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18. September 2015

„Digitalisierung zu einem Erfolg machen“


Alain Caparros bei der Konferenz des Bundeswirtschafts­­ministeriums

(v.l.) Sigmar Gabriel, Alain Caparros, Martin Schulz

Der digitale Wandel läuft auf Hochtouren. Doch welche Bedeutung hat die digitale Transformation für den Einzelhandel? Zu dieser Frage sprach Alain Caparros, Vorstandsvorsitzender der REWE Group, im September bei einer High-Level-Konferenz des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin.

Auf Einladung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der die Veranstaltung eröffnete, waren die CEOs zahlreicher deutscher Top-Unternehmen nach Berlin gereist, darunter Paul-Bernhard Kallen, CEO Hubert Burda Media, Audi-Chef Rupert Stadler oder Edgar Berger, Chairman & CEO International Sony Music Entertainment. Thema der Konferenz: Welche Chancen und Herausforderungen bringt der digitale Wandel für Kreativwirtschaft, Handel und Mobilität mit sich? Auch Philipp Kreibohm, Gründer und Vorstand des Online-Möbelhändlers Home24, an dem die REWE Group beteiligt ist, sprach über den Boom beim Online-Handel.

„Erfolgreiche Händler müssen in Zukunft eine doppelte Infrastruktur – stationär und online – beherrschen“, betonte Caparros in seiner Rede. „Wir müssen diese beiden Vertriebskanäle in intelligenter Weise zu einem echten Omni-Channel-Angebot verknüpfen“, sagte Caparros.

„Wir brauchen den flächendeckenden Ausbau der Breitbandnetze“

Um die digitale Zukunft des Handels gestalten zu können, müsse jedoch die technologische Infrastruktur vorhanden sein, stellte Caparros klar. Die Politik, die bei dem Spitzen-Kongress neben Sigmar Gabriel unter anderem mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) und NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) vertreten war, müsse dafür die Rahmenbedingungen schaffen. „Wir brauchen den flächendeckenden Ausbau der Breitbandnetze. Keine Frage!“, sagte Caparros. „Und wir brauchen einfache Zugangsmöglichkeiten zu diesen Netzen. Eine komplexe Architektur der sogenannten Störerhaftung kann uns allen nicht weiterhelfen.“

„Ungerechte Besteuerung schwächt Standort Deutschland“

Mit Blick auf eine gerechte Besteuerung im Wettbewerb der Online-Händler forderte Caparros eine „europäische Anwort“, um einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen. „Wenn internationale Online-Händler – oder auch Konglomerate wie Apple und Google – in Deutschland zwar ein prächtiges Geschäft machen, aber keine Gewinn- und Gewerbesteuern zahlen, dann ist das nicht nur eine Wettbewerbsverzerrung, sondern es schwächt vor allem den Standort Deutschland und seine Innovationskraft“, mahnte Caparros.

Nicht zuletzt ginge es auch um sie Sicherung der Arbeitsplätze der drei Millionen Beschäftigten im Handel. Wenn die richtigen Voraussetzungen geschaffen seien, „werden unsere 340.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die weitere Digitalisierung unserer Branche zu einem Erfolg machen“, so Caparros’ Fazit.