{"id":40896,"date":"2024-09-30T09:24:14","date_gmt":"2024-09-30T07:24:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rewe-group.com\/de\/?post_type=3questions&p=40896"},"modified":"2025-09-24T12:41:57","modified_gmt":"2025-09-24T10:41:57","slug":"dagmar-klingelhoeller-zur-novellierung-des-tierschutzgesetzes","status":"publish","type":"3questions","link":"https:\/\/www.rewe-group.com\/de\/presse-und-medien\/newsroom\/drei-fragen\/dagmar-klingelhoeller-zur-novellierung-des-tierschutzgesetzes\/","title":{"rendered":"Dagmar Klingelh\u00f6ller zur Novellierung des Tierschutzgesetzes"},"content":{"rendered":"\n
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    Welche Neuerung sieht die Novellierung des Tierschutzgesetzes in Bezug auf die Schweinehaltung vor, welches die Bundesregierung im Mai auf den Weg gebracht hat und welches derzeit im Bundestag behandelt wird?<\/h2>\n
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    Zuerst einmal sind von diesem Gesetz nicht nur die landwirtschaftlichen Betriebe betroffen, sondern auch der Handel und die Konsument:innen. Die Haltung der Ferkel und Mastschweine wird deutlich aufw\u00e4ndiger. Einigkeit besteht in der gesamten Produktionskette, dass Tierschutz und Tierwohl wichtig sind und stetig und schrittweise weiterentwickelt werden m\u00fcssen.<\/p>\n

    Die Novellierung des Tierschutzgesetzes sieht eine Versch\u00e4rfung des Kupierverbots f\u00fcr Ferkelschw\u00e4nze vor. Zuk\u00fcnftig ist die Haltung von Schweinen mit gek\u00fcrzten Schw\u00e4nzen nur noch in wenigen Ausnahmef\u00e4llen erlaubt. Dieses Kupierverbot stellt die Betriebe vor gro\u00dfe Herausforderungen. Aus bis heute nicht ausreichend erforschten Gr\u00fcnden kommt es sowohl in der Bioschweinehaltung als auch in der konventionellen Schweinehaltung zu Schwanzverletzungen durch Kauverhalten von Buchtengenossen. Der Einsatz von faserreichen Futtermitteln, Kaumaterialien, Spielzeug und mehr Platz f\u00fchrt nach meiner Erfahrung nicht zum befriedigenden Erfolg, sprich dem unversehrten Tier.<\/p>\n <\/div>\n <\/li>\n

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    Welche Herausforderung bringt die Novellierung konkret f\u00fcr Ihren Betrieb mit sich?<\/h2>\n
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    Wenn ich ehrlich sein darf, wir wissen nicht wie es fl\u00e4chendeckend funktionieren kann und k\u00f6nnen die Umsetzung und m\u00f6gliche Folgen nicht abschlie\u00dfend absch\u00e4tzen. Seit mehreren Jahren ziehen wir einige Ferkel mit unkupierten Schw\u00e4nzen auf. Die Aufzucht der Langschwanzferkel ist mit sehr viel Aufwand \u2013 etwa Platz, Tierkontrolle, Besch\u00e4ftigungsmaterial, M\u00fcsli, Spielzeug \u2013 verbunden und funktioniert nur eingeschr\u00e4nkt sicher. Ich kann berichten: Es gibt immer wieder Gruppen, die an den Schw\u00e4nzen bei\u00dfen, obwohl die Haltungsbedingungen gut sind. Und wenn die Ferkel bei\u00dfen, blutet der Schwanz und das ist etwas, was wir aus Tierschutz- und Produktionsgr\u00fcnden nicht tolerieren wollen und nur schwer erkl\u00e4ren k\u00f6nnen.<\/p>\n

    Im europ\u00e4ischen oder gar im internationalen Vergleich haben wir unterschiedlichste Gesetze und Produktionsbedingungen, die zu einer Ungleichheit am Markt f\u00fchren. Das deutsche Ferkel w\u00fcrde bei einer Umsetzung des aktuell vorliegenden Gesetzes jedenfalls deutlich teurer werden m\u00fcssen, was dann auch Handel und vor allem Konsument:innen betrifft.<\/p>\n <\/div>\n <\/li>\n

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    Wie lautet Ihre Botschaft an die Politik?<\/h2>\n
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    Die Novellierung des Tierschutzgesetzes darf nur im europ\u00e4ischen Konsens entwickelt werden und muss dann auch innerhalb der EU l\u00e4nder\u00fcbergreifend umgesetzt und kontrolliert werden.
    \nEs muss verhindert werden, dass kupierte Ferkel und Schlachtschweine aus dem Ausland nach Deutschland flie\u00dfen. Diese Tiere w\u00e4ren von der deutschen Gesetzgebung ausgeschlossen. Gleiches gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr den Import von geschlachteten Tieren.<\/p>\n

    Die Landwirtschaft ist bereit \u00fcber den \u201eAktionsplan zum Kupierverzicht“ an der Optimierung von Ma\u00dfnahmen zur Reduzierung des Schwanzbei\u00dfens weiterzuarbeiten. Dieser Aktionsplan sollte auch von der Bundesregierung verfolgt werden und gegebenenfalls im Gesetz aufgenommen und weiterentwickelt werden.
    \nWenn Einigkeit zwischen Politik, Landwirtschaft, Handel und Verbraucher:innen besteht, dass am Standort Deutschland weiterhin Tiere gehalten werden sollen, dann darf die Politik nicht einseitig die deutsche Landwirtschaft belasten und das Halten von Tieren nahezu unm\u00f6glich machen.<\/p>\n <\/div>\n <\/li>\n <\/ul>\n\n

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    \u00dcber:<\/h2>

    \n Dagmar Klingelh\u00f6ller <\/p>\n\n

    ist Landwirtin und Mitglied im Experten:innenkreis des Kompetenzzentrum Landwirtschaft<\/p>\n \n <\/div>\n <\/div>\n<\/div>\n <\/div>\n <\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

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    Weiterlesen<\/h2>\n \n <\/div>\n
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      \n \"Schweine\n <\/div>\n <\/div>\n
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      Pressemitteilung<\/p>\n

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      6. August 2026<\/p>\n

      Tierwohl intelligent analysieren: REWE Group b\u00fcndelt Expertise aus Praxis und Wissenschaft<\/h3> <\/div>\n <\/div>\n <\/a>\n <\/button>\n<\/div>\n <\/li>\n
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