REWE Group wächst in Deutschland und im Ausland
Köln, 03.04.06
Neuer Umsatzrekord mit 41,7 Mrd. Euro – Im deutschen Lebensmittelhandel stärker als die Branche zugelegt Internationalisierung vorangetrieben – Vorläufiges Konzernergebnis mit 525 Mio. über Plan – Auch 2006 auf Wachstumskurs
Die REWE Group ist im Geschäftsjahr 2005 im Inland wie im Ausland weiter gewachsen. Der Gesamtumsatz der Unternehmensgruppe stieg um knapp eine halbe Milliarde Euro auf die neue Rekordmarke von 41,7 Mrd. Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 2,2 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter in Europa hat sich um 1,3 Prozent auf 260.594 erhöht. Das Konzernergebnis (EBITA nach IFRS) liegt trotz Übernahme und Integration der Extra- und Globusmärkte mit 525 Mio. Euro leicht über dem Plan und nur knapp unter dem Vorjahresrekord (2004: 544 Mio. Euro). Das Ergebnis basiert auf dem reinen Konzernumsatz (ohne selbständigen Einzelhandel), der um 2,9 Prozent auf 34,5 Mrd. Euro gestiegen ist. Die Investitionen wurden um 2,4 Prozent auf 840 Mio. Euro erhöht.
„Besonders freuen wir uns darüber, dass es gelungen ist, bei den Umsatzerlösen gerade auch auf dem schwierigen deutschen Heimatmarkt weiter zuzulegen. Mit einem Umsatzplus von 1,5 Prozent auf 29,9 Mrd. Euro war unsere Zuwachsrate knapp doppelt so hoch wie die der Gesamtbranche“, sagte Dr. Achim Egner, Vorstandssprecher der REWE Group, auf der Jahrespressekonferenz am Montag (03.04.) in Köln. „Maßgeblich hat auch das dynamische Auslandsgeschäft zur positiven Entwicklung der REWE Group beigetragen. In den 13 Ländern außerhalb unseres Heimatmarktes haben wir den Umsatz um 4,9 Prozent auf 11,1 Mrd. Euro gesteigert. Insbesondere in Osteuropa sind wir zweistellig gewachsen, so dass der Auslandsanteil am Konzernumsatz nun bei über 32 Prozent liegt. Auf unserer klaren Internationalisierungsroute sind wir einen guten Schritt vorangekommen“, gab sich Egner mit dem Geschäftsverlauf zufrieden.
Mit 480 Neueröffnungen und einer Mrd. Euro Investitionen auch 2006 auf WachstumskursDie REWE Group wird auch im laufenden Jahr auf Wachstumskurs bleiben. „Wachstumsmotor ist das expansive Auslandsgeschäft. Wir sind aber auch für den Heimatmarkt zuversichtlich, die guten Vorjahreserlöse zu übertreffen. Die Einführung der einheitlichen Vertriebsmarke „REWE“ wird unseren Supermärkten einen kräftigen Schub verleihen, was sich in der zweiten Jahreshälfte in den Umsätzen niederschlagen wird“, ist der REWE-Vorstand zuversichtlich. Mit einem auf mehr als eine Milliarde Euro aufgestockten Investitionsvolumen und 480 Neueröffnungen in Deutschland und im europäischen Ausland sind die Weichen für alle Geschäftsfelder auf profitables Wachstum gestellt.
Für das Unternehmen sieht der Vorstand derzeit zwei große Herausforderungen: die anhaltende Konsumschwäche in Deutschland und die eingeleitete Modernisierung des Konzerns. „Der Einkaufszettel bei den Konsumenten wird eher kürzer. Einer der Hauptgründe für die Kaufzurückhaltung der deutschen Verbraucher ist und bleibt die hohe Arbeitslosigkeit und die wachsende Erkenntnis, dass es erforderlich ist, auch privat für den Ruhestand vorzusorgen. Die Explosion der Energiekosten strapaziert darüber hinaus die Haushaltskassen“. Der oft genannte Hoffnungsträger Fußballweltmeisterschaft wird nach Einschätzung des REWE-Vorstandssprechers die Konjunktur nicht spürbar beflügeln. Das gelte auch für die möglicherweise vorgezogenen Anschaffungen durch die für 2007 beschlossene Mehrwertsteuererhöhung. „Diese Steuererhöhung ist bislang der größte Fehler der großen Koalition. Wir beklagen uns über die anhaltende Konsumflaute und entziehen gleichzeitig dem Verbraucher bis zu 30 Mrd. Euro Kaufkraft – ohne dass damit eine spürbare Sanierung des Haushalts verbunden wäre“, so Egner.
