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2017

Wie ist es eigentlich als duale Studentin bei der REWE Group, Michelle Claire?


Interview mit Michelle Claire Messerschmidt, duale Studentin Handelsmanagement der REWE Group-Konzernzentrale

Die 21-Jährige absolviert in der Kölner Konzernzentrale und an der EUFH Brühl ein duales Studium Handelsmanagement. Das heißt: drei Jahre im steten Wechsel intensiv arbeiten und lernen. Zum Lohn winken eine abgeschlossene Ausbildung und ein Bachelor. Bisher hat sie alle Hürden mit Bravour genommen. Die Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel schloss sie im vergangenen Jahr als IHK-Landesbeste mit einem Notenschnitt von 1,0 ab und auch im Studium sind ihre Leistungen top. Was liegt näher, als mit ihr übers Lernen zu sprechen?

Mancher lernt am liebsten allein und braucht dazu absolute Ruhe. Ein anderer benötigt den Austausch mit Lernpartnern und mag es, wenn im Hintergrund Musik dudelt. Was für ein Lerntyp bist du?
Ich muss Ruhe haben, sonst geht gar nichts! Wenn es um neue Themen geht, lerne ich am liebsten allein. Ich bin ein visueller Mensch, schreibe alles auf, muss alles sehen, auch in Form von Grafiken. Später setze ich mich gerne mit Kommilitonen zusammen. Dann fragen wir uns gegenseitig ab.

Wann ist die beste Tageszeit zum Lernen?
Nachmittags bis abends. Dann bin ich am produktivsten. In Klausurphasen sitze ich auch schon mal bis 24 Uhr am Schreibtisch - das geht auch. Bei der Arbeit im Büro geht mir dagegen früh morgens vieles leichter von der Hand.

Manchmal wird gesagt, Qualität komme von quälen…
Bei Fächern, die mich interessieren - das sind vor allem die typischen Handelsthemen - fällt mir das Lernen leicht. Aber es gibt auch Sachgebiete, bei denen ich mich ein bisschen quälen muss. Natürlich ist das auch eine Sache der Tagesform. Manchmal setze ich mich an den Schreibtisch und merke sehr schnell: Heute bist Du produktiv! Ein anderes Mal ist mir rasch klar, dass das heute nicht viel wird. Dann versuche ich trotzdem, ein, zwei Stunden dranzubleiben. Wenn es dann nicht besser wird, breche ich ab.

Hattest du schon in der Schule besonders gute Noten?
Meine Durchschnittsnote im Abitur war 1,5. Ich bin niemand, dem alles zufliegt. Ich habe immer viel lernen müssen. Aber ich habe früh gemerkt, dass Fleiß in den meisten Fällen mit guten Noten belohnt wird. Das hat mich geprägt. Ich bereite mich so gut wie möglich auf Prüfungen vor, denn ich muss das Gefühl haben, alles getan zu haben, was möglich war. Wenn es dann gut läuft – prima. Wenn nicht, muss ich mir keine Vorwürfe machen.

Warum ist eine Karriere im Handel für junge Leute, egal ab Schulabgänger oder Hochschulabsolvent, so selten eine Option?
Viele verbinden mit dem Handel nur den Markt, in dem sie einkaufen. Sie wissen gar nicht, was da alles mit verbunden ist, wie vielfältig und spannend diese Branche ist. Wenn ich in meinem Freundeskreis erzähle, dass ich ein duales Studium bei der REWE Group absolviere, denken die meisten, ich arbeite ausschließlich im Markt. So erscheint vielen eine Karriere bei einem großen Industrie- oder Konsumgüterkonzern attraktiver. Außerdem wird immer gesagt, dort werde besser bezahlt.

Du hast dich für ein duales Studium in der Konzernzentrale entschieden, wohl wissend, dass dies ein strammes Programm ist. Warum?
Ich wollte raus ins Berufsleben und nicht mit 300 Kommilitonen im Hörsaal sitzen und nur Theorie pauken. Da war das duale Studium genau richtig – Lernen in kleinen Gruppen an einer renommierten Hochschule, kombiniert mit einer Ausbildung. Und das mit der Perspektive, in drei Jahren eine Ausbildung und ein Studium abschließen zu können. Klar, das waren drei taffe Jahre. Aber es hat sich gelohnt.

