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2016

Einkäufer Jan Neumann: Der Herr der Sterne


Sie gehören zur Adventszeit wie Kerzen, Lebkuchen und Glühwein: Weihnachtssterne. Im November und Dezember verkaufen REWE, PENNY und toom mehrere hundertausend Stück. Seit 2015 gibt es die Pflanzen mit den meist rot gefärbten Hochblättern mit dem Pro Planet-Label. Das ist auch ein Verdienst von Jan Neumann, Zentraleinkäufer Pflanzen der REWE Group. Damit die Kunden die Zertifizierung zu schätzen wissen, setzt der gelernte Zierpflanzengärter und studierte Gartenbauingenieur darauf, bei der Vermarktung der Weihnachtssterne „Geschichten“ zu erzählen.

„Würden Sie diese Pflanze kaufen?“ Jan Neumann streicht die sattgrünen Stengel einer Herbstchrysantheme auseinander, zupft die durchsichtige Verpackung ein wenig auseinander und hält die Blume dem Besucher hin. Kurzes Überlegen. Die Pflanze ist gut gewachsen, die kräftigen, noch geschlossenen Knospen versprechen schöne Blüten. Also: „Ja, warum nicht?“ Neumann schüttelt kurz den Kopf. „Im REWE- oder PENNY-Markt würde die keiner mitnehmen, bevor nicht zu erkennen ist, welche Farbe die Blüten haben. Pflanzen werden spontan gekauft – und dafür müssen sie gut aussehen und ein entsprechendes Blühstadium aufweisen. “

Rums. Erste Lektion Warenkunde Pflanzen im LEH. Neumann, 49, ist Zentraleinkäufer Pflanzen der REWE Group. Seit gut neun Jahren ist er im Unternehmen – nach Lehre zum Zierpflanzengärtner, Gartenbau-Studium an der Fachhochschule Geisenheim und ersten beruflichen Schritten bei einer regionalen Absatzgenossenschadft im Raum Stuttgart.

Eine Gärtner-Biografie wie aus dem Bilderbuch und nicht so häufig in einem Beruf, der mit großen Nachwuchssorgen kämpft. Woher das Interesse für Pflanzen rührt, weiß Neumann nicht. In der Familie gebe es niemand mit einem „grünen Daumen“, sagt er. Später fällt ihm ein, dass er als Schüler ein Praktikum im Botanischen Garten in Frankfurt gemacht hat: „Vielleicht war das der Anstoß.“

Jetzt eilt er mit strammen Schritten durch das Pflanzenlager von toom in Bottrop. Knapp 24 000 Qudratmeter Hallenfläche, dazu ein knapp ebenso großes Außengelände mit unmittelbarem Autobahnanschluss. Etwa 440 Mitarbeiter (davon 300 Aushilfskräfte) setzen hier in jedem Jahr mehr als 110 Millionen Pflanzen um: Topfpflanzen, Beet- und Balkonpflanzen, Stauden und Obstgehölze aus deutschem, niederländischem, dänischem, italienischem und spanischem Anbau. Per LKW geht die Ware an rund 350 Märkte von toom, B1 Discount Baumarkt, Klee Gartencenter sowie mehr als 5000 Standorte von REWE und PENNY.

"Pflanzen signalisieren im Markt Frische"

Am liebsten rot

Für Märkte wie REWE und PENNY, die vornehmlich Lebensmittel verkaufen, sind Pflanzen zwar ein Randsortiment. Aber mit Blick auf die Wahrnehmung der Märkte kommt ihnen eine wichtige Rolle zu: „Pflanzen signalisieren Frische“, betont Neumann. Deshalb sei es wichtig, dass die in den Märkten präsentierten Pflanzen in einem Top-Zustand seien. Das ist nicht immer einfach. Manches Grün ist empfindlich gegen Zugluft und Temperaturschwankungen oder benötigt besonders viel Licht. Und: Alle Pflanzen benötigen Pflege, und das heißt vor allem: das richtige Maß an Feuchtigkeit. „Hier die passende Balance zu finden ist schwierig. Als Zierpflanzengärtner durfte ich auch erst im zweiten Lehrjahr gießen“, meint Neumann. Weil das Wässern nicht immer leicht ist, haben die Mitarbeiter in den REWE-Märkten die Möglichkeit, per E-Learning-Programm die Kunst der Pflanzenpflege und -präsentation zu erlernen.

In den nächsten Wochen hält eine besonders empfindliche, aber bei den Kunden ungemein beliebte Pflanze Einzug in die Märkte: der Weihnachtsstern. Im November und Dezember verkaufen die Märkte mehrere hunderttausend Stück, die Hälfte davon bereits vor dem ersten Advent. Seit vergangenem Jahr bieten REWE, PENNY und toom Weihnachtssterne mit dem Pro Planet-Label an. Sie stammen von Fairtrade-Blumenfarmen aus Afrika. Der Weg bis zur Zertifizierung war weit, erinnert sich Neumann. Viele Marktteilnehmer hätten es für ausgeschlossen gehalten, dass die REWE Group dieses bei Schnittrosen schon länger übliche Gütesiegel auch für eine Topfpflanze durchsetzen könnte. Doch mit viel Geduld und Verhandlungsgeschick sei dies am Ende doch gelungen.