Umsatz in Deutschland auf 30 Mrd. Euro gestiegenZum erfreulichen Umsatzzuwachs 2005 in Deutschland auf knapp 30 Mrd. Euro hat der selbständige REWE-Einzelhandel der genossenschaftlichen Gruppe mit einer Steigerung seiner Umsätze auf 7,1 Mrd. Euro (+0,9 Prozent) beigetragen. Insgesamt ist die Zahl der Märkte allein in Deutschland um 157 auf 8.901 gestiegen. Im vergangenen Geschäftsjahr arbeiteten 178.144 Beschäftigte für die Nummer 2 des heimischen Lebensmittelhandels. Das sind 2.384 oder 1,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Etwa die Hälfte der weggefallenen Stellen geht auf den Verkauf der idea-Drogeriemärkte zurück. Weiter erhöht wurde die Zahl der Auszubildenden. Mit 6.900 Azubis, das sind 100 mehr als ein Jahr zuvor, stellt sich die REWE Group ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, jungen Menschen eine zukunftssichere Ausbildung zu bieten. In Europa absolvieren unverändert knapp 8.300 Azubis eine Ausbildung bei der Unternehmensgruppe. Im laufenden Jahr werden bundesweit 260 neue Märkte eröffnet.
Neue Russland-Akquisition treibt AuslandsgeschäftWachstumstreiber waren 2005 die Auslandsaktivitäten der REWE Group in 13 Ländern Europas. 82.450 Beschäftigte konnten den Umsatz in 2.903 Märkten um eine halbe Milliarde Euro oder 4,9 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro steigern. Bei einem Umsatzplus von nur 1,1 Prozent auf 8,1 Mrd. Euro für die Region Westeuropa kommen die Desinvestitionen im schweizerischen Einzelhandel und im französischen Discount-Segment zum Ausdruck. Die umsatzstärkste Auslandstochter REWE Group Austria hat ihre Position als Marktführer im österreichischen Lebensmittelhandel mit einem Umsatz allein auf dem Heimatmarkt von 4,4 Mrd. Euro (+1,8 Prozent) untermauert. In Osteuropa, auf das die REWE Group ihren besonderen Fokus gelegt hat, wurde erstmals die Umsatzschwelle von 3 Mrd. Euro erreicht. Das entspricht einer Umsatzsteigerung von über 15 Prozent. Die größten Zuwächse in Osteuropa wurden durch die Expansion mit Penny-Discount in Rumänien und mit Billa-Supermärkten in Kroatien erzielt. In Rumänien und Polen sind die Cash & Carry-Märkte die wichtigsten Umsatz-und Wachstumsträger. Mit der am Wochenende erfolgten Übernahme von 15 Supermärkten in Russland rückt dieser Wachstumsmarkt mit einer Verdopplung des Vertriebsnetzes 2006 an die Expansionsspitze.
Discount tragende Säule des KerngeschäftesDie 2.771 Penny-Märkte in Deutschland, Italien, Österreich, Tschechien, Ungarn und Rumänien verzeichneten insgesamt eine positive Umsatzentwicklung um 0,4 Prozent auf 8,03 Milliarden Euro. Die 772 Discount-Filialen außerhalb des Heimatmarktes legten um 2,3 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zu. In Osteuropa liegt das Plus bei 15,1 Prozent, in Westeuropa bei 1,1 Prozent. In Deutschland lagen die 2.000 Penny-Filialen mit einem Umsatz von 5,7 Mrd. Euro leicht unter dem Vorjahr (-0,7 Prozent). Dies ist in erster Linie auf das schleppende Non-Food-Geschäft, aber auch die Adaption von Innovationen durch den Wettbewerb zurückzuführen. „Das Discountgeschäft in Deutschland und dem Ausland ist einmal mehr eine tragende Säule unseres Kerngeschäftes. Wir werden mit Penny auch in Zukunft profitabel wachsen“, so Dr. Achim Egner. 2006 werden allein in Deutschland 120 Penny-Märkte neu eröffnet.
Super- und Verbrauchermärkte umsatzstärkstes GeschäftsfeldDas umsatzstärkste Geschäftsfeld der REWE Group ist das Vollsortiment in Deutschland. 2.680 REWE- und miniMAL-Supermärkte sowie toom-Verbrauchermärkte erzielten einen Umsatz von 11,5 Milliarden Euro. Das waren 200 Millionen Euro oder 1,8 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Anzahl der Supermärkte erhöhte sich auf 2.498 (+77). Von den 125 übernommenen Extra-Märkten gingen 87 Standorte an selbständige REWE-Kaufleute, 31 wurden in das Netz der miniMALFilialen integriert. Die umgestellten Standorte entwickeln sich überaus positiv. Die Region Nordost wurde durch die Übernahme von 23 Marktfrisch-Märkten von der Dohle-Gruppe zusätzlich gestärkt.
