{"id":17002,"date":"2021-06-16T10:43:23","date_gmt":"2021-06-16T08:43:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rewe-group.com\/de\/?p=17002"},"modified":"2022-11-21T16:45:02","modified_gmt":"2022-11-21T15:45:02","slug":"diversity-bei-der-rewe-group-die-sprachliche-hurde-ist-bald-genommen-kulturelle-unterschiede-bleiben-eine-herausforderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rewe-group.com\/de\/presse-und-medien\/newsroom\/stories\/diversity-bei-der-rewe-group-die-sprachliche-hurde-ist-bald-genommen-kulturelle-unterschiede-bleiben-eine-herausforderung\/","title":{"rendered":"Diversity bei der REWE Group: \u201eDie sprachliche H\u00fcrde ist bald genommen, kulturelle Unterschiede bleiben eine Herausforderung\u201c"},"content":{"rendered":"\n
Vor rund sechs Jahren kamen hunderttausende Menschen als Gefl\u00fcchtete in Deutschland an. Die REWE Group half von Beginn an bei der beruflichen und sozialen Integration. Ibrahim Dourra Maiga, HR-Experte f\u00fcr Integration der REWE-Region S\u00fcd, \u00fcber Erfolge und Herausforderungen.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n <\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n
Herr Maiga, Arbeitsmarktexpert:innen berichten, die Integration Gefl\u00fcchteter sei auf einem guten Weg, ben\u00f6tige aber noch viel Zeit und weitere gezielte Hilfen. Wie ist die Situation bei REWE?<\/p>\n<\/div>\n
Ibrahim Dourra Maiga<\/strong>: Tats\u00e4chlich verl\u00e4uft die Integration nach meiner Einsch\u00e4tzung auch bei REWE sehr gut. \u00dcber unser Programm KIMAT (Konzept zur Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt und in den Teams) haben wir eine Vielzahl von Ma\u00dfnahmen etabliert, die das Zusammenleben zwischen Migrant:innen und Nicht-Migrant:innen im Unternehmen erleichtern.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n \n Ibrahim Dourra Maiga <\/p>\n\n HR-Experte f\u00fcr Integration der REWE-Region S\u00fcd<\/p>\n \n \n ist HR-Experte f\u00fcr Integration der REWE-Region S\u00fcd. <\/p>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n Wie sieht die Unterst\u00fctzung konkret aus?<\/p>\n<\/div>\n Ibrahim Dourra Maiga<\/strong>: Mit ausbildungsbegleitenden Hilfen, Pr\u00fcfungsvorbereitungskursen und Patenschaftsprogrammen sorgen wir daf\u00fcr, dass die Menschen auf dem Arbeitsmarkt Anschluss finden. Dazu haben wir soziale Netzwerkpartner:innen, die bei allt\u00e4glichen Dingen helfen, zum Beispiel bei der Wohnungssuche oder bei finanziellen Fragen. All das sorgt f\u00fcr weniger Fluktuation und tr\u00e4gt dazu bei, dass sich Gefl\u00fcchtete bei REWE wohlf\u00fchlen. Im vergangenen Jahr haben wir in der Region S\u00fcd 86 Gefl\u00fcchtete eingestellt. 77 von ihnen konnten wir in die Ausbildung, drei in eine Einstiegsqualifizierung und drei weitere in ein normales Arbeitsverh\u00e4ltnis \u00fcbernehmen. Die \u00fcbrigen drei sind im Rahmen des Qualifizierungsprogramms REWE Kombi besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n Die Mitarbeitenden helfen engagiert bei Verst\u00e4ndigungsproblemen.<\/p>\n<\/blockquote>\n <\/div>\n Ibrahim Dourra Maiga, HR-Experte f\u00fcr Integration der REWE-Region S\u00fcd<\/p>\n <\/div>\n <\/div>\n Ibrahim Dourra Maiga, HR-Experte f\u00fcr Integration der REWE-Region S\u00fcd<\/p>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n Bewerbungen von Gefl\u00fcchteten scheiterten h\u00e4ufig an fehlenden Deutschkenntnissen. Ist das immer noch ein Thema?<\/p>\n<\/div>\n Ibrahim Dourra Maiga:<\/strong> Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t der Bewerbungen haben sich deutlich verbessert. Im vergangenen Jahr haben sich in der Region S\u00fcd 321 Gefl\u00fcchtete um eine Ausbildung beworben; 2019 waren es erst 259. Immer h\u00e4ufiger sind darunter Kandidat:innen mit guten bis sehr guten Deutschkenntnissen auf dem Niveau von B2 bis C1. Auch f\u00fcr unser Abiturientenprogramm erhalten wir vermehrt Bewerbungen von Gefl\u00fcchteten. Dabei ist die Anerkennung der im Ausland erworbenen Zeugnisse mitunter eine Herausforderung.