{"id":2240,"date":"2019-06-11T10:00:27","date_gmt":"2019-06-11T08:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rewe-group.com\/?p=2240"},"modified":"2023-02-01T16:03:17","modified_gmt":"2023-02-01T15:03:17","slug":"nachhaltigere-verpackungen-strategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rewe-group.com\/de\/presse-und-medien\/newsroom\/stories\/nachhaltigere-verpackungen-strategie\/","title":{"rendered":"Nach­haltigere Verpack­ungen: Strategie"},"content":{"rendered":"\n
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Frau Sch\u00e4fer, Sie koordinieren f\u00fcr die REWE Group ein Projekt, bei dem alle Warenbereiche die Eigenmarkenverpackungen auf ihre Umweltfreundlichkeit hin \u00fcberpr\u00fcfen \u2013 wo liegen die Herausforderungen?<\/p>\n<\/div>\n

Maria Sch\u00e4fer: Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung war, dass wir zun\u00e4chst mehr Informationen zu den Verpackungen zusammentragen mussten und auch immer noch dabei sind. Die Frage nach der Umweltfreundlichkeit von Verpackungen ist erst in der j\u00fcngeren Vergangenheit immer st\u00e4rker in den Fokus ger\u00fcckt. Die Informationen etwa zur Material-Zusammensetzung einzelner Verpackungen wurden nicht systembasiert erhoben. Der Inhalt und somit das Produkt standen im Vordergrund.<\/p>\n

Die Verpackung war Mittel zum Zweck: Sie sollte m\u00f6glichst g\u00fcnstig in der Herstellung sein, das Produkt sch\u00fctzen, die Frische sicherstellen, die Handhabung erleichtern, den Transport erm\u00f6glichen und als Informationstr\u00e4ger dienen. Wir hatten folglich kaum Daten zu unseren Eigenmarken-Verpackungen in unseren Systemen. \u00dcber unseren Entsorger bekamen wir zwar die Gesamtmengen, konnten sie aber nicht auf einzelne Produkte herunterbrechen. Wieviel Kunststoff steckt in welcher Verpackung, wieviel Papier? Welche Kunststoffe wurden verwendet? Das konnten wir nicht systematisch beantworten. Mittlerweile haben wir viel erreicht. Alle Warenbereiche kommen im Verpackungsprojekt zusammen, man tauscht sich aus und lernt voneinander. Wir sind stolz darauf, dass wir ein gemeinsames Bewusstsein f\u00fcr das Thema umweltfreundlichere Verpackungen geschaffen haben und im gesamten Unternehmen an einem Strang ziehen.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n

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\u00dcber:<\/h2>

\n Maria Sch\u00e4fer <\/p>\n\n \n

\n ist Funktionsbereichsleiterin Nachhaltigkeit Ware bei der REWE Group. <\/p>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

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Wir haben ein Bewusstsein f\u00fcr umweltfreundlichere Verpackungen geschaffen.<\/p>\n<\/blockquote>\n <\/div>\n

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Maria Sch\u00e4fer<\/p>\n <\/div>\n <\/div>\n

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Maria Sch\u00e4fer<\/p>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n

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Warum haben Sie das Thema gerade jetzt angepackt?<\/p>\n<\/div>\n

Maria Sch\u00e4fer:<\/strong> Ressourcenschonung ist f\u00fcr uns als gro\u00dfer H\u00e4ndler nat\u00fcrlich schon seit langem ein zentrales Thema der Nachhaltigkeitsstrategie. Ab 2016 haben wir dann im Bereich Nachhaltigkeit Ware die ersten strategischen Projekte gemeinsam mit Einkauf und Category Management zum Thema Verpackung lanciert, etwa Natural Branding oder Graspapier. Die vielen positiven Reaktionen darauf haben noch einmal verdeutlicht, dass sich die Kunden gerade bei Obst und Gem\u00fcse immer st\u00e4rker f\u00fcr Verpackungen interessieren und sich vor allem gegen Plastikverpackungen aussprechen. Das hat dann immer mehr Schwung aufgenommen: Die Politik sowie NGOs haben das Thema aufgegriffen, die Zahl der Kundenanfragen hat weiter zugenommen, es wurden Petitionen gestartet. Das alles war Grund f\u00fcr uns, das Thema systematisch anzupacken, mit dem Ziel 100 Prozent unserer Eigenmarkenverpackungen bis Ende 2030 umweltfreundlicher zu gestalten.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

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Es gibt keine offizielle Definition einer umweltfreundlichen Verpackung.<\/p>\n<\/blockquote>\n <\/div>\n

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Maria Sch\u00e4fer<\/p>\n <\/div>\n <\/div>\n

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Maria Sch\u00e4fer<\/p>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n

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Ab wann ist eine Verpackung umweltfreundlich?<\/h2>\n

Maria Sch\u00e4fer:<\/strong> Es gibt keine offizielle Definition einer umweltfreundlichen Verpackung. Zu Beginn des Verpackungsprojektes haben wir zun\u00e4chst grundlegende Standards f\u00fcr umweltfreundlichere Verpackungen bei der REWE Group geschaffen, die die Basis f\u00fcr die Arbeit in den Warenbereichen bildet. Diese gilt es weiterzuentwickeln. Gerade jetzt gibt es eine starke Dynamik, es kommen immer neue Materialien und Entwicklungen auf den Markt.<\/p>\n

