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2016

„Bei PENNY dürfen Helden kleine Macken haben“


Die inneren Werte zählen. Das findet auch PENNY und setzt nun ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung: Mit den Naturgut Bio-Helden nimmt der Discounter künftig deutschlandweit Obst und Gemüse in sein Eigenmarken-Sortiment auf, das äußerlich nicht makellos ist.

Jochen Baab, Geschäftsführer der REWE Group Buying und Mitglied der Geschäftsleitung PENNY National, und Patricia Brunn, Funktionsbereichsleiterin Ultrafrische 1, über Ausschussware, Genussmenschen und die Frage, wie man vor die Welle kommt.

Das Auge isst mit, heißt es. Vielen Verbrauchern ist wichtig, dass die Sachen, die sie im Einkaufswagen haben, optisch makellos sind. Jetzt gibt es bei PENNY im Bio-Sortiment auch krumme Möhren und Orangen mit Schalenfehlern. Ganz schön mutig.

Baab: Unkonventionell, würde ich sagen. So wie PENNY in vielen Dingen ist. Deshalb passt dieses Projekt auch perfekt zu uns. Es gibt niemanden im deutschen Lebensmittelhandel, weder im Discount noch im Vollsortiment, der dauerhaft Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern im Sortiment hat.

Brunn: Mit den Naturgut Bio-Helden, so nennen wir unser Obst und Gemüse mit Charakter, gehen wir als Händler in Vorleistung. Klar, das ist nicht ohne Risiko – wie immer, wenn man sich auf ein neues Feld begibt. Deshalb müssen wir den Verbrauchern sehr gut erklären, was dahintersteckt – nämlich, dass Kartoffeln oder Melonen mit kleinen optischen Mängeln nicht schlechter schmecken als ihre uniformen Geschwister.

Warum mischt PENNY nur dem Bio-Sortiment Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern bei?

Baab: Aufgrund des Verzichts auf chemisch-synthetischen Pflanzenschutz kommt es  in der ökologischen Landwirtschaft sehr viel häufiger zu größeren oder kleineren Kalibern als gewöhnlich  oder auch zu Schalenfehlern und Verformungen.

Was macht der Bio-Bauer üblicherweise mit dem Teil seiner Ernte, den er nicht im Einzelhandel verkaufen kann?

Brunn: Dieser "Ausschuss" ist für ihn ein Problem, ein Ertragskiller. Meist bleibt ihm nur die Möglichkeit, diese Ware für wenig Geld an die Industrie abzugeben, die daraus beispielsweise Säfte produziert. Mit den Naturgut Bio-Helden helfen wir den Bauern, den "Ausschuss" und den damit verbundenen finanziellen Verlust zu minimieren.

Baab: Aus den Gesprächen mit den Bio-Bauern ist auch die Idee entstanden, die Toleranzen für Obst und Gemüse zu verändern und somit für sie mehr Ware vermarktbar zu machen. Die Bio-Bauern haben sehnlichst auf ein solches Konzept gewartet. Sie wissen jetzt: Es gibt jemanden im Handel, der ihnen verlässlich Ernte mit kleinen Schönheitsfehlern abnimmt.

Wieso geht ausgerechnet PENNY als Discounter dieses Thema an?

Baab: Wie gesagt: Wir machen gerne Dinge, die man nicht unbedingt von uns erwartet. Auch auf anderen Feldern haben wir uns mit eher unkonventionellen Methoden nach vorne gearbeitet, etwa mit unseren Eigenmarken, wie Penny to go oder Penny heat & eat. Die Naturgut Bio-Helden sind wieder so ein Thema, mit dem wir, wie man so sagt, vor die Welle kommen. Da geben wir den Takt vor. Ich bin sicher, dass wir mit diesem Projekt neue Kunden in unsere Läden ziehen – qualitätsorientierte Kunden, Besucher von Wochenmärkten, Verbraucher, die sich für nachhaltige Lebensmittel interessieren.

Brunn:  Dazu kommt, dass wir uns bei PENNY schon lange intensiv mit dem Thema der Wertschätzung von Lebensmitteln beschäftigen. Insbesondere der Frage, wie es zu schaffen ist, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werden. Die Bio-Helden sind ein Teil dieses Konzepts, mit dem wir nun auch die Vorerzeugerstufe mit in die Verantwortung nehmen.

Warum haben Sie die Bio-Helden in die Eigenmarke Naturgut integriert?

Baab: Mit der Eigenmarke Naturgut überwinden wir tradierte Grenzen und Stereotypen: vegetarisch, vegan, regional und biologisch unter einem Markendach – das gibt es sonst nirgendwo. Das ist das ideale Umfeld für Bio-Helden. Und davon profitiert auch Naturgut. Ich bin überzeugt, dass wir mit den Bio-Helden die Marke Naturgut zusätzlich aufladen können und für neue Kunden interessant machen.

Von der ersten Idee bis zur Umsetzung – wie lange hat es gedauert, bis das Projekt Bio-Helden marktreif war?

Brunn:  Das war rekordverdächtig! Erste Gespräche haben wir im Oktober vergangenen Jahres geführt, und dann ging alles ruckzuck. Produzenten, Einkauf, Qualitätssicherung, Marketing, Eigenmarkenmanagement – alle haben an einem Strang gezogen. Manches muss sich in den nächsten Wochen natürlich erst einspielen. Zum Beispiel stehen wir in intensiven Austausch mit Kollegen, die die Qualität beim Wareneingang begutachten. Sie müssen sich daran gewöhnen, dass sich die optischen Toleranzen ändern.

Baab: Auf keinen Fall akzeptieren wir jedoch künftig schlechtere Qualitäten! An unseren Standards ändert sich nichts. Darauf kann sich der Kunde verlassen.

Warum heißen Obst und Gemüse mit Charakter Bio-Helden?

Brunn: Der Arbeitstitel lautete zunächst Biolinge. Dann sind wir sehr schnell auf Bio-Helden gekommen. Denn für uns bei PENNY dürfen Helden durchaus kleine Macken  haben.