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2016

Kultur-Sponsoring: „Keine große Bühne, sondern Ideen und Mut“


Wie sieht es hinter den Kulissen eines Theaters aus? Proben Schauspieler wirklich jeden Tag? Das und mehr haben 17 Kollegen der REWE Group bei einer exklusiven Führung durch das Kölner Theater im Bauturm erfahren.

 Wie sieht es eigentlich hinter der Bühne eines Theaters aus? 17 Kollegen der REWE Group wagen ein Blick hinter die Kulissen

Die junge Frau hat den Kopf in den Armen auf dem Tisch vergraben, ein Mann redet auf sie ein. „Der Himmel ist voller Sterne, die Nächte voller Frauen. Sublim schön ist die Welt – aber! Du bist die Schönste, die mir erschien“, sagt ihr Verehrer. Sie liegt inzwischen am Boden, hat sich auf den Rücken gedreht. „Lass mich dein sein!“ ruft sie. Der Mann beugt sich über sie… „Bis hierhin“, tönt eine Stimme aus der Dunkelheit. Das Paar steht auf, sie zieht den Rock über die Knie. Der Regisseur ist für heute zufrieden.

Was nach dramatischer Romanze klingt, sind in Wirklichkeit die Proben eines Lustspiels von 1911 – und passiert auf der Bühne: 17 Kollegen der REWE Group konnten bei einer exklusiven Führung durch das Kölner Theater im Bauturm hinter die Kulissen schauen und bei den Proben dabei sein. Spannend: Denn während draußen im gleichnamigen Café Menschen beim Feierabend-Bier zusammensitzen, herrscht hier volle Konzentration.

Nur noch knapp zwei Wochen sind es bis zur Premiere des Theaterstücks „Die Hose“ von Carl Sternheim, mit dem die neue Spielzeit am 10. September eröffnet wird. Knapp zwei Wochen, in denen jeder Satz, jede Geste, jeder Blick sitzen muss. Knapp zwei Wochen mit mindestens sieben Stunden Probe täglich – Textlernen ausgenommen. Dann werden die 140 Plätze des freien Theaters im Herzen von Köln mit erwartungsvollen Gästen besetzt sein. Die REWE Group-Kollegen jedenfalls sind bereits nach dem kurzen Einblick angetan. „Richtig professionell sieht das schon aus“, so die einstimmige Meinung.

 Volle Konzentration bei den Proben zu "Die Hose"
Theater in Bewegung

„Das Stück mag zwar mehr als hundert Jahre alt sein, doch die Konflikte, um die es geht, sind hochaktuell“, sagt Laurenz Leky, Chef im Theater im Bauturm. „Es erklärt, warum auch heute Menschen die Un-Informiertheit verteidigen und sich beispielsweise rechten Bewegungen anschließen, wie wir das gerade beunruhigend häufig erleben.“ Aktualität – Das ist Leky wichtig. Für ihn ist es eine doppelte Premiere: Gemeinsam mit Bernd Schlenkrich als Geschäftsführer und René Michaelsen als Hausdramaturg hat er zum 1. August die Führung des Theaters übernommen und damit den langjährigen Theaterchef Gerhardt Haag abgelöst.
Seitdem ist das Haus in Bewegung – und das nicht nur, weil das Trio pünktlich zum Dienstantritt von einem Wasserschaden in den Büros überrascht wurde. Die Leitungscombo hat sich viel vorgenommen.

 

Glokales Theater schaffen

Ein neues Logo, Facebook- und Twitter-Marketing sollen ein jüngeres Publikum ansprechen. Vor allem jedoch sollen die Inhalte noch mehr neue Besucher anlocken. „Glokales“ Theater lautet das Schlagwort für die Zukunft: Wo steckt das Lokale im Globalen, und umgekehrt? Wie in der für April 2017 geplanten Uraufführung „Der siebte Kontinent – Reise zur größten Mülldeponie der Erde“ unter der Regie von Jan-Christoph Gockel. Es geht um Plastik das, einst als unzerstörbar gepriesen, heute als gigantischer Abfallberg im Pazifik treibt. Außerdem sollen auf der Bauturmbühne künftig Kölner Geschichten behandelt werden, die über das Lokale hinausweisen. Dazu zählt die Uraufführung „Petermann!“ (März 2017), eine Geschichte um den gleichnamigen vermenschlichten Schimpansen, der 1985 aus seinem Käfig im Kölner Zoo ausbrach, den damaligen Zoodirektor angriff und erschossen wurde.

