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4. Mai 2017

Naturgut Bio-Helden feiern ersten Geburtstag: Kunden greifen verstärkt zu


Remmel: „Vernichtung von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln ist nicht akzeptabel“

Heldenhaft. Ein Jahr nach der Einführung erfreuen sich die Naturgut Bio-Helden großer Beliebtheit bei den PENNY-Kunden. Die verkauften Mengen stiegen um beinahe 7,5 Prozent. Wegen der starken Nachfrage hat PENNY die Anzahl der Bio-Helden bereits von 13 Artikeln auf aktuell 21 erhöht (inklusive regionaler und saisonaler Artikel). Absolute Lieblinge der Kunden sind Bio-Paprika (+54%)gefolgt von Bio-Gurken (+52%), Bio-Kiwi (+33%) und schließlich Bio-Rispentomaten (+25%). Doch auch die Erzeuger profitieren deutlich von dem Konzept, nach dem auch Bio-Obst und -Gemüse mit Schönheitsfehlern vermarktet wird. Davon überzeugte sich heute (04.05.) Johannes Remmel, NRW Verbraucherschutz- und Landwirtschaftsminister, im Rahmen eines Besuchs auf dem Naturhof Wolfsberg in Alfter-Impekoven bei Bonn.

„Die Vermarktung von Bio-Obst und -Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern war längst überfällig. Die Vernichtung von Lebensmitteln ist nicht mehr akzeptabel – und das nicht allein aus ethischen Gründen. Die Erzeugerinnen und Erzeuger bekommen nun die Chance, angemessene Preise für  qualitativ hochwertige Lebensmittel zu bekommen. Das stärkt auch die heimische Landwirtschaft. Ich hoffe deshalb, dass das Modell von PENNY Verbreitung findet und ein Zeichen setzt für die Wertschätzung von Lebensmitteln. Ich hoffe, dass es weitere Initiativen gibt“, so Minister Remmel.

Dr. Andreas Mager, Chef des Naturhofs Wolfsberg, ergänzt: „Wir bauen hier nach Naturland-Kriterien auf 30 Hektar Kernobst an. Das bedeutet für uns ein Leben mit der Natur. Wir lernen dabei täglich hinzu und stehen erst am Anfang unseres Wissens über die vielfältigen Zusammenhänge, die unseren Obstanbau beeinflussen. Wegen der Abhängigkeit von Natur und Wetter und wegen des Verzichts auf den chemisch-synthetischen Pflanzenschutz und leicht lösliche Düngemittel können wir die äußerlich makellose Frucht nicht produzieren. Dank des Konzepts der Bio-Helden können wir nun auch Kernobst mit Schönheitsfehlern zu einem angemessenen Preis vermarkten. Zugleich sinkt der Sortieraufwand deutlich. Ich schätze, dass wir im Vergleich zu den Vorjahren 20 Prozent mehr vermarkten und entsprechend mehr Umsatz machen. Das ist für uns auch zwingend erforderlich, weil wir nur so in der Lage sind, die sehr arbeitsreichen Tätigkeiten in der Produktion aber besonders auch unsere Naturprojekte zu finanzieren. Im Moment investieren wir stark in die Biodiversität unseres Betriebes. Wir legen Gehölz- und Blühstreifen an, bauen Nistkästen, Wildbienenhotels und engagieren uns ehrenamtlich in der obstbaubezogenen Umwelterziehung von Kindergarten- und Grundschulkindern.“

„Wir sind mit der Entwicklung der Naturgut Bio-Helden sehr zufrieden. Ich finde es klasse, dass uns unsere Kunden so deutlich unterstützten. Denn natürlich ist es immer auch ein Wagnis, etwas völlig anders zu machen. PENNY zeigt damit, dass wir nicht nur über die Nachhaltigkeit von Lebensmitteln sprechen, sondern tatsächlich aktiv werden. Meine Kollegen aus dem Einkauf sagen mir immer wieder, dass viele Erzeuger – so wie hier in Impekoven – davon berichten, dass das Konzept der Bio-Helden auch dort gut ankommt. Wir sind also auf dem richtigen Weg, die Wertschätzung von und für Lebensmittel zu erhöhen. PENNY positioniert sich als guter Nachbar. Mit den Bio-Helden zeigen wir, dass wir uns für unsere Nachbarn engagieren“, so Stefan Magel, COO PENNY.

