{"id":21126,"date":"2021-12-20T15:57:10","date_gmt":"2021-12-20T14:57:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rewe-group.com\/de\/?p=21126"},"modified":"2022-11-21T16:52:14","modified_gmt":"2022-11-21T15:52:14","slug":"krumme-dinger-auswirkungen-des-klimawandels-auf-den-obst-und-gemuseanbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rewe-group.com\/de\/presse-und-medien\/newsroom\/stories\/krumme-dinger-auswirkungen-des-klimawandels-auf-den-obst-und-gemuseanbau\/","title":{"rendered":"Krumme Dinger \u2013 Auswirkungen des Klimawandels auf den Obst- und Gem\u00fcseanbau"},"content":{"rendered":"\n
Krumme Karotten, verformte Kartoffeln, verf\u00e4rbte Paprika? Welche Auswirkungen der Klimawandel auf Wachstum und Aussehen von Obst und Gem\u00fcse hat, erkl\u00e4rt Klaus Rauhaus, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Genossenschaft der \u00d6ko-Bauern eG\/Hof Rosenau GmbH.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n <\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n
In diesem Jahr waren die Folgen des Klimawandels durch die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal deutlich zu sp\u00fcren. Expert:innen sind sich einig, dass wir in Zukunft h\u00e4ufiger mit solchen Extremwetterereignissen rechnen m\u00fcssen. Welche Auswirkungen haben solche Wetterlagen auf das Wachstum von Obst und Gem\u00fcse?<\/strong><\/p>\n<\/div>\n Klaus Rauhaus:<\/strong> Wir m\u00fcssen uns die Ausgangsituation vor Augen f\u00fchren: In den letzten Jahrzehnten waren wir in Deutschland in der komfortablen Situation, dass immer gen\u00fcgend Obst und Gem\u00fcse in gleichbleibend guter Qualit\u00e4t vorhanden war \u2013 selten gab es Knappheiten. Durch den Klimawandel wird es aber in absehbarer Zeit in einzelnen Phasen (Jahren, Monaten, Jahreszeiten) eine Verknappung von bestimmten Obst- und Gem\u00fcsesorten geben, das sp\u00fcren wir ansatzweise heute schon. Es kann in Zukunft passieren, dass einzelne Produkte kurzzeitig im Extremfall nicht verf\u00fcgbar sind. Wir sind gut darin beraten, damit umgehen zu k\u00f6nnen, dass nicht immer alles jederzeit erh\u00e4ltlich ist, ohne Schwarzmalerei zu betreiben.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n \n Klaus Rauhaus <\/p>\n\n Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Genossenschaft der \u00d6ko-Bauern eG\/Hof Rosenau GmbH<\/p>\n \n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n Welche Obst- und Gem\u00fcsesorten sind am st\u00e4rksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen?<\/strong><\/p>\n<\/div>\n Klaus Rauhaus:<\/strong> Obst- und Gem\u00fcsesorten, die eine geringe Vegetationszeit haben, sind eindeutig am st\u00e4rksten betroffen, weil sie in k\u00fcrzester Zeit ihren Ertrag bilden m\u00fcssen. Salat, Brokkoli oder Kohl sind beispielsweise hochempfindlich. Bei diesen Sorten sind die Anspr\u00fcche der Kund:innen, was das Aussehen angeht, sehr hoch. Wenn in der K\u00fcrze ihres Lebenszyklus eine D\u00fcrreperiode oder eine \u00dcberschwemmung auftritt, erhalten sie keine Chance, zu gedeihen. Das kann bestenfalls dazu f\u00fchren, dass die Sorten Verformungen entwickeln oder sich ihr Aussehen von der Norm abweicht. Im schlimmsten Fall w\u00fcrde es jedoch zu einem kompletten Ernteausfall f\u00fchren. Es ist mir in diesem Zusammenhang wichtig zu betonen, dass ich kein pessimistisches Szenario aufzeige, sondern eine realistische Einsch\u00e4tzung der Lage abgebe, die auf den Erfahrungswerten der Landwirte und Landwirtinnen beruht.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n Da Sie die Landwirt:innen ansprechen \u2013 was sind die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen f\u00fcr sie?