{"id":2256,"date":"2019-06-26T10:00:52","date_gmt":"2019-06-26T08:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rewe-group.com\/?p=2256"},"modified":"2023-05-11T16:07:15","modified_gmt":"2023-05-11T14:07:15","slug":"nachhaltigere-verpackungen-herausforderungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rewe-group.com\/de\/presse-und-medien\/newsroom\/stories\/nachhaltigere-verpackungen-herausforderungen\/","title":{"rendered":"Nach­haltigere Verpack­ungen: Heraus­forderungen"},"content":{"rendered":"\n
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Sie haben f\u00fcr den Einkauf eine Bestandsaufnahme der Eigenmarken-Verpackungen gemacht. Ist Plastik die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung?<\/p>\n<\/div>\n

Jan Weynand:<\/strong> Wir haben uns f\u00fcr REWE und PENNY rund 6.000 Eigenmarken-Food & Near-Food-Artikel angeschaut. Bei mehr als der H\u00e4lfte davon ist Kunststoff Teil der Verpackung. Plastik steht also im Fokus und ist zugleich die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung, weil es so viele unterschiedliche Verpackungstypen aus Kunststoff gibt. Dazu kommt die Komplexit\u00e4t der Verbund-Verpackungen, bei denen verschiedene Materialien miteinander verbunden sind und sich nicht ohne Weiteres von Hand trennen lassen. Zum Beispiel beim Getr\u00e4nkekarton f\u00fcr Milch oder Saft, der ein Verbund aus Kunststoff, Karton und Aluminium ist. Oder mehrschichtige Verbundfolien, die verschiedene Kunststoff-Arten beinhalten. Das gibt es h\u00e4ufig bei K\u00e4severpackungen im SB-Bereich: Polyamid (PA) dient als Sauerstoffbarriere, Polyethylen (PE) ist als Wasserdampfbarriere und Versieglung der Verpackung notwendig.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n

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\u00dcber:<\/h2>

\n Jan Weynand <\/p>\n\n \n

\n Rund 6.000 verschiedene Artikel hat das Team um Einkaufs- und Supply-Chain-Experte Jan Weynand mit den Eigenmarken-Eink\u00e4ufern der REWE Group auf Verbesserungen der Verpackungen hin \u00fcberpr\u00fcft. Im Interview erkl\u00e4rt Jan Weynand, warum es oft keine einfachen L\u00f6sungen bei der umweltfreundlicheren Gestaltung von Verpackungen gibt \u2013 und warum Plastik zugleich die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung und die gr\u00f6\u00dfte Chance ist. <\/p>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

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Es gibt wahnsinnig viele Anforderungen an eine Verpackung.<\/p>\n<\/blockquote>\n <\/div>\n

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Ist Plastik grunds\u00e4tzliche schlechter als andere Verpackungsmaterialien?<\/p>\n<\/div>\n

Jan Weynand:<\/strong> Kunststoff hat sehr viele gute Eigenschaften, er wird ja nicht ohne Grund so oft verwendet. Kunststoff ist g\u00fcnstig in der Herstellung, sehr leicht, widerstandsf\u00e4hig, und f\u00fcr viele Warenbereiche flexibel einsetzbar. Und vor allem: Er sch\u00fctzt das Produkt gut und unterst\u00fctzt die Haltbarkeit. Wenn man Faktoren wie fossiler Rohstoff, Recycelbarkeit und Verm\u00fcllung ausklammert, ist das ein sehr gutes Material.<\/p>\n

Verpackungen aus anderen nicht-nachwachsenden Rohstoffen wie Aluminium sind etwa aufgrund der energieaufw\u00e4ndigen Herstellung nicht per se besser als Kunststoff. Wir werden nicht vollumf\u00e4nglich auf Kunststoff verzichten k\u00f6nnen, aber es ist unsere Aufgabe, diesen m\u00f6glichst zu reduzieren und dann so umweltfreundlich wie m\u00f6glich einzusetzen. Wenn er recycelt und mehrfach wiederverwertet wird, sind wir diesem Ziel schon einen Schritt n\u00e4hergekommen. Die gute Nachricht ist: Der Kunststoffmarkt ist in Bewegung, hier gibt es durch innovative Ans\u00e4tze noch viel Potenzial.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n

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Haben Sie schon konkrete Ma\u00dfnahmen beschlossen?<\/p>\n<\/div>\n

Jan Weynand:<\/strong> Ja, wir pr\u00fcfen aktuell \u00fcber 150 Ma\u00dfnahmen und haben schon einige mit den Eink\u00e4ufern umgesetzt. Wenn m\u00f6glich lassen wir Verpackungsbestandteile ganz weg (\u201eVermeiden\u201c), wie etwa den Deckel bei der Convenience-Salatschale. Bei Nudelbeuteln konnten wir R\u00fcschenbeutel mit Wiederverschlussclip auf einen einfachen Standbeutel ver\u00e4ndern und fast 20 Prozent Kunststoff einsparen (\u201eVerringern\u201c).<\/p>\n

