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24. Oktober 2017

„Das Geschäft mit Obst und Gemüse wird zum Wettbewerb der Lieferketten“


Im Interview erläutert Eugenio Guidoccio, Geschäftsleiter Ultrafrische REWE Group Buying, warum der Wettbewerb bei Obst und Gemüse immer mehr zu einem Wettbewerb der Lieferketten wird und wie es gelingt, die Märkte auch bei schwachen Ernten in ausreichendem Umfang mit hochwertiger Ware zu versorgen

Herr Guidoccio, Frost, Trockenheit, Hagel: Aufgrund der Wetterextreme fällt die Obsternte in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern diesmal erheblich kleiner aus als in den vergangenen Jahren. Ein knappes Angebot bedeutet üblicherweise höhere Preise. Wie viel tiefer müssen die Verbraucher für Äpfel oder Beeren ins Portemonnaie greifen?
Eugenio Guidoccio:
 Die Situation ist extrem. Bei Kernobst erreicht die Ernte in diesem Jahr voraussichtlich nur etwa 60 Prozent des üblichen Niveaus. Viele Apfelanbauer haben aufgrund der Fröste im April gar Totalausfälle zu beklagen. Das bleibt üblicherweise nicht ohne Folgen für die Verbraucherpreise. Dennoch war Kernobst im August nur 1,1 Prozent teurer als im selben Monat des Vorjahres. Im weiteren Saisonverlauf ist jedoch mit deutlichen Preisaufschlägen zu rechnen. Insgesamt konnten die Verbraucher beim Obsteinkauf gegenüber August 2016 sogar 2,1 Prozent sparen, weil sich vor allem Citrusfrüchte und Bananen deutlich verbilligten.

Auch der Einkauf von Gemüse ist deutlich preiswerter geworden.
Eugenio Guidoccio: Ja, das feucht-warme Klima im Sommer hat der Gemüseernte gut getan. Hier gilt: Ein großes Angebot drückt auf Preise. Kartoffeln beispielsweise waren im August 11,5 Prozent günstiger als im Sommer 2016.

Eugenio Guidoccio, Geschäftsleiter Ultrafrische REWE Group Buying

In der Summe spüren die Verbraucher die Preiskapriolen bei Obst und Gemüse somit gar nicht?
Eugenio Guidoccio: 
Nein, die Verteuerung von Kernobst wird im Gesamtwarenkorb durch den Preissturz bei Gemüse mehr als ausgeglichen. Im weiteren Jahresverlauf rechne ich in der Summe mit einem Minus von etwa fünf Prozent.

Sprechen wir über Äpfel. Wie haben Sie es geschafft, die Märkte von REWE und PENNY trotz des knappen Angebots in ausreichendem Umfang mit Ware zu versorgen?
Eugenio Guidoccio:
 Nach den schweren Frösten im April, die insbesondere zu Ausfällen in den Anbaugebieten in der Bodensee-Region führten, haben wir uns frühzeitig nach anderen Bezugsquellen umgesehen. In Südtirol beispielsweise. Oder in Frankreich. Dort verfügen wir über enge Lieferbeziehungen, die wir 2017 intensiver genutzt haben als in normalen Erntejahren. Auch aus Polen haben wir verstärkt Mengen bezogen, obwohl die Apfelproduktion dort auch erheblich unter dem schlechten Wetter gelitten hat.

REWE und PENNY unterstützen deutsche Obstbauern, deren Ernte durch die Wetterkapriolen Schaden genommen hat. Beide Vertriebslinien verkaufen in diesen Wochen "Frost-Äpfelchen". Deren Schale ist auf der Unterseite nicht ganz so glatt wie gewohnt - eine Folge der niedrigen Temperaturen während der Blütezeit der Bäume.

Die Äpfel haben einen vollen Geschmack und eine schöne Ausfärbung - nur die Schale ist nicht ganz perfekt. Das gilt auch für die Tafeläpfel "mit Hagelschäden", die REWE und PENNY in Kürze anbieten.