Wir arbeiten mit externen Instituten und Hochschulen an einer klaren Hierarchisierung von Materialien und wollen bis Ende des Jahres eine Antwort auf die Frage geben, welche Alternative zum Kunststoff nun die beste ist \u2013 Papier, Aluminium oder Glas? In unserer Verpackungs-Leitlinie haben wir definiert, was wir heute unter einer umweltfreundlicheren Verpackung verstehen. Zusammengefasst kann man sagen, dass Mehrweg aus unserer Sicht umweltfreundlicher ist, weil die Verpackungen im Kreislauf bleiben. F\u00fcr Einweg haben wir Kriterien definiert, m\u00fcssen dabei aber viele unterschiedliche Anforderungen an eine Verpackung unter einen Hut bringen.<\/p>\n <\/div>\n\n <\/div>\n<\/div>\n\n

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Gibt es Produkte, die auch in Zukunft nicht ohne Verpackung auskommen?<\/p>\n<\/div>\n

Maria Sch\u00e4fer:<\/strong> Ja, auf jeden Fall, etwa empfindliche Beeren sowie Kr\u00e4uter oder auch Obst- und Gem\u00fcse in Konserven. Wir k\u00f6nnen nicht aktionistisch einfach alle Verpackungen weglassen und pl\u00f6tzlich alles nur noch unverpackt anbieten. Im Kundenservice gehen \u00fcbrigens auch Beschwerden von Kunden ein. Denn Verpackungen k\u00f6nnen auch einen praktischen Nutzen f\u00fcr den Kunden erf\u00fcllen. Wenn wir hier etwas ver\u00e4ndern, m\u00fcssen wir auch den Kunden auf diesen Weg mitnehmen und ihm erkl\u00e4ren, warum wir Ver\u00e4nderungen vornehmen.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n

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Der Nabu hat k\u00fcrzlich vorgerechnet, dass im Lebensmittelhandel in den vergangenen Jahren die Verpackungen gerade im Obst- und Gem\u00fcse-Bereich drastisch zu- statt abgenommen haben. Wie erkl\u00e4ren Sie das?<\/p>\n<\/div>\n

Maria Sch\u00e4fer:<\/strong> Das starke Bewusstsein f\u00fcr das Thema im Handel und bei den Verbrauchern \u2013 wie wir es heute erleben \u2013 ist noch ein relativ junges Ph\u00e4nomen. Zudem f\u00fchren gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen wie die Zunahme der Single-Haushalte zu mehr einzeln verpackten, kleinen Einheiten. Wir sind heute mobiler und die Nachfrage nach to-go-Artikel steigt, denken Sie nur an den Kaffee unterwegs und den Salat zwischendurch. Die Einkaufsbereiche arbeiten jetzt daran, Verpackungen zu reduzieren oder zu verbessern \u2013 und das Marketing sowie die Kommunikation arbeiten daran, dieses Bewusstsein bei den Verbrauchern zu schaffen und dar\u00fcber aufzukl\u00e4ren, wie Verpackungen richtig entsorgt werden. Und wir reden mit den anderen Akteuren im Kreislauf, etwa den Entsorgern. Heute werden bei weitem noch nicht alle Kunststoffe recycelt, die recycelt werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

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Ich hoffe, dass wir in Zukunft bewusster mit Verpackungen umgehen und sie als Wertstoff sch\u00e4tzen.<\/p>\n<\/blockquote>\n <\/div>\n

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Maria Sch\u00e4fer<\/p>\n <\/div>\n <\/div>\n

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Welche Innovationen k\u00f6nnten eine L\u00f6sung f\u00fcr die Zukunft sein?<\/p>\n<\/div>\n

Maria Sch\u00e4fer:<\/strong> Graspapier ist ja im Obst- und Gem\u00fcsebereich schon recht bekannt. Die Einkaufsbereiche pr\u00fcfen derzeit, ob es in weiteren Warenbereichen eingesetzt werden kann, etwa im Trockensortiment oder auch bei Investitions- und Verbrauchsg\u00fctern. Dar\u00fcber hinaus arbeiten wir mit verschiedenen Startups zusammen an alternativen Materialien f\u00fcr Verpackungen, zum Beispiel Verpackungen oder Einweg-Produkten aus Pflanzenfasern. Bio-Kunststoffe dagegen haben f\u00fcr uns derzeit noch keine Priorit\u00e4t, weil sie Stand heute keine \u00f6kologischen Vorteile gegen \u00fcber herk\u00f6mmlichem Kunststoff haben und eine Lebensmittelkonkurrenz entstehen kann, wenn etwa Mais in Form von Maisst\u00e4rke f\u00fcr Verpackungen und nicht als Nahrungsmittel verwendet wird.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n

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Wie ist der Weg von einer Idee zu einer umweltfreundlicheren Verpackung?<\/p>\n<\/div>\n

Maria Sch\u00e4fer:<\/strong> In unseren REWE Group-weiten Verpackungsprojekt arbeiten wir eng mit allen Einkaufsbereichen zusammen, die ja letztlich alle Ver\u00e4nderungen mit den Lieferanten umsetzen. Daraus entstehen Synergien, etwa zwischen Food und Ultrafrische, die \u00e4hnliche Verpackungsarten haben. Wir lernen innerhalb der REWE Group \u00fcber L\u00e4ndergrenzen hinweg und profitieren alle enorm.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n

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Wagen Sie eine Prognose \u2013 wie kaufen wir in 20 Jahren ein?<\/p>\n<\/div>\n

Maria Sch\u00e4fer:<\/strong> Ich hoffe, dass wir bewusster mit Verpackungen umgehen und sie als Wertstoff sch\u00e4tzen. Und dass die Verpackung bei der Produktentwicklung bewusst mitgedacht wird, im besten Falle so, dass sie in eine Kreislaufwirtschaft zur\u00fcckgef\u00fchrt wird. Dies wird langfristig aber nur Branchenl\u00f6sungen und Kooperationen \u00fcber Lieferketten hinweg m\u00f6glich sein.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n

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Unser Ziel<\/h2> <\/div>\n
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