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27. Oktober 2015

Verzicht auf Schnabelkürzen: REWE Group fordert Aufnahme in KAT-Zertifizierung


Freiwillige Vereinbarung der Geflügelwirtschaft begrüßenswert - aber nicht ausreichend

Anfang Juli unterzeichnete das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Vereinbarung mit den Branchenverbänden der Geflügelwirtschaft, ab dem 1. Januar 2017 in Deutschland auf die Einstallung von schnabelgekürzten Junghennen zu verzichten. Die REWE Group begrüßt und unterstützt die freiwillige Vereinbarung, in der ambitionierte Ziele und Maßnahmen definiert sind, fordert jedoch weitergehende Schritte:  Die Aufnahme des Verzichts in die Leitlinien des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) ist unabdingbar, da der Geltungsbereich der vorliegenden Vereinbarung sich derzeit nur auf die deutschen Brütereien und Legehennenbetriebe bezieht. Aufgrund des hohen Importbedarfs an Schaleneiern für Deutschland ist es aber erforderlich, dass auch die aus dem Ausland stammenden Eier von Legehennen mit unversehrten Schnäbeln sein müssen. Andernfalls droht die Gefahr, dass die Vereinbarung unterlaufen wird und es zu Wettbewerbsverzerrungen kommen kann.

Ferner bleibt bisher die Frage unbeantwortet, auf welche Art und Weise die Einhaltung sowie die Erfolgskontrolle des vorgestellten Strategieprozesses erfolgen soll. Nur durch Änderung des KAT-Leitfadens kann sichergestellt werden, dass in der konventionellen Haltung im KAT-Geltungsbereich eine kontrollierte und breite Umstellung auf Legehennen mit ungekürzten Schnäbeln erfolgt.

Die REWE Group sammelt im Rahmen ihres PRO PLANET-Eierprojekts bereits seit längerer Zeit Erfahrungen mit Legehennen, bei denen auf das Kürzen der Schnäbel verzichtet wurde. „Unsere Pilotprojekte zeigen, dass mit dem Ausstieg aus dem Schnabelkürzen verbindliche begleitende Maßnahmen sowohl in den Haltungs- als auch in den Managementsystemen umgesetzt werden müssen. Hierzu gehört auch eine verbindliche Regelung, wie im Falle des Auftretens von Verhaltensanomalien eine temporär differenzierte Lichtsteuerung zu erfolgen hat“, sagt Dr. Klaus Mayer, Leiter Qualitätsmanagement der REWE Group. „Um sowohl einen ganzheitlichen Ansatz, als auch die notwendigen Kontrollen des Ausstiegs aus dem Schnabelkürzen zu bewerkstelligen, ist es aus unserer Sicht deshalb unverzichtbar, dass das Kriterium eines ungekürzten Schnabels in die KAT-Anforderungen verankert wird“, appelliert Mayer.

Dieser Schritt wird dazu beigetragen, dass die von dem Bundeslandwirtschaftsministerium und den Geflügelverbänden verabschiedete Vereinbarung eine zeitnahe Umsetzung und Kontrolle  erfährt.

Die genossenschaftliche REWE Group ist einer der führenden Handels- und Touristikkonzerne in Deutschland und Europa. Im Jahr 2014 erzielte das Unternehmen einen Gesamtaußenumsatz von über 51 Milliarden Euro. Die 1927 gegründete REWE Group ist mit ihren 330.000 Beschäftigten und 15.000 Märkten in 12 europäischen Ländern präsent. In Deutschland erwirtschafteten im Jahr 2014 rund 228.000 Mitarbeiter in rund 10.000 Märkten einen Umsatz von 37 Milliarden Euro.

Zu den Vertriebslinien zählen Super- und Verbrauchermärkte der Marken REWE, REWE CENTER, REWE CITY und BILLA, der Discounter PENNY sowie die Baumärkte von toom Baumarkt und B1 Discount Baumarkt. Hinzu kommen die Bio-Supermärkte (TEMMA), innovative Convenience-Märkte (REWE To Go), das Gastrokonzept „Oh Angie!“ und E-Commerce-Aktivitäten REWE Lieferservice sowie Zooroyal und Weinfreunde. Zur Touristik gehören unter dem Dach der DER Touristik die Veranstalter ITS, Jahn Reisen und Travelix sowie Dertour, Meier's Weltreisen und ADAC Reisen sowie die Geschäftsreisesparte FCm Travel Solutions und über 2.100 Reisebüros (u.a. DER Reisebüro, DERPART), die Hotelketten lti hotels, Club Calimera und PrimaSol Hotels und der Direktveranstalter clevertours.com.