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2015

Ohne Bienen keine Äpfel


Pro Planet-Apfelernte

Bestäubende Insekten sind für den Obst- und Gemüseanbau unentbehrlich – wie diese Schwebfliege

von Julia Klotz

Gala, Jonagold, Elstar oder Boskoop: Auf den Apfelplantagen von Alexander Krings bei Rheinbach findet jeder seine Lieblingssorte – undvielen Tieren ein Zuhause. Der REWE-Partner zeigt, dass man mit ökologischem Engagement auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Ein Besuch vor Ort.

„Das wird eine gute Ernte!“ Zufrieden begutachtet Obstbauer Alexander Krings die Bäume auf seiner Plantage in Rheinbach nahe Bonn. Soweit das Auge reicht, sind Baumreihen mit knackigen roten Äpfeln zu sehen. Einige Meter weiter pflücken drei Frauen und zwei Männer geschickt die reifen Früchte von den Bäumen. Mehr als 50 Erntehelfer sind seit Mitte August im Einsatz, denn es gibt viel zu tun: Auf einer Fläche von insgesamt 150 Hektar baut Alexander Krings elf verschiedene Apfelsorten an, und alle gedeihen prächtig. Unter anderem liefert der Obstbauer Äpfel für REWE mit dem Pro Planet-Label. „Das sähe ohne Bienen und Insekten wohl irgendwann anders aus“, sagt Krings.

Denn was viele Konsumenten nicht wissen: Bienen und andere bestäubende Insekten sind für den Obst- und Gemüseanbau unentbehrlich. Die Biene fliegt Blüten an, um Nektar zu sammeln. Dabei bleibt Blütenstaub an ihren feinen Haaren hängen. Mit diesen Pollen befruchtet sie die nächsten Blüten, die sie besucht. So sorgt die Biene für den Fortbestand und die Erträge fast aller Obstsorten. Viele Plantagen sind heute jedoch so angelegt, dass Blumen und Blütenpflanzen keinen Lebensraum mehr finden – und Insekten keine Nahrung mehr.

Dass es auch anders geht, sieht man auf den Apfelplantagen von Alexander Krings. Nur wenige Meter neben den scheinbar endlosen Reihen mit Apfelbäumen stehen breite Wiesenstreifen mit Mohn, Klee, Sonnenblumen und anderen Wildpflanzen und Gräsern der Region. Wenn man genau hinhört, kann man das Summen und Zirpen der Insekten hören, ein Schmetterling flattert von Blume zu Blume. „Für manche mag das wie zufällig gewachsen aussehen“, sagt Krings, „aber die Blühflächen haben wir hier extra angelegt – sie bieten den Insekten Schutz und Nahrung.“ Um für die Falken optimale Lebensbedingungen zu sichern, hat er zudem Bruthilfen an den Feldern angelegt. Denn diese Vögel halten die Wühlmäuse und Schädlinge auf der Plantage in Schach.

Bis vor wenigen Jahren gab es diese Maßnahmen noch nicht. Der Anstoß kam durch die REWE Group. Als sie 2009 das Pro Planet-Label entwickelte, um ihren Kunden Produkte aus nachhaltigerem Anbau anzubieten und mit dieser Idee an die Erzeuger herantrat, machte der Rheinbacher Apfelproduzent als Pilotunternehmen begeistert mit. „Wir haben uns zunächst angeschaut, wo die Hauptprobleme beim Apfelanbau liegen“, erklärt Dr. Josef Lüneburg-Wolthaus, bei der strategischen Qualitätssicherung der REWE Group zuständig für Nachhaltigkeit. „Wildwachsende Blumen und andere Blütenpflanzen, wie sie zum Beispiel auf Streuobstwiesen zu finden sind, fehlen im modernen Apfelanbau weitestgehend. Das hat dramatische Folgen für die Artenvielfalt – aber langfristig natürlich auch für den Erzeuger, da Qualität und Erntemenge unmittelbar von der Vielzahl der Bestäuber abhängen“, sagt Lüneburg-Wolthaus. Denn je stärker die Natur leidet, desto schwieriger wird es, an Ressourcen zu kommen. Streuobstwiesen wiederum liefern nicht genügend Ertrag, um insbesondere die Ballungsregionen mit Äpfeln zu versorgen. Ganze 17 Kilogramm davon isst jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr.

Daher hat die REWE Group Obstbauern aus der Bodensee-Region, dem Alten Land, dem Rheinland, dem Neckarraum, Rheinhessen, Brandenburg, Sachsen und Thüringen mit örtlichen Vertretern des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) zusammengebracht. „Unser Ziel ist es, konventionelle Landwirtschaft und Nachhaltigkeit gemeinsam zu entwickeln“, fasst Lüneburg-Wolthaus zusammen. Heute beteiligen sich mehrere hundert Apfelbauern deutschlandweit an dem Projekt. „Inzwischen kommen die Landwirte schon von selbst auf uns zu“, sagt Lüneburg-Wolthaus.

Auch Alexander Krings hat umgedacht. „Früher haben wir nur auf den Ertrag geschaut. Heute betreiben wir Obstanbau in der Region für die nächsten Jahrzehnte. Je mehr Landwirte dabei mitmachen, umso besser ist es", so das Fazit des jungen Unternehmers. In den nächsten Wochen will er neben seinen Anbauflächen Schilder aufstellen, auf denen die Sorten seiner Äpfel erläutert werden – und auch, warum wilde Wiesen neben den Plantagen wachsen.

Denn manch Radfahrer oder Spaziergänger würde die hübschen Blumen lieber in einer Vase sehen. Verbieten möchte er jedoch nichts, lieber informieren. „Ich dachte an ein Schild mit der Aufschrift ‚Hier wächst ihre Nahrung‘. Denn ohne die Bienen gibt es die irgendwann nicht mehr.“