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8. März 2019

„Frauen verkaufen sich unter Wert“

Brigitte Brunner, Geschäftsführerin von PENNY Österreich

Frauen in Führungspositionen sollen bei der REWE Group eine Selbstverständlichkeit werden. Wir sprachen mit einer, die es schon geschafft hat: Brigitte Brunner ist Geschäftsführerin von PENNY Österreich.

Frau Brunner, heute ist der Internationale Tag der Frau. Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, was würden Sie sich für Frauen, die im Berufsalltag stehen, wünschen?
Erstens: das gleiche Gehalt. Zweitens würde ich mir bessere Betreuungsmöglichkeiten für Kinder wünschen. Dazu gehört auch die Akzeptanz in der Gesellschaft, dass diese Angebote genutzt werden, wie es in Skandinavien oder Frankreich der Fall ist. Drittens wird es Zeit, dass Frauen in Führungspositionen endlich eine „kritische Masse“ erreichen und nicht als „Einzelschicksale“ in der Männerwelt fortbestehen müssen.

Unabhängig von der Branche: Frauen spielen in Führungspositionen immer noch eine Nebenrolle. Was können sie tun, um das zu ändern? 
Frauen liefern enorme Leistungen ab, aber sie verkaufen sich häufig unter Wert. Selbst für Erfolge, von denen wir Frauen meinen, dass sie uns ganz selbstverständlich zugeschrieben werden müssten, gilt: immer kommunizieren. Die Kollegen sollen wissen, wer die Mutter des Erfolges ist.

Damit geht auch einher, dass Frauen sich mehr zutrauen sollten. Während Männer sich ohne mit der Wimper zu zucken auf Stellen bewerben, bei denen sie vier von zehn Kriterien erfüllen, zweifeln Frauen, wenn ihnen zwei der geforderten Fähigkeiten fehlen.

Und nicht zuletzt: Frauen brauchen Netzwerke und Mentoren, um von Anderen zu lernen. Sie müssen Kontakte knüpfen und sichtbarer werden, um so auch für neue Jobs empfohlen zu werden.

Sie sind Geschäftsführerin von PENNY Österreich. Was hat Ihnen persönlich geholfen, in diese Top-Position zu kommen?
Es ist wohl eine Mischung aus den richtigen Rahmenbedingungen und persönlichen Eigenschaften. Ich habe eine gute Ausbildung gut abgeschlossen. Das hat mich selbstbewusst gemacht. Mir hat mein jeweiliger Job immer wahnsinnig viel Spaß gemacht, entsprechend enthusiastisch habe ich ihn ausgefüllt. Außerdem: meine Beharrlichkeit. Ich habe mich von Rückschlägen nie aus der Bahn werfen lassen. Mein Motto war immer: „Hinfallen, aufstehen, Krönchen zurechtrücken, weitermachen!“ Das gehört zum Leben dazu.

Auch die Rahmenbedingungen stimmen. Ich hatte immer großen Rückhalt in und von meiner Familie. Ich habe Eltern, die nicht der Meinung sind, dass man mit Kindern nicht so viel arbeiten darf. Mein Mann zieht unser Kind groß und hat keine Probleme, sich als bunter Hund in „Mom’s Coffee Morning“ in die Schule zu setzen. Nicht zuletzt habe ich Chefs, die keine Präsenzkultur brauchen, um meine Leistung zu sehen.

Wie unterstützt die REWE Group in Deutschland und Österreich motivierte Frauen, die sich für Führungspositionen empfehlen
Mentorenprogramme wie „Women’s Drive“ helfen motivierten, leistungsstarken Frauen, sich zu vernetzen und von erfahrenen Führungskräften zu lernen. Das ist eine große Unterstützung, ebenso wie alle Projekte rund um „Familie und Beruf“, die es Eltern ermöglichen beides besser zu vereinbaren.

In Österreich sind wir schon mehrere Frauen in Vorstands- und Geschäftsführungspositionen und ich denke, dass wir inzwischen ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung von Frauen haben.

Warum ist es überhaupt wichtig, auch in Führungspositionen gemischte Teams zu haben?
Wie sagt man so schön in Köln: „Jeder Jeck ist anders“. Es macht Sinn, dass sich diese Unterschiede auch im Management von Unternehmen widerspiegeln.

Außerdem gibt es genügend Studien, die zeigen, dass gemischte Teams bessere Ergebnisse erzielen.

Frauen bringen zudem Antworten auf die Anforderungen in der „VUCA“*-Welt mit. Hier verlangt erfolgreiches Management Empathie und vernetztes Denken statt Machtgehabe und Denken in Schwarz-Weiß-Kategorien.

(*Die Abkürzung VUCA steht für die englischen Begriffe volatility, uncertainty, complexity und ambiguity. Mit Unbeständigkeit, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit sollen die schwierigen Rahmenbedingungen der Unternehmensführung umschrieben werden.)

Frau Brunner, wir bedanken uns für das Gespräch.

Zur Person:

Brigitte Brunner wuchs in München auf und studierte nach dem Abitur Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Der Einstieg ins Berufsleben führte sie in den Norden zu Unilever nach Hamburg. Es folgten weitere Stationen im Marketing und Vertrieb von Mars und Bahlsen. In 2012 wechselte sie als Geschäftsführerin Vertrieb zu Müller Drogeriemarkt und war dort zuständig für 650 Filialen in fünf europäischen Ländern. Ende 2014 folgte der Wechsel zur REWE in Österreich in die Geschäftsführung von PENNY. Hier verantwortet sie die Ressorts Einkauf, Marketing, Warenwirtschaft und Projektmanagement.

Sie ist verheiratet, hat drei erwachsene Töchter. Auch in der Freizeit dreht sich bei ihr vieles um Lebensmittel: Lebensmittel Einkaufen und Kochen gehören neben Sudokus zu ihren Hobbies.