<\/p>\n Aber noch einmal zu den Sprachkenntnissen: Die H\u00fcrde der allt\u00e4glichen Deutsch-Defizite ist in weiten Teilen \u00fcberwunden. Jetzt geht es eher darum, Fachbegriffe der Handels- und REWE-Welt zu erl\u00e4utern und die Schreibfertigkeit zu verbessern. Dabei kommen wir gut voran. Vereinzelt sind M\u00e4rkte zum Lernort f\u00fcr die deutsche Sprache geworden, weil die Mitarbeiter:innen dort sehr engagiert helfen, Verst\u00e4ndigungsprobleme zu l\u00f6sen.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n Potenzielle Arbeitgeber und Ausbilder:innen wird interessieren: Wie ist die aktuelle rechtliche Situation?<\/p>\n<\/div>\n Ibrahim Dourra Maiga<\/strong>: Geduldete und Asylbewerber:innen aus sogenannten sicheren Herkunftsl\u00e4ndern d\u00fcrfen in Deutschland nicht arbeiten, auch wenn sie f\u00fcr eine Ausbildung geeignet sind. Als sichere L\u00e4nder gelten neben der EU, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, die ehemalige jugoslawische Republik, Montenegro und der Senegal. F\u00fcr die andere Zielgruppe Geduldete und Personen mit einer Gestattung aus unsicheren Herkunftsl\u00e4ndern stellen wir einen Antrag auf Ausbildungsduldung im Rahmen der 3+2-Regelung.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n Was hei\u00dft 3+2?<\/p>\n<\/div>\n Ibrahim Dourra Maiga<\/strong>: Wer sich drei Jahre lang ausbilden l\u00e4sst, dann als Gefl\u00fcchtete:r nicht anerkannt, sondern nur geduldet wird, darf danach mindestens zwei Jahre in Deutschland arbeiten. Die Arbeitsgenehmigung wird jedoch aufgehoben, sobald der Asylantrag abgelehnt wird oder ein Gefl\u00fcchteter nicht an dem Prozess seiner Identifikation mitwirkt. Im vergangenen Jahr konnten so 44 Auszubildende bei uns in der Region S\u00fcd anfangen. Drei weitere Bewerber:innen haben leider keine Genehmigung f\u00fcr eine Ausbildung bekommen.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n F\u00fchren fehlende Genehmigungen zu mehr Fluktuation?<\/p>\n<\/div>\n Ibrahim Dourra Maiga:<\/strong> Die Fluktuation ist ein Gradmesser f\u00fcr den Erfolg unserer Integrationsma\u00dfnahmen. Wenn Gefl\u00fcchtete die REWE verlassen, h\u00e4ngt das meist damit zusammen, dass sie den Bescheid f\u00fcr ihre Abschiebung erhalten haben. H\u00e4ufig konnten wir in solchen F\u00e4llen intervenieren und eine Abschiebung verhindern. Ich kenne aber auch zwei F\u00e4lle, in denen wir die Abschiebung nicht verhindern konnten.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n Wir planen ein Diversity-Kochbuch mit Beitr\u00e4gen unserer ausl\u00e4ndischen Mitarbeitenden.<\/p>\n<\/blockquote>\n <\/div>\n Ibrahim Dourra Maiga, HR-Experte f\u00fcr Integration der REWE-Region S\u00fcd<\/p>\n <\/div>\n <\/div>\n Ibrahim Dourra Maiga, HR-Experte f\u00fcr Integration der REWE-Region S\u00fcd<\/p>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n Zu guter Letzt: Welche Rolle spielen kulturelle Unterschiede bei der Integration?<\/p>\n<\/div>\n Ibrahim Dourra Maiga<\/strong>: Mit ihnen umzugehen, ist mitunter eine Herausforderung. Zum Beispiel, wenn es um die Kommunikation zwischen Vorgesetzten und Migrant:innen geht oder um den Umgang mit Schweinefleisch. Wir versuchen diese Herausforderungen im Rahmen unseres KIMAT-Programms zu bew\u00e4ltigen, zum Beispiel durch Workshops und Patenprogramme. Ein Instrument, um die Sensibilit\u00e4t und das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr kulturelle Vielfalt zu erh\u00f6hen, ist auch unser geplantes REWE Diversity-Kochbuch. Darin werden ausl\u00e4ndische Mitarbeitende sich und ihr Lieblingsrezept vorstellen.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n\n
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