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14. März 2018

"Das Beben hat alles verändert"


Wie geht es Schülern und Lehrern des Collège Véréna, die vor acht Jahren das Erdbeben in Haiti erlebt –  und überlebt – haben? Welche Spuren hat es bei ihnen hinterlassen? Und was wünschen sie sich für ihre Zukunft?

Schöne Momente: Zum Neujahrsfest freuten sich die Grundschüler des Collège Véréna über Geschenke

Das fragten wir einen Schüler, eine Schülerin und eine Lehrerin des Collège Véréna, der Schule, die nach dem Erdbeben durch die Kindernothilfe mit Spenden der REWE Group und ihrer Mitarbeiter erbaut wurde. Anlass war der mit einer Neujahrsfeier verbundene Gedenktag an den 12. Januar 2010, als in Haiti die Erde bebte.

Fazit: Den meisten geht es gut, sie schauen mit Hoffnung in die Zukunft. Allerdings ist ihr Leben vielfach von finanzieller Not und Sorgen um die Gesundheit naher Menschen geprägt.

Samuel, 18 Jahre*

„Vor dem 12. Januar wusste ich nicht viel über Erdbeben. An diesem Tag war ich gerade aus der Schule gekommen, ich war zu Hause als um 4.53 Uhr die Erde zu beben begann. Für mein Land war es verheerend.

Heute, auf dem Fest, geht es mir gut. Es ist schön zu wissen, dass Menschen der REWE Group und der Kindernothilfe an mich denken. Und ich hoffe, dass die Kindernothilfe den Menschen hier und vor allem den Kindern weiter helfen kann.

Was ich mir für dieses Jahr wünsche? Ich hoffe, dass mir gelingt, was ich mir vorgenommen habe. Ich möchte meine Prüfungen bestehen, damit ich auf die Universität gehen kann. Und den Menschen, die mir nahe stehen, wünsche ich, dass sie gesund bleiben. Vor allem meiner Mutter wünsche ich Gesundheit und genug Geld zum Leben. Meine Familie ist alles, was ich habe.“

*) alle Namen geändert

Schülerinnen des Collège Véréna führten zum Jahrestag des Erdbebens traditionelle Tänze auf

Eva, 11 Jahre

„Heute geht es mir gut, sehr sehr gut. Für meine Zukunft wünsche ich mir, dass ich gut in der Schule bin und meine Mutter das Geld hat, mich zu versorgen. Für meinen Vater wünsche ich, dass er wieder gesund wird. Für meine Schwestern, dass sie in die Schule gehen können. Dass niemand in meiner Familie gesundheitliche, finanzielle oder Ernährungsprobleme hat. Für nahestehende Menschen: ich wünsche ihnen alles Gute. Dass der Cousin von meinem Papa sich gut um seine Kinder kümmert. Und dass meine Freunde, besonders die in meiner Klasse, gut in der Schule mitkommen. 

Also bei dem Erdbeben, da war ich vier Jahre alt. Ich war bei meiner Patentante, meine Mutter war zu Hause. Sie ist ganz knapp mit dem Leben davon gekommen. Als die Erde bebte, versuchte sie, die Haustür zu öffnen, aber die ging nicht auf. Ein Regal fiel um und fast auf meine Mutter, aber sie konnte weglaufen. Nach dem Beben ließ sich die Tür öffnen und meine Mutter entkam aus dem Haus.“

Louise, Lehrerin

„Das Erdbeben hat alles verändert. Es war furchtbar und schwer zu ertragen. Nach dem Beben fanden sich alle auf der Straße wieder. Ich flüchtete mich auf den größten Platz der Hauptstadt Port-au-Prince, dem Marsfeld. Dann verbreitete sich das Gerücht, dass sich der Meeresspiegel erhöht habe und wir überflutet würden. Ich bin eine halbe Stunde lang nur gerannt, um dem Wasser zu entfliehen. Das Erdbeben hat mein Leben verändert. Jetzt muss ich darüber nachdenken, wie ich ein Haus so sicher bauen kann, dass ich nie wieder Opfer eines Erdbebens werde. 

Was ich mir für mich wünsche? Dass die Kinder, die mir anvertraut sind, in die nächste Klasse versetzt werden. Was ich mir für meine Familie wünsche? Ich bin Witwe, mein Sohn ist 24 Jahre alt und studiert. Angesichts der Krisen, die die öffentlichen Universitäten in Haiti erschüttern, möchte ich ihn aber gerne an eine private Uni schicken. Dafür benötige ich mindestens 100.000 haitianische Gourdes (ca 1.250 Euro) pro Jahr. Das ist einer der Gründe warum ich hoffe, dass die Lehrergehälter angehoben werden. Das Leben in Haiti ist in ökonomischer Hinsicht so furchtbar schwierig …“