So verwundert es nicht, dass die Bio-Helden auch positiv im jüngsten WWF-Bericht erwähnt werden: „Darüber hinaus sollte der Handel mehr Verantwortung für die ihm vorausgehende Lieferkette übernehmen und sich gemeinsam mit den Akteuren entlang der Lieferkette der Aufgabe stellen, an steigender Wertschätzung und Wertschöpfung von Lebensmitteln mitzuwirken. Mit gutem Beispiel gehen die „Bio-Helden“ von Penny voran. Für ausgewählte Produkte wurden die Qualitätsanforderungen gelockert und mehr Ware schaffte es in die Vermarktung. Das Programm ist erfolgreich und sollte Nachahmer finden“, lautet eine Schlussfolgerung des soeben veröffentlichten WWF-Berichts „Kleine Makel – Große Folgen“. Autor Frank Brendel beleuchtet darin die Lebensmittelverluste entlang der Lieferkette am Beispiel der Kartoffel.

Seit April 2016 vermarktet PENNY unter der Marke Naturgut Bio-Helden deutschlandweit Obst und Gemüse, das äußerlich nicht immer makellos ist. Die kleinen Schönheitsfehler beeinträchtigen aber weder die Haltbarkeit noch den Geschmack – die Naturgut Bio-Helden haben auch weiterhin höchste Bio-Qualität.

Übersicht der Naturgut Bio-Helden (Stand Mai 2017):

  • Bio-Rispentomaten
  • Bio-Paprika
  • Bio-Kartoffeln
  • Bio-Karotten
  • Bio-Gurken
  • Bio-Zwiebeln
  • Bio-Äpfel
  • Bio-Bananen

 

Regional und / oder saisonal verfügbar:

  • Bio-Cherry Tomaten
  • Bio-Zucchini
  • Bio-Champignons
  • Bio-Baby-Kartoffeln
  • Bio-Spargel
  • Bio-Avocado
  • Bio-Mini Wassermelone
  • Bio-Kiwi
  • Bio-Orangen
  • Bio-Zitronen
  • Bio-Trauben
  • Bio-Limetten
  • Bio-Papaya

Diese Makel können die Naturgut Bio-Helden aufweisen:

Kartoffeln, Gurken, Paprika:

Nicht immer sind Kartoffeln perfekt oval. Manchmal ist im Erdreich ein kleiner Stein oder Ast im Weg, die Kartoffel sucht sich ihren Weg und wächst um das Hindernis herum. Manchmal ist eine verformte Kartoffel auch einfach eine Laune der Natur. Auch bei der Größe gibt es Unterschiede, manche Kartoffeln sind besonders klein, andere besonders groß. Auch Bio-Gurken sind manchmal etwas kleiner oder krummer, aber doch genauso lecker wie ihre großen, gerade gewachsenen Artgenossen.

Zu Größenunterschieden kann es ebenfalls bei Paprika kommen. Oft weisen gelbe und rote Paprika auch noch einen geringen Grünanteil auf. Dies liegt daran, dass sie erst grün sind und mit voranschreitender Reife gelb bzw. rot werden. Insbesondere gelbe Paprika werden schnell überreif, dürfen daher nicht zu spät geerntet werden und können in diesem Stadium noch nicht komplett umgefärbt sein. Die Nachfärbung erfolgt innerhalb weniger Tage.

Karotten:

Auch Karotten wachsen nicht immer ganz gerade. Manchmal entwickelt sich ein kleiner Nebentrieb oder zwei Samenkörner liegen zu dicht aneinander, sodass die beiden Karotten umeinander herum wachsen und  im Waschprozess wieder getrennt werden. Vielleicht lässt sich die Karotte an dieser Stelle nicht so gut schälen, aber wer die Karotte gründlich wäscht, kann die Schale an dieser Stelle belassen und wird keinen Unterschied schmecken. Im Laufe des Wachstums können längs der Karotte kleine, oberflächliche Risse entstehen, die austrocknen. Manche Karotten brechen auch bei der Ernte oder Verarbeitung. In beiden Fällen sind Geschmack und Haltbarkeit nicht beeinträchtigt.