Wie wird es weitergehen, wenn du im Herbst deinen Bachelor hast?
Ich möchte weiter studieren, den Master machen, gerne auch berufsbegleitend.

Das wird noch einmal eine anstrengende Zeit, oder?
Das ist mir klar. Aber ich bin jetzt fast drei Jahre bei der REWE Group und die Arbeit macht mir viel Spaß. Da würde es mir schwer fallen, für ein Vollzeitstudium ganz auszusteigen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
In der Praxisphase sind das 8,5 Stunden Arbeiten im Büro und dann ist Feierabend. Den Praxisbericht schreibe ich meist am Wochenende, abends fehlt mir dafür die Motivation. Anstrengender ist für mich die Theoriephase. Vor allem die ersten Semester an der Uni waren hart: Dreimal in der Woche von acht bis 19.00 Uhr in der Uni, danach zu Hause vorbereiten, nachbereiten, Projektarbeiten schreiben. Da blieb wenig Zeit für Hobbys und Freunde und Familie. Jetzt, zum Ende des Studiums, ist es etwas entspannter. Es gibt weniger Vorlesungen, die Ausbildung ist beendet, und die Zeit, die wir früher in der Berufsschule verbracht haben, können wir nun zum Lernen für die Uni nutzen.

Zu welchem Thema schreibst du deine Bachelorarbeit?
Das ist noch offen. Entscheidend sind ja nicht nur meine Interessen. Die Arbeit soll ja auch einen Mehrwert für die REWE Group haben. Deshalb versuche ich herauszufinden, wo es Bedarf gibt, wo ich mit einer wissenschaftlichen Arbeit helfen kann. Ich habe ja auch noch ein wenig Zeit. Schreibbeginn ist im Juli. Erst dann läuft die Uhr. Spätestens acht Wochen später muss ich die Arbeit abgeben.

Freunde und Bekannte mit Vollzeitstudium haben mehr Freizeit und machen in den Semesterferien möglicherweise ausgedehnte Reisen. Hast du Angst etwas zu verpassen?
Das war schon schwierig, vor allem am Anfang. Nach dem Abitur haben sich viele frühere Mitschüler auf Reisen gemacht und für mich ging es gleich weiter mit dem Lernen. Aber da muss man eben Prioritäten setzen. Ich bin für das duale Studium nach Köln gezogen, fahre aber am Wochenende auch häufig die 200 Kilometer nach Hause, um Familie und Freunde nicht zu vernachlässigen. Im Herbst bin ich mit dem dualen Studium durch, habe Geld verdient, eine Ausbildung abgeschlossen und einen Bachelor. Das ist doch toll!  

Was hilft, um zu entspannen?
Für mich ist das Sport! Vor allem Laufen und bei schlechtem Wetter im Fitnessstudio Trainieren. Wenn ich dann beim Laufen auch noch gute Musik hören, kann ich abschalten, gute Gedanken entwickeln. Zu wenig Sport schlägt bei mir gleich auf die Laune.

Die Ausbildung hast du als Landesbeste abgeschnitten. Wie groß ist da der Druck, auch beim Bachelor eine Top-Note zu schaffen?
Natürlich möchte ich gut abschneiden. Aber zusätzlichen Druck empfinde ich nicht. Ich mache so weiter wie bisher und lerne, bis ich das Gefühl habe: jetzt habe ich mein Bestmögliches getan, jetzt reicht’s. Wenn dann eine gute Note herausspringt – schön.

Was ist das Wichtigste, um ein duales Studium erfolgreich zu bewältigen?
Man muss es wirklich wollen! So ist das jedenfalls bei mir. Ich kann nur gut sein, wenn ich etwas wirklich will. Nur dann habe ich den nötigen Ehrgeiz und entwickle ausreichend Fleiß und Disziplin, um das durchzuziehen. Wichtig ist auch, für einen Ausgleich zu sorgen, etwa durch Sport und ausreichend Zeit mit Freunden und der Familie.

Wo bist du in fünf Jahren?
Zunächst sehe ich meine Zukunft in der REWE Group-Konzernzentrale in Köln. Ich fühle mich dort wohl, möchte Erfahrungen sammeln und dann entscheiden, wo es langfristig hingeht.

Vielen Dank für das nette Interview und weiterhin viel Erfolg beim Studium, Michelle Claire.