{"id":1491,"date":"2020-07-20T10:00:00","date_gmt":"2020-07-20T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rewe-group.com\/?p=1491"},"modified":"2023-01-24T13:03:04","modified_gmt":"2023-01-24T12:03:04","slug":"gastbeitrag-von-milchbauer-sven-lorenz-zur-verbrauchermilch-mehr-geld-fuer-mehr-tierwohl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rewe-group.com\/de\/presse-und-medien\/newsroom\/stories\/gastbeitrag-von-milchbauer-sven-lorenz-zur-verbrauchermilch-mehr-geld-fuer-mehr-tierwohl\/","title":{"rendered":"Gastbeitrag von Milchbauer Sven Lorenz zur Verbrauchermilch: \u201eMehr Geld f\u00fcr mehr Tierwohl\u201c"},"content":{"rendered":"\n
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Milchbauer Sven Lorenz, 43, erl\u00e4utert, warum auch ein gut aufgestellter Bio-Betrieb in Bedr\u00e4ngnis geraten kann und wieso die Idee einer Verbraucher-Milch eine Wende einl\u00e4uten k\u00f6nnte.<\/p>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n <\/div><\/div>\n\n\n\n

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\u201eUnser Hof steht da, wo viele andere Leute Urlaub machen: im nordhessischen V\u00f6hl, direkt am Edersee. 32 Hektar Ackerland, 80 Hektar Gr\u00fcnland, 110 K\u00fche, 90 Rinder und 20 K\u00e4lber. Meine Schwiegereltern haben den Betrieb aufgebaut, 2007 haben meine Frau und ich ihn \u00fcbernommen. Ich bin ebenfalls auf einem Bauernhof aufgewachsen und habe sp\u00e4ter in G\u00f6ttingen Agrarwissenschaft mit Schwerpunkt Tierproduktion studiert. Seit 2010 sind wir ein Bio-Betrieb, das hei\u00dft, wir wirtschaften nach den Richtlinien des Bioland Verbandes.<\/p>\n <\/div>\n\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

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\n \"Gruppenbild\n <\/div>\n <\/a>\n <\/div>\n <\/div>\n
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Sven Lorenz betreibt mit seiner mit Familie einen Bio-Bauernhof im nordhessischen V\u00f6hl.<\/p>\n<\/div> <\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n

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Milch ist unser Hauptgesch\u00e4ft. Unsere gesamte Jahresproduktion von etwa 700.000 Liter liefern wir an die Upl\u00e4nder Bauernmolkerei, einen Betrieb in der Region, der nach Art einer Genossenschaft organisiert ist und sich seit vielen Jahren f\u00fcr faire Milch einsetzt. Ich bin Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft.<\/p>\n <\/div>\n\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

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Die Milchk\u00e4ufer bestimmen, wie produziert wird \u2013 und bezahlen entsprechend daf\u00fcr.<\/p>\n<\/blockquote>\n <\/div>\n

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Sven Lorenz<\/p>\n <\/div>\n <\/div>\n

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Sven Lorenz<\/p>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n

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Gott sei Dank ist der Preis f\u00fcr Bio-Milch h\u00f6her als f\u00fcr konventionelle Milch, so dass wir unseren Betrieb in den vergangenen Jahren gut entwickeln konnten. 2008 haben wir einen neuen Kuhstall gebaut, 2016 eine Erweiterung vorgenommen und auf Robotermelken umgestellt. Anders war die Arbeit nicht zu schaffen. Wir besch\u00e4ftigen lediglich einen festen Mitarbeiter und zwei junge Leute, die bei uns ein freiwilliges \u00f6kologisches Jahr absolvieren. 47 Cent erhalten wir aktuell pro Liter Milch. Das ist der Grundpreis, je nach Qualit\u00e4t gibt es noch ein paar Cent obendrauf. Das reicht auf Dauer bei weitem nicht aus, um alle notwendigen Investitionen zu finanzieren und den Hof zukunftssicher aufzustellen. Und wenn das Futter einmal knapp ist, so wie in den vergangenen d\u00fcrren Sommern, kann auch ein gut aufgestellter Bio-Betrieb schnell in Bedr\u00e4ngnis geraten. Dann decken 47 Cent allenfalls die Produktionskosten. \u00dcber eine Weiterentwicklung des Betriebs brauchen wir dann gar nicht nachzudenken. Das ist der Grund, warum viele Milchbauern nicht in moderne St\u00e4lle investieren und z\u00f6gern, neue Erkenntnisse im Bereich Tierwohl umsetzen.<\/p>\n <\/div>\n\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

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Seit 2010 ist der Hof von Sven Lorenz ein Bio-Betrieb und wirtschaftet nach den Kriterien des Bioland Verbandes. F\u00fcr die Verbrauchermilch wird zus\u00e4tzlich der Weidegang vergr\u00f6\u00dfert und Futter aus der Region bezogen.<\/p>\n<\/div> <\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n

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Welcher Milchpreis ausk\u00f6mmlich w\u00e4re? Der Bio-Milch-Marker, den die Universit\u00e4t Kassel regelm\u00e4\u00dfig erstellt, nennt eine, wie ich finde, realistische Gr\u00f6\u00dfenordnung von etwa 60 Cent. Das ist in etwa auch der Betrag, den wir im Rahmen des Verbraucher-Milch-Projekts erhalten. Dessen Ansatz ist nach meiner \u00dcberzeugung genau richtig: Die Milchk\u00e4ufer bestimmen, wie produziert wird \u2013 und bezahlen entsprechend daf\u00fcr. So k\u00f6nnen sie sich mit dem Produkt identifizieren und die Milchbauern erhalten einen vern\u00fcnftigen Erl\u00f6s. Viele Dinge, die sich die Verbraucher im Rahmen der Befragung mit Blick auf noch mehr Tierwohl gew\u00fcnscht haben, gab es bei uns schon. Ein paar Dinge m\u00fcssen wir jedoch noch nachbessern. So muss der Weidegang vergr\u00f6\u00dfert werden, das hei\u00dft, wir m\u00fcssen Z\u00e4une neu setzen. Und auch bei Kraftfutter m\u00fcssen wir uns ein wenig anders orientieren. Denn Kraftfutter soll nach dem Wunsch der Verbraucher, ausschlie\u00dflich aus der Region kommen. Das schaffen wir bisher nicht immer. Ich verhandele aber gerade mit zwei Herstellern. Vielleicht k\u00f6nnen sie uns ein passendes Futter kreieren und die Mehrkosten sind gedeckt.\u201c<\/p>\n <\/div>\n\n <\/div>\n<\/div>\n\n

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\n Stefan Weber <\/p>\n\n

Freier Redakteur <\/p>\n \n

\n Alle Inhalte anzeigen<\/span>\n <\/p>\n <\/div>\n<\/a>\n\n <\/div>\n <\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

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