Spannend sind auch die Trays, in denen Kekse liegen. Die sind h\u00e4ufig aus speziellem dunklem Kunststoff, den klassische Recycling-Anlagen beim Aussortieren nicht erkennen. Dieser Kunststoff wird dann in der Restefraktion verbrannt. Diese Trays stellen wir nun auf transparent um, damit sie fl\u00e4chendeckend aussortiert und recycelt werden k\u00f6nnen (\u201eVerbessern\u201c). Zudem steigern wir den Einsatz von Sekund\u00e4rrohstoffen wie beispielsweise recyceltem Kunststoff (Rezyklat), vor allem im Getr\u00e4nke- und Drogeriebereich.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n

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Was m\u00fcssen Sie bei der Umsetzung beachten?<\/p>\n<\/div>\n

Jan Weynand:<\/strong> Es gibt wahnsinnig viele Anforderungen an eine Verpackung: Im Lebensmittelbereich steht Produktschutz und Haltbarkeit an erster Stelle. Zudem erwartet der Kunde einen gewissen Convenience-Faktor, zus\u00e4tzlich ist die Verpackung Werbetr\u00e4ger. Unter dem Aspekt Umweltfreundlichkeit analysieren wir nun Eigenschaften wie Materialart, Materialmasse, Trennbarkeit, Recycelbarkeit \u2013 und zuletzt muss die Verpackung auch noch wirtschaftlich umsetzbar sein. Bei einer Verpackungsoptimierung m\u00fcssen wir alle Anforderungen im Blick haben.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n

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Eine einfache L\u00f6sung gibt es in vielen F\u00e4llen nicht?<\/p>\n<\/div>\n

Jan Weynand:<\/strong> Nein, die gibt es oft tats\u00e4chlich nicht. Wenn man zur Erf\u00fcllung einer Anforderung eine \u00c4nderung durchf\u00fchrt, kann es sein, dass man dadurch einen anderen Aspekt wieder verschlechtert \u2013 es entstehen Zielkonflikte. Zum Beispiel beim Joghurtbecher: Machen wir den Kunststoff d\u00fcnner und stabilisieren den Becher mit einer Papierbanderole, verbrauchen wir zwar weniger Kunststoff. Jedoch h\u00e4ngt die Recyclingf\u00e4higkeit dann ma\u00dfgeblich davon ab, ob der Kunden die beiden Materialen getrennt entsorgt. Wir m\u00fcssen da mit Augenma\u00df rangehen und im Rahmen unserer strategischen Leitlinie viele F\u00e4lle individuell entscheiden. Dazu nutzen wir auch das Know-how anderer Fachbereiche, wie etwa Category Management, Qualit\u00e4tsmanagement sowie die Erfahrung der Kollegen aus der Nachhaltigkeit. Das ist kein Thema, womit sich nur der Einkauf besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

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Wir werden Branchenl\u00f6sungen finden m\u00fcssen, da die Kreislaufwirtschaft wichtiger wird.<\/p>\n<\/blockquote>\n <\/div>\n

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Wie kaufen wir in den n\u00e4chsten 20 Jahren ein?<\/p>\n<\/div>\n

Jan Weynand: Ich denke, dass wir \u2013 wo es umsetzbar ist \u2013 immer mehr auf Verpackungen verzichten werden. Die Kollegen aus der Ultrafrische testen bei REWE gerade, Verpackungen bei Bio-Obst und -Gem\u00fcse wegzulassen. Auch unsere Kaufleute probieren viel aus. Zudem wird die Bedeutung von Mehrwegsysteme wachsen, neben dem Getr\u00e4nkebereich vor allem auch in neuen Segmenten wie dem Drogeriebereich. Kunststoff und Verpackungen werden auf jeden Fall in den n\u00e4chsten Jahren im Fokus des Nachhaltigkeits-Engagements bleiben. Aber: Wir werden Branchenl\u00f6sungen finden m\u00fcssen, da die Kreislaufwirtschaft eine wachsende Rolle spielen wird. Das betrifft die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette. Zugleich haben wir kontr\u00e4re Entwicklungen wie den Convenience-Trend oder den wachsenden Online-Handel, der ganz neue Herausforderungen beim Thema Verpackung verursacht. Es bleibt also spannend.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

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Welcher Joghurt-Becher ist besser?<\/h2>

Eine Verpackung umweltfreundlicher zu machen, ist manchmal komplizierter, als es auf den ersten Blick scheint. H\u00e4ufig entstehen \u201eZielkonflikte\u201c: Zur Erf\u00fcllung einer Anforderung wird eine \u00c4nderung durchgef\u00fchrt, die dann wiederum einen anderen Aspekt verschlechtert. Welche das sein k\u00f6nnen, zeigt sich etwa, wenn man den konventionellen Kunststoff-Joghurtbecher dem Becher mit Karton-Banderole gegen\u00fcberstellt.<\/p>\n<\/div> <\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n

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Unser Ziel<\/h2> <\/div>\n
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