Die toom-Verbrauchermärkte konnten sich der negativen Entwicklung dieses großflächigen Vertriebstyps nicht entziehen. Der Umsatz der SB-Warenhäuser stieg zwar zweistellig von 1,5 auf 1,9 Milliarden Euro, doch dieses Plus ist ausschließlich auf die Integration der 29 ehemaligen Globus-Märkte zurückzuführen. Flächenbereinigt sank der Umsatz um 5,1 Prozent.
In der zweiten Jahreshälfte 2006 werden mehr als 2.600 REWE- und miniMALSupermärkte sowie toom- und Petz-Verbrauchermärkte auf die neue, einheitliche Vertriebsmarke „REWE“ umgestellt.
Supermärkte der REWE Group im Ausland erfolgreichZu den dynamischen Wachstumsträgern der REWE Group zählte 2005 das Geschäftsfeld Vollsortiment International. Der Umsatz der Supermärkte, die im Ausland unter den Vertriebsmarken Billa, Merkur, Standa und miniMAL antreten, nahm um 11,5 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro zu. Die Zahl der Supermärkte in Österreich, Polen, Tschechien, Slowakei, Kroatien, Rumänien, der Ukraine, Bulgarien und Russland erhöhte sich um 87 auf 2.089 Standorte.
„Das Vollsortiment im Ausland bereitet uns nicht nur bei der Umsatzentwicklung, sondern auch beim Ergebnisbeitrag für den Konzern große Freude. Mit einer Umsatzrendite von mehr als vier Prozent liegen unsere Billa-Märkte in Osteuropa vor Österreich an der Spitze“, resümierte der Vorstandssprecher.
Fachmärkte in schwierigem UmfeldDas Geschäftsfeld „Fachmärkte National“ der REWE Group umfasst nach dem Verkauf der idea-Drogeriemärkte die toom BauMärkte und die Fachmärkte für Unterhaltungselektronik ProMarkt. Beide Unternehmen bewegen sich in einem hart umkämpften Wettbewerbsumfeld. Das spiegelt sich im Umsatz wider: Die 221 toom BauMarkt- und 50 ProMarkt-Filialen erzielten einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro (-2 Prozent).
Trotz des Umsatzrückgangs ist die Umsatzrendite von toom BauMarkt gestiegen. Das hat zwei Ursachen: Zum einen profitieren die Baumärkte von der frühzeitig eingeleiteten Umstrukturierung und Optimierung, zum anderen von ihrer klaren Positionierung. Die 22 bereits auf das Casa-Lea-Konzept umgestellten Standorte zeigen, dass toom BauMarkt neben den klassischen Heimwerkern vor allem Frauen als neue Käufergruppe gewinnt. Auch 2005 hat toom BauMarkt an der Strategie festgehalten, der Optimierung vorhandener Flächen Priorität vor Neueröffnungen zu geben.
Die Anzahl der ProMarkt-Filialen ist mit 50 Standorten konstant geblieben. Der Umsatz liegt mit 445 Millionen Euro im Rahmen der Erwartungen. Das Zusammenspiel zwischen Vertrieb und Category Management wurde im vergangenen Jahr weiter verbessert mit dem Ziel, die Sortimente enger und schneller am Kunden zu orientieren. Das erfolgreiche Konzept „ProMarkt Discount+Service wird weiter umgesetzt.
Food-Service mit zweistelligem WachstumMit einem Umsatzsprung von 16,3 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro hat sich das Geschäftsfeld „Großverbraucher“ im Vergleich zum Vorjahr überaus dynamisch entwickelt.
Das Großverbraucher-Geschäft in Deutschland legte um 3,5 Prozent auf 679 Millionen Euro zu. Diese Entwicklung ist primär auf die konsequente Sortimentsarbeit des REWEGroßverbraucherservice bei bestehenden Foodservice-Kunden zurückzuführen. Der REWE-Großverbraucherservice profiliert sich in zunehmendem Maße als Vollversorger. Parallel dazu wurde die Eigenmarke „Honneurs“, die mit zur Profilierung und Kundenbindung beiträgt, weiter ausgebaut. Mittlerweile umfasst die Range 290 Artikel.
