Nach der Trocknung erfolgt die Weiterverarbeitung zu den f\u00fcr die Lebensmittelproduktion freigegebenen Flakes.<\/p>\n

Um eine neue Flasche herzustellen, wird aus den eingeschmolzenen Flakes zun\u00e4chst eine fingergro\u00dfe Form gefertigt \u2013 die Preform. Hals und Gewinde dieses Rohlings besitzen bereits die sp\u00e4tere Flaschenform. Bei etwa 250 Grad werden die Preformen sp\u00e4ter zu Flaschen geformt. Der weitaus gr\u00f6\u00dfte Anteil von PET-Rezyklaten entstammt dem Recycling von Getr\u00e4nkeflaschen (86 Prozent). Aber nur 34 Prozent dieser Rezyklate finden den Weg zur\u00fcck in Getr\u00e4nkeverpackungen. Die \u00fcbrigen Mengen gehen in andere Warengruppen (etwa Textilien oder andere Lebensmittelverpackungen). Nicht alle dieser Warengruppen ben\u00f6tigen zwingend ein solch reines Sekund\u00e4rmaterial. Ein Gro\u00dfteil des Sekund\u00e4rmaterials geht somit f\u00fcr den Getr\u00e4nkekreislauf verloren.<\/p>\n <\/div>\n\n <\/div>\n<\/div>\n\n

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Unser Ziel<\/h2> <\/div>\n
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