Ob die Kunden das zu schätzen wissen? „Ganz sicher. Aber es benötigt Zeit“, meint Neumann. Wichtig sei die Vermarktung, den Pflanzenkäufern müsse „eine Geschichte“ erzählt werden. Das machen REWE, PENNY und toom, indem sie den Weihnachtsstern in eine Tüte packen oder mit großen Informationsetiketten ausstatten, versehen mit dem Fairtrade- und Pro Planet-Logo sowie dem Hinweis „Fairer Weihnachtsstern aus Afrika in Deutschland gewachsen“. Mittels eines ebenfalls aufgedruckten Codes können Pflanzenkäufer über die Website von Fairtrade Deutschland mehr über diesen Weihnachtsstern erfahren.
Neumann hofft, dass der Weihnachtsstern zum Vorreiter für andere Topfpflanzen wird, ebenfalls das Pro Planet-Logo zu tragen. „Mit Geduld und Hartnäckigkeit könnte das gelingen.“   

Sie gehören zur Adventszeit wie Kerzen, Lebkuchen oder Glühwein und eigenen sich vortrefflich als Mitbringsel oder festliche Tischdekoration: Weihnachtssterne. Rund 40 Millionen Stück kaufen die Bundesbürger in jedem Jahr oder besser: in zwei Monaten. Denn die Pflanze mit den stark gefärbten Hochblättern ist nur im November und Dezember zu haben. Es gibt sie in verschiedenen Größen. Am meisten gefragt, zumindest in den Märkten von REWE, PENNY und toom, ist der Topf mit einem Durchmesser von zwölf Zentimetern. Doch ganz gleich ob groß oder klein – wenn es um die Farbe der Blätter geht, die die Blüte umschließen, haben Pflanzenliebhaber eine klare Präferenz: Acht von zehn Weihnachtssterne, die in Deutschland verkauft werden, haben rote Hochblätter.

Als tropische Pflanze mag es der Weihnachtsstern in der Wohnung gerne warm und hell. Direkte Sonneneinstrahlung verträgt er nur in Maßen, und auf kalte Zugluft reagiert er empfindlich. Vorsicht beim Wässern! Ein gelegentliches Tauchbad von vier, fünf Minuten Länge bekommt dem Weihnachtsstern sehr viel besser als regelmäßiges Gießen. Bei Staunässe wirft er seine Blätter ab.

Ritzt man an der Rinde oder bricht ein Blatt ab, tritt weißlicher, dicklicher Pflanzensaft aus. Dieser Milchsaft kann zu Hautreizungen führen.

Das macht die REWE Group

Weihnachtssterne, die in Deutschland verkauft werden, haben eine lange Reise hinter sich. Die Setzlinge stammen meist aus Afrika, werden nach Europa geflogen und dort etwa 16 Wochen lang in Jungpflanzenbetrieben und Gärtnereien groß gezogen, ehe sie in Handel gelangen.

Weihnachtssterne von REWE, PENNY und toom, die das Pro Planet-Label tragen, stammen ausschließlich von Fairtrade-Blumenfarmen. Als erste Baumarktkette in Deutschland hat Toom sogar sein komplettes Weihnachtsstern-Sortiment umgestellt und bietet seinen Kunden ab diesem Jahr ausschließlich Weihnachtssterne mit Fairtrade-Siegel an. „Mit dem Kauf der fair produzierten und gehandelten Pflanzen bringen unsere Kunden nicht nur vorweihnachtliche Atmosphäre in ihre Wohnräume, sondern stärken auch die Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Stecklingsfarmen in Ostafrika“, erklärt Hans-Joachim Kleinwächter, Geschäftsführer Category Management bei toom.

Die Zertifizierung verpflichtet die Produzenten, den Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln einzuschränken und keine hochgiftigen Pestizide zu verwenden. Sie müssen ihre Mitarbeiter fair bezahlen und ihnen soziale Grundrechte wie Gewerkschaftsfreiheit, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit garantieren. Die Jungpflanzenbetriebe der Pro Planet-Weihnachtssterne sind zudem verpflichtet, sich von dem niederländischen „Umweltprogramm Zierpflanzen“ (Milieu Programma Sierteelt) zertifizieren zu lassen. Das verlangt einen umweltgerechten Einsatz von Wasser, Energie, Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.

Zur Aufzucht von Weihnachtssternen in Europa wird meist Torf verwendet. Durch die Herstellung von Torf werden die Moore jedoch häufig nachhaltig geschädigt und mit ihnen wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Deshalb wird bei den mit dem Pro Planet-Label ausgezeichneten Weihnachtssternen ein Substrat verwendet, das etwa ein Drittel weniger Torf enthält.