Rispentomaten:

Es ist nicht immer möglich, dass in einer Packung genau eine Rispe mit gleich großen Tomaten zu finden ist. Manchmal werden Sie auch mehrere kleinere Tomatenrispen in einer Verpackung finden, auch kann es vorkommen, dass die Anzahl der Tomaten aufgrund verschiedener Größen variiert. Bei Tomaten kommt es außerdem manchmal im Laufe des Wachstums zu einem sogenannten "Reißverschluss", einem kleinen, vernarbtem Riss. Dieser hat keinen Einfluss auf Qualität, Haltbarkeit oder Geschmack – gleiches gilt für gelben Blütenstaub auf manchen Tomaten.

Zwiebeln:

Die Zwiebelschale kann Wasserflecken aufweisen oder – gerade nach der frühen Ernte – zum Teil fehlen. In beiden Fällen ist die Frische nicht beeinträchtigt. Gerade bei Zwiebeln gibt es oft besonders große oder kleine Exemplare. Die Klassenverordnung gibt aber einen „maximalen Größenunterschied im Packstück“ vor. Bei Zwiebeln mit einem Durchmesser von 40-70mm sind das beispielsweise 20mm. Dieser maximale Größenunterschied ist gerade bei Bio-Zwiebeln nicht immer einzuhalten, sodass wir bei den Bio-Zwiebeln die Klasse heruntergenommen haben, um den Erzeugern die Toleranz zu geben, die sie brauchen.

Zitronen:

Bei der Ernte im Sommer und Herbst haben Zitronen oft schon ihren optimalen Reifegrad erreicht, obwohl sie noch nicht wie gewohnt satt gelb sind. Saftgehalt, Aroma und Haltbarkeit sind zu diesem Zeitpunkt am besten. Darum bieten wir, je nach Jahreszeit, auch voll am Baum ausgereifte Bio Zitronen mit grünlicher Farbe an. Manchmal sind drei große Zitronen in einem Netz, manchmal sechs kleine – oder kleinere und größere Früchte teilen sich ein Netz, was geschmacklich keinen Unterschied macht. Leichte Schalenfehler sind absolut natürlich, gerade Zitronen der Sommersorte „Verna“ unterscheiden sich auch oft in ihrer Form.

Orangen, Wassermelonen:

Auch bei Orangen kann es während der Fruchtbildung oder durch leichte Beschädigungen im Ernteverlauf zu leichten Schalenfehlern kommen. Manchmal führt das Aufplatzen der in der Schale enthaltenen, ölhaltigen Zellen zu kleinen, grünen Verfärbungen.

Bei Wassermelonen ist Ihnen vielleicht auch im konventionellen Sortiment schon einmal ein gelblicher Fleck aufgefallen. Dieser ist die Auflagefläche der Frucht, hier wird kein grüner Pflanzenfarbstoff gebildet. Das ist ganz natürlich und ebenso wenig ein Qualitätsfehler wie sonstige, kleine Schalenfehler.

Zucchini:

Bei Bio-Zucchini kann es  zu Verformungen an der Frucht und kleineren Kaliber kommen. Dies hat - genauso wie kleinere Schalenfehler - keinen Einfluss auf die Qualität.

Champignons:

Unsere Bio-Helden Champignons können auch mal etwas unförmiger sein oder eine schuppige Außenhaut haben - sie schmecken aber genauso lecker wie ihre makellosen Artgenossen.

Avocado:

Sehr häufig im Ökolandbau bei Bio-Avocados sind kleine Früchte und Formfehler. Auch Schalenfehler können auftreten. All das beeinträchtigt aber das Fruchtfleisch nicht und hat keinen Einfluss auf die Qualität.

Baby-Kartoffeln:

Oft müssen kleine Kartoffeln in die industrielle Verarbeitung gegeben werden, weil sie nicht der Norm entsprechen – nicht so bei den Bio-Helden.

 

PENNY erzielte 2016 allein in Deutschland mit 2.150 Filialen und 27.000 Mitarbeitern einen Umsatz von über sieben Milliarden Euro.