Die 64 gemeinsam mit dem Hamburger Otto-Versand in Deutschland, Polen und Rumänien geführten Fegro/Selgros-Märkte steigerten den Umsatz auf 2,4 Milliarden Euro (+5,7 Prozent). In Deutschland konnten sich die Cash&Carry-Märkte nicht vom
negativen Branchentrend abkoppeln und verzeichneten einen Umsatzrückgang auf 1,5 Milliarden Euro. Dieser wurde durch die Entwicklung vor allem in Rumänien mehr als kompensiert. Dort legte Fegro/Selgros um über 50 Prozent zu.
Auf Wachstum stehen die Zeichen bei dem Joint Venture „transGourmet“, das die REWE Group im Bereich der Gastronomie-Versorgung für die Schweiz und Frankreich mit der Coop Schweiz Anfang 2005 eingegangen ist. Dabei wurden der Abholgroßhändler Prodega/Growa-Cash+Carry und die im Belieferungsgroßhandel tätigen Firmen Howeg und Bell Gastro Service in der Schweiz sowie Aldis Service Plus und Prodirest in Frankreich in ein Gemeinschaftsunternehmen eingebracht. Der Umsatz des Joint Ventures beträgt 1,6 Milliarden Euro.
Touristik als zweites Kerngeschäft weiter im AufwindDas Geschäftsfeld Touristik hat seine positive Entwicklung im Kalenderjahr 2005 fortgesetzt. Der konsolidierte Gesamtumsatz von Reiseveranstaltern und Vertrieb ist auf 4,23 Mrd. Euro gestiegen und hat damit die Vorjahreserlöse um ein halbes Prozent übertroffen. „Die Reisefreude der Deutschen ist zum einen nicht völlig losgelöst von der Gesamtwirtschaftlichen, eher stagnierenden Lage und der damit eng verbundenen Konsumzurückhaltung zu betrachten. Zum anderen war das Geschäftsjahr geprägt von Tsunami, Hurrikans und weltweiten Terroranschlägen“, erläuterte der REWE-Vorstand das im Vergleich zu vergangenen Jahren moderate Wachstum. Dennoch sei die REWETouristik von derartigen Krisen insgesamt weniger betroffen als mancher Wettbewerber, weil sie ein ausgewogenes Portfolio an Veranstaltermarken im Bereich Pauschalreisen und Baustein- sowie Fernreisen habe.
Die sechs Reiseveranstalter konnten ihren Umsatz um knapp zwei Prozent auf 2,8 Milliarden Euro steigern. Dazu hat insbesondere die gute Entwicklung der Baustein- und Fernreiseveranstalter Dertour, Meier’s Weltreisen und ADAC Reisen beigetragen (+6 Prozent). Während auch die Pauschalveranstalter Jahn Reisen und Tjaereborg gute Zuwächse erzielten, blieb ITS unter den Vorjahreserlösen. War für den auf Familienreisen in den Mittelmeerraum spezialisierten Veranstalter die Frühbucherstrategie im Winter 2004/05 noch aufgegangen, brach die Buchungskurve im Sommer des vergangenen Jahres nicht zuletzt durch die Terrordrohungen und Bombenanschläge in den Hauptreisezielen dieses Veranstalters ein.
Die Veranstalterumsätze spiegeln sich in den Erlösen der Reisebüros. Insgesamt blieb der Umsatz des Reisevertriebs der REWE Touristik mit 1,8 Mrd. Euro knapp unter dem Vorjahr (-1,2 Prozent). Dazu hat vor allem die fortgesetzte Strukturbereinigung bei den DER- und Atlas-Reisebüros beigetragen. Mit 695 konzerneigenen Reisebüros und rund 2.000 weiteren Franchise- und Kooperationspartnern ist die REWE Touristik unverändert führend im steuerbaren Reisebüro-Vertrieb in Deutschland. Im Aufwind ist der DER Business Travel, der bei einem Umsatz von 610 Millionen Euro gute Zuwächse (4,3 Prozent) erreichte.
Ansprechpartner
REWE GROUP-Unternehmenskommunikation
Tel.: 0221 - 149-1050
E-Mail: presse(at)rewe-group.com
Kontaktieren
Bildmaterial und Downloads zu vielen Themen finden Sie in unserer Mediendatenbank.
Materialien zu unseren Pressemeldungen und Pressekonferenzen stehen Ihnen in einem eigenen Bereich zur Verfügung.
Haben Sie Fragen an die REWE Group? Als Vertreter von Presse und Medien können Sie sich direkt an unsere Ansprechpartner wenden.