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Kükentöten stoppen: Fragen und Antworten


respeggt und SELEGGT: Hier beantworten wir Fragen rund um das Thema "Kükentöten stoppen"

1. Warum werden überhaupt Küken getötet?

Es gibt heute nahezu ausschließlich sehr spezialisierte und hochleistende Geflügelrassen. Dies sind auf der einen Seite spezialisierte Mastgeflügelrassen, die sich durch ein schnelles Wachstum und einen hohen Brustfleischanteil auszeichnen. Bei diesen Mastgeflügelrassen werden sowohl männliche als auch weibliche Küken bis zur Schlachtreife aufgezogen.

Auf der anderen Seite gibt es Legehennenrassen, die ca. 300 Eier pro Jahr legen, aber nur sehr verhalten wachsen. Aus diesen Gründen sind die männlichen Tiere (Brüder) der Legehennenrassen weder zur Eierproduktion noch zu einer wirtschaftlich vertretbaren Fleischer-zeugung geeignet und werden mehrheitlich unmittelbar nach dem Schlüpfen getötet.

 

2. Wie viele Tiere werden in Deutschland pro Jahr getötet und was geschieht mit ihnen?

Statistiken zeigen, dass pro Jahr allein in Deutschland etwa 45 Millionen männliche Eintagsküken von Legehennenrassen getötet werden. Teilweise werden diese dann in Zoos z. B. als Futter für Reptilien verwendet.

 

3. Die REWE Group hat mit ihren Bruderhahninitiativen („SPITZ & BUBE“ bei REWE sowie „HERZBUBE“ bei PENNY) bereits einen alternativen Weg eingeschlagen und lässt aktuell bereits Bruderhähne mästen. Wäre es nicht sinnvoll, diesen bereits begonnenen Weg auszuweiten?

Da die Mast der Bruderhähne aufgrund ihres sehr langsamen Wachstums wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt, diese Tiere eine sehr viel schlechtere Futterverwertung haben und auch nicht in ausreichendem Maß das vom Konsumenten bevorzugte Brustfleisch haben, ist dieses Verfahren erheblich teurer als die Aufzucht der Mastrassen. Daher kann die Bruderhahnmast auch zukünftig nur eine Nischenlösung sein.

 

4. Ist es denn nicht möglich, eine sogenannte wirtschaftliche Zweinutzungsrasse zu züchten?

Die Geflügelzüchter weltweit arbeiten derzeit intensiv daran. Jedoch sind entsprechende Zuchtfortschritte – wenn überhaupt – nur langfristig zu erwarten. Zumal im Erbgut von Geflügel die Legeleistung und das Muskelwachstum negativ miteinander korrelieren – sprich sich quasi ausschließen.

 

5.  Was steckt hinter dem respeggt- Versprechen?

Das respeggt Versprechen besagt: „Jedes Lebensmittel, welches das respeggt-Siegel trägt, ist garantiert ohne Kükentöten in seiner Lieferkette erzeugt worden.“ Dies wird durch das so genannte SELEGGT Verfahren erreicht. 

Das Verfahren basiert auf der endokrinologischen Geschlechtsbestimmung im Brutei. Zwischen dem 8. bis 10. Tag des Brutprozesses wird den Bruteiern ein kleiner Tropfen Flüssigkeit zur Geschlechtsbestimmung entnommen. Die Flüssigkeitsentnahme geschieht non-invasiv und hat für das Brutei keine negativen Folgen. Das Innere des Bruteies wird nicht berührt und bleibt unversehrt. Der entnommene Tropfen wird nun außerhalb des Bruteies in einen patentierten Marker gegeben. Daraufhin erfolgt eine Reaktion mit einem eindeutigen Farbumschlag der Probe, und man erkennt, ob es sich um ein männliches oder weibliches Brutei handelt. Entsprechend findet anschließend eine Sortierung in männliche und weibliche Bruteier statt. Die männlichen Bruteier werden zu hochwertigem Tierfuttermittel verarbeitet, während die weiblichen Bruteier zurück in den Brutschrank kommen. So erhalten die männlichen Bruteier einen wirtschaftlichen Mehrwert und können in Futterrezepturen von Nutztieren sinnvoll integriert werden.

 

6. Wie kann garantiert werden, dass es kein Kükentöten in der Lieferkette der respeggt-Eier gab?

Um zu garantieren, dass eine Legehenne ohne das Töten ihres Bruders schlüpfen und aufwachsen konnte, bedarf es einer lückenlosen Kontrolle der Lieferkette.

Die Blockchain-Technologie bildet die Basis zur Rückverfolgung der respeggt-Eier. Jedes Mitglied der Lieferkette ist verpflichtet, zu festgelegten Zeiten definierte Informationen über die Eier zu erfassen. Die Daten werden dezentral auf verschiedenen unabhängigen Datenbanken gespeichert und automatisch verschlüsselt. Es ist keine dritte Partei erforderlich, um Transaktionen zu autorisieren, sondern es gibt Regeln, an die sich alle Teilnehmer – inklusive des Betreibers des Blockchain-Systems – halten müssen. Sollte innerhalb des Verifizierungsverfahrens Unregelmäßigkeiten auftreten, werden je nach Sanktionierungsmechanismus die vor- und nachgelagerten Teilnehmer der Lieferkette automatisch in Kenntnis gesetzt, um den Sachverhalt gemeinsam zu prüfen. Der Prozess ermöglicht ein fälschungssicheres Versprechen im Hinblick auf die gelabelten Produkte und bildet somit das Fundament für das respeggt-Versprechen. Die Eier sind neben dem Siegel auf der Verpackung auch mit einem „respeggt“ Stempel auf dem Ei gekennzeichnet. So kann der Kunde direkt erkennen, ob in einer „respeggt“ Verpackung auch „respeggt“ Eier enthalten sind.

 

7. Wo gibt es überall respeggt Eier zu kaufen?

Die respeggt-Eier sind ab Mitte November in einer Vielzahl von REWE Märkten in der Region Berlin und in allen PENNY Märkten im Stadtgebiet Berlin erhältlich. Bis Ende 2019 sollen die Produkte in allen PENNY und REWE Märkten in Deutschland erhältlich sein

 

8. Welche Mehrkosten entstehen für den Verbraucher?

Der Mehrpreis pro Ei beträgt ca. 1-2 Cent. Die ersten respeggt-Freiland-Eier „Ohne Kükentöten“ wird man im 6er-Karton zum Preis von 1,59 Euro kaufen können. Zum Vergleich: Freiland-Eier, bei denen das SELEGGT-Verfahren nicht angewandt wird, kosten derzeit ab 1,49 Euro.

 

9. Wird es noch weitere Produkte mit Respeggt-Label geben, zum Beispiel Eier-Nudeln oder Backwaren?

Aktuell befindet sich das respeggt-Siegel auf Frischeiern, welche das respeggt-Versprechen durch Anwendung der endokrinologischen Geschlechtsbestimmung in der Lieferkette einhalten. Perspektivisch können auch Lebensmittel, die nennenswerte Anteile von verarbeitetem Frischei enthalten, gekennzeichnet werden.