\u00a0 <\/strong><\/p>\n<\/div>\n Klaus Rauhaus:<\/strong> Da es in Zukunft immer h\u00e4ufiger Ausnahmejahre mit gro\u00dfer Hitze, sehr viel oder zu wenig Niederschlag geben wird, z\u00e4hlen die Erfahrungen aus der Vergangenheit nur noch bedingt. Da das Erfahrungswissen aus Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten durch die Klimaver\u00e4nderungen nicht mehr komplett g\u00fcltig ist, m\u00fcssen die Landwirtinnen und Landwirte sich auf extreme Wetterlagen wie D\u00fcrre oder \u00dcberschwemmungen neu einstellen und neue Erfahrungen sammeln, Techniken testen oder \u00e4hnliches.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n Kurz gesagt: Wenn die Natur verr\u00fccktspielt, haben die \u00d6ko-B\u00e4uer:innen wesentlich weniger M\u00f6glichkeiten, regulierend einzugreifen.<\/p>\n<\/blockquote>\n <\/div>\n Klaus Rauhaus, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Genossenschaft der \u00d6ko-Bauern eG\/Hof Rosenau GmbH<\/p>\n <\/div>\n <\/div>\n Klaus Rauhaus, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Genossenschaft der \u00d6ko-Bauern eG\/Hof Rosenau GmbH<\/p>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n Betreffen die Ver\u00e4nderungen durch den Klimawandel die \u00d6ko-Landwirtschaft in h\u00f6herem Ma\u00dfe als die konventionelle Landwirtschaft?<\/strong><\/p>\n<\/div>\n Klaus Rauhaus:<\/strong> Im \u00f6kologischen Landbau ist das Problem st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt, da die Bio-Landwirtschaft mit weniger chemischen Steuerungsm\u00f6glichkeiten als die konventionelle Landwirtschaft auskommen muss. Kurz gesagt: Wenn die Natur verr\u00fccktspielt, haben die \u00d6ko-B\u00e4uer:innen wesentlich weniger M\u00f6glichkeiten, regulierend einzugreifen.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n K\u00f6nnen Sie an einem konkreten Beispiel aufzeigen, welchen Einfluss der Klimawandel konkret auf die Qualit\u00e4t von Obst und Gem\u00fcse haben kann?<\/strong><\/p>\n<\/div>\n Klaus Rauhaus:<\/strong> In Folge der Klimaver\u00e4nderung verbleiben Wetterlagen wie zum Beispiel andauernde Trockenheit oder Starkregen l\u00e4nger an einem Ort. Eine Kultur, wie beispielsweise die Fr\u00fch-Karotte, die einen Lebenszyklus von nur 100 Tagen hat, ben\u00f6tigt eine kontinuierliche Versorgung mit N\u00e4hrstoffen, Sonne und Wasser, um optimal gedeihen zu k\u00f6nnen. Wenn sich aber die Bedingungen durch Wetterextreme ver\u00e4ndern, bedeutet das, dass der Ertrag geringer ausfallen wird, da die permanente Versorgung der Pflanze mit N\u00e4hrstoffen nicht mehr gew\u00e4hrleistet werden kann. Ein geringeres Angebot wird nach den Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten des Marktes zwangsl\u00e4ufig zu h\u00f6heren Preisen f\u00fchren \u2013 oder die Verbraucher:innen werden umdenken m\u00fcssen.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n Was meinen Sie damit, dass die Verbraucher:innen umdenken m\u00fcssen?<\/strong><\/p>\n<\/div>\n Klaus Rauhaus:<\/strong> Da wir in Zukunft immer mehr Jahre haben werden, in denen nicht gen\u00fcgend Obst und Gem\u00fcse in der vorgeschriebenen und gewohnten Qualit\u00e4t zur Verf\u00fcgung stehen wird, werden die Verbraucher:innen sich von bestimmten Vorstellungen, was das Aussehen der Sorten angeht, verabschieden m\u00fcssen. Der Brokkoli schmeckt genauso gut und ist genauso gesund, wenn er nicht komplett gr\u00fcn ist, sondern farbliche Ver\u00e4nderungen aufweist. Die Kartoffel ist ebenfalls genau so lecker, wenn ihre Form nicht ganz der Norm entspricht. Wir alle m\u00fcssen eine gr\u00f6\u00dfere Toleranz entwickeln, da technische Entwicklung und Z\u00fcchtungsfortschritte das Problem nicht l\u00f6sen, sondern allenfalls nur abmildern k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n
\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n \u00dcber:<\/h2>
\n<\/div>\n <\/div>\n