 Schlüpft für die REWE Group-Gäste in andere Rollen: Dramaturg Rene Michaelsen
Leitungscrew auf der Bühne

Leky selber wird im Stück den Affen spielen. Denn schauspielern – das können in der Bauturm-Führungsriege alle drei, wie sie den REWE Group-Kollegen eindrucksvoll unter Beweis stellen. Mit kabarettistischen Einlagen führen sie humorvoll durch das verwinkelte und verschachtelte Haus an der Aachener Straße. Betreibt das Trio etwa nebenbei noch einen Fischhandel und hat versehentlich einen Pottwal im Garten einer Kundin abgeladen? Geraten die Kollegen aufgrund künstlerischer Differenzen auch mal körperlich aneinander? Zumindest machen die drei Multitalente es einen für einige vergnügliche Augenblicke Glauben. Davon können sich Besucher ebenfalls regelmäßig überzeugen: Künftig wollen Leky und Michaelsen, die bereits zu Schulzeiten gemeinsam auf der Bühne standen, jeden Monat zu einer „Großen Revue des eingeschränkten Vergnügens“ einladen und „humoristisches Typentheater“ bieten. Auch Lesungen und Diskussionsrunden soll es künftig geben, sowie Kölner Bands und Liedermacher eingeladen werden

 

Kleines Theater, große Pläne

Große Pläne für ein kleines Theater. Denn Räume schaffen – Das ist im Theater im Bauturm Ziel und Herausforderung zugleich: Ziel, weil es der Anspruch des freien Theaters im Herzen von Köln ist, der Schauspielkunst einen Raum zu geben, jenseits des bisweilen starren Bildungsauftrags eines städtischen Theaters. Herausforderung, weil es in den Räumlichkeiten im Theater im Bauturm sehr beengt zugeht, und das ist noch milde ausgedrückt. Da müssen Schauspieler schon mal in einer winzigen Abstellkammer auf ihren Auftritt warten und Bürokollegen eng zusammenrücken. Für das Trio kein Hindernis: „Es braucht keine große Bühne und Kulissen, sondern Ideen und Mut, um gutes Theater zu machen“, fasst Michaelsen zusammen.

„Sponsoring ist Anerkennung unserer Arbeit“

So ist es in den vergangenen Jahren gelungen, das Theater durch manche finanziell schwierige Situation zu manövrieren. Einen Anteil daran haben auch Sponsoren und Partner wie die REWE Group. „Ich bin sehr froh über diese Partnerschaft“, sagt Geschäftsführer Bernd Schlenkrich. „Nicht nur, weil wir das Geld natürlich brauchen können, sondern auch, weil damit eine Anerkennung unserer Arbeit verbunden ist.“

Anerkennung gibt es auch von den Gewinnern der exklusiven Führung durch das Theater, die die REWE Group unter den Mitarbeitern verlost hat. „Unser Einblick war ganz anders als erwartet, eine gelungene Symbiose aus Fakten und Schauspieleinlagen. Das macht Lust auf mehr“, sagt Kristine Schindler. Und Robert Schmalisch ergänzt: „Kultur und Schauspiel sind ein ganz wichtiger Teil, der Köln ausmacht. Schön, mal so nah dran zu sein wie heute.“

Zum Schluss gibt’s noch einen Abschiedssong vom Leitungs-Trio – und dazu die Aussicht auf die spannende Saison eines kleinen Theaters, welches sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken braucht.