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23. April 2019

Viel Arbeit im Paradiesgarten


Volker Ribniger betreibt Vorzeige-Bananenplantage

Bananenplantage

Von Hamm in Westfalen in den Südosten von Costa Rica: Volker Ribniger betreibt in den Tropen eine Bananenplantage, die für ihre hohen ökologischen und sozialen Standards vielfach ausgezeichnet wurde. Seine Platanera Rio Sixaolo gilt als Vorzeigebetrieb und ist exklusiver Partner der REWE Group.

Volker Ribniger war Anfang 30, als er Deutschland den Rücken kehrte - und sich auf die Suche machte nach einem Stück Erde, wo die Sonne scheint und er Landwirtschaft betreiben kann. Er zog ein paar Schleifen, bis er seinen  Sehnsuchtsort gefunden hatte: an der tropischen Karibikküste, unweit des Grenzflusses, der Costa Rica von Panama trennt. „Genau hier muss einst der Garten Eden gelegen haben“, schwärmt Ribniger, 71. Grün und fruchtbar ist dieser Garten. Das Meer ist so leuchtend blau wie der Himmel. Ursprünglich wollte er hier eine Kakaofarm aufziehen, doch dann entschied er sich für den Anbau der „schönsten Frucht des Paradiesgartens“, wie er sie nennt: Bananen.

Auf seiner „Platanera Rio Sixaola“ wollte er zunächst komplett ohne Pflanzenschutzmittel auskommen. Ein kühner Plan. „Die Einheimischen haben mir gleich am ersten Tag gesagt, dass ich ohne Einsatz von Unkrautvertilgern nicht eine Banane ernten werde“, erinnert er sich. Beide sollten Unrecht behalten. Die Plantage trug schon bald gute Früchte. Es dauerte nur drei Jahre bis die ersten Sixaloa-Bananen von Costa Rica nach Hamburg verschifft wurden. Aber ganz konnte und kann Ribniger nicht auf Pflanzenschutzmittel verzichten. Dafür sorgt schon die Schwarze Sigatoka, ein Pilz, der die Photosynthese der Staudenblätter stört. Dagegen helfen Fungizide, die der Bananenbauer in sehr geringer Dosis ausstreut.  „Wir entscheiden, wann es nötig ist, Pilzbekämpfer zu streuen“, betont Ribniger. Andere Farmen vergleichbarer Größe setzen auf die Dienste von Spezialfirmen, die häufig mehr als doppelt so große Mengen verteilen.

„Wir haben schon auf umweltfreundlichen Anbau geachtet als es das Wort Nachhaltigkeit noch gar nicht gab.“

„Wir haben von Anfang an auf einen umweltfreundlichen Anbau geachtet  - zu einer Zeit, als es das Wort Nachhaltigkeit noch gar nicht gab“, erzählt der Plantagenbesitzer, der auch Ehrendoktor der Universität Costa Rica ist. Sixaloa entwickelte sich zum Pionier für nachhaltigen Bananenanbau in den Tropen und erhielt mehrere nationale und internationale Auszeichnungen für seine faire und umweltfreundliche Arbeit. Für die REWE Group ist die 275 Hektar große Plantage, auf der 130 Menschen arbeiten,  ein Leuchtturmprojekt. „Sixaloa zeigt den Weg, wo wir perspektivisch mit unseren Partnern hinwollen“, sagt Eugenio Guidoccio, der bei der REWE Group Buying den Geschäftsbereich für Obst und Gemüse leitet. 

Volker Ribniger (r.) mit REWE-Einkäufer Nico Wittlich

Volker Ribniger im Interview: „Das Problem ist die Bananenschale“

Alles bestens im „Garten Eden“? Nicht ganz. Im Interview erzählt Volker Ribniger, wie hart er um die Zukunft seiner Plantage kämpfen muss und warum er im vergangenen Jahr einen hohen Kredit aufnehmen musste.

Herr Ribniger, um wie viel kleiner wäre die Ernte, wenn Sie Bananenanbau gänzlich ohne Pflanzenschutzmittel  betreiben würden?
Volker Ribniger: Dann würden wir 200 bis 400 Kartons pro Hektar und Jahr weniger ernten. Ein Karton sind gut 18 Kilogramm.

Sie nutzen einen großen Teil ihrer Plantage als Versuchsfläche und forschen nach neuen Methoden des umweltfreundlichen Anbaus von Bananen. Wann wird ein biologischer Anbau möglich sein?
Volker Ribniger: Ja, das ist unser Ziel. Wir forschen nach besonders resistenten Bananenarten. Aktuell tüfteln wir an mehr als 40 verschiedenen Arten. Das Ergebnis lässt sich immer erst mit der nächsten Ernte in einem Jahr beurteilen. Das ist das Dilemma: Wir benötigen viel Zeit. Etwa 70 Prozent unseres Düngers ist „Bio“, das sind  180.000 Liter im Monat, die wir selbst herstellen.

Was sind die größten Herausforderungen im Bananenanbau?
Volker Ribniger: Die Tatsache, dass die Banane eine Schale besitzt und der Verbraucher sich zu sehr von der optischen Qualität dieser Hülle leiten lässt. Dabei sagt der Zustand der Schale nur wenig über die Güte der Frucht aus. Weltweit wird etwa ein Fünftel der Bananenproduktion vernichtet, weil das Obst nicht den strengen optischen Anforderungen entspricht. Das ist verrückt.

„Wir haben mit der REWE Group einen Partner gewonnen, der unsere Arbeit wirklich wertschätzt“

Sixaloa gilt nicht nur wegen umweltfreundlicher Anbaumethoden sondern auch wegen fairer Arbeitsbedingungen als Vorzeigebetrieb.  Was machen Sie, was andere nicht machen?
Volker Ribniger: Bei uns geht es familiär zu und nicht so anonym wie auf anderen Plantagen. Zum Beispiel treffen sich unsere 130 Mitarbeiter jeden Montag – um zu erzählen, um zu planen aber auch, um gemeinsam zu beten. Jeder wird morgens mit seinem Namen und per Handschlag begrüßt. Auf dem Gelände stehen viele Schaukelstühle, auf denen die Mitarbeiter Platz nehmen können, wann immer sie wollen. Zudem betreiben wir eine eigene Kantine. Es gibt Wifi und wir bieten zahlreiche Fortbildungskurse an.

Wie schafft es Ihre Plantage trotz dieser „Extras“ wirtschaftlich zu arbeiten?
Volker Ribniger: Das ist ein ständiges Ringen. Denn gemessen an dem Aufwand, den wir betreiben, ist der Preis, den wir für unsere Bananen erzielen können viel zu niedrig. Die vergangenen Jahre waren nicht einfach. 2018 mussten wir einen hohen Kredit aufnehmen, damit es weitergeht. Zum Glück haben wir nun mit der REWE Group einen Partner gewonnen, der unsere Arbeit wirklich wertschätzt und einen fairen Preis für unsere in vielerlei Hinsicht hochwertigen Bananen bezahlt. Damit sind wir sehr zufrieden.

Mehr Informationen zum Nachhaltigkeitsengagement der REWE Group bei Bananen finden Sie hier.