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REWE Group mit besten Pestizid-Standards

Wie setzen sich Supermärkte für weniger Pestizide ein? Greenpeace hat zehn Unternehmen unter die Lupe genommen. Die REWE Group schneidet im Ranking am besten ab. Doch richtig zufrieden ist die NGO noch nicht. Wir haben bei Dr. Josef Lüneburg-Wolthaus, Strategisches Qualitätsmanagement der REWE Group, nachgefragt.

Greenpeace hat in einer aktuellen Untersuchung die zehn führenden deutschen Supermärkte gefragt, wie sie den Einsatz von Pestiziden regeln. Das Ergebnis: Die REWE Group belegt mit 53 Prozent der möglichen Punkte den ersten Platz. „Das beste Programm zur Reduzierung von Pestiziden hat die Rewe-Gruppe. Das Unternehmen untersucht jedes Jahr an die zehntausend Feld- und Endprodukte auf Pestizide und veröffentlicht die Ergebnisse.“, heißt es von Greenpeace in der Bewertung.

Dennoch müssen laut Greenpeace alle Unternehmen ihre Anstrengungen deutlich erhöhen. „Pestizide gehören weder auf das Feld, noch auf unsere Teller“, sagt Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace: „Alle Supermärkte müssen sich stärker dafür einsetzen, dass Mensch und Umwelt vor giftigen Spritzmitteln geschützt werden.“

In elf Kategorien prüfte Greenpeace die Handelsketten: Dazu zählen die Zusammenarbeit mit Landwirten und eigene Laboranalysen. Punkte wurden unter anderem auch für Transparenz, Bienenschutz und einen hohen Anteil an Bio-Produkten vergeben. Auf REWE/PENNY folgen Kaufland, Aldi Süd, Metro und Lidl im Ranking.

Interview mit Dr. Josef Lüneburg-Wolthaus
„Wir bewegen uns oft in einem Spannungsfeld“

Herr Lüneburg-Wolthaus, die REWE Group führt mit 53 Punkten das aktuelle Greenpeace-Ranking zum Einsatz von Pestiziden bei Obst und Gemüse an. Wie bewerten Sie das Ergebnis?

Dr. Josef Lüneburg-Wolthaus: Wir arbeiten seit Jahren sehr intensiv daran, den Einsatz von Pestiziden bei Obst und Gemüse immer weiter zu verringern. Das ist durchaus mühsam, denn es gibt so gut wie nie einfache Lösungen. Wir bewegen uns sehr oft in dem Spannungsfeld von so wenig wie möglich und so viel wie nötig. Wo es geht, setzen wir zum Beispiel auf Nützlinge, um Schädlinge zu bekämpfen. Doch das geht nicht überall. Man kann auch nicht so einfach von heute auf morgen auf Pestizide verzichten, denn dann riskieren wir unter Umständen Ernteausfälle, Lieferengpässe oder aber Vernichtung von Lebensmitteln, weil die Früchte schneller verderben.

Greenpeace spart aber auch nicht mit Kritik. Man könnte meinen, dass wir der Einäugige unter den Blinden sind.

Josef Lüneburg-Wolthaus: Es liegt in der Natur einer NGO, immer weitergehende Forderungen zu stellen. Und das ist, im richtigen Maß, auch gut so. Denn im Umkehrschluss treibt uns das an – neben unserer Verantwortung für unsere Kunden und die Umwelt. Wenn aber gesagt wird, Pestizide gehörten weder auf das Feld noch auf den Teller, dann klingt das erst Mal gut, lässt aber in der Realität viele Fragen zur Produktion und Ertragssicherheit unbeantwortet.

Nutzpflanzen haben nun einmal Krankheiten und Landwirte müssen von ihren Erträgen leben können. Fakt ist, dass wir die Belastung durch Rückstände in den vergangenen Jahren nachweislich deutlich reduzieren konnten. Nun richten wir unser Augenmerk zunehmend auf die Themen Anwenderschutz und Umweltschutz.
Nicht zuletzt müssten wir auch unser Konsumverhalten deutlich ändern. Fragen zur Regionalität und Saisonalität oder bestimmte Aktionen wie Bio-Helden oder Frostäpfelchen zeigen, dass für viele Kunden nicht alleine das perfekte Aussehen sondern auch andere Faktoren zunehmend wichtiger werden. Ein großer Teil der Pestizide wird jedoch aufgewendet, um optisch perfekte Ware zu produzieren oder z.B. lange Transportwege zu überstehen.

Aber einige diese Stoffe töten zum Beispiel Bienen, das wichtigste Nutztier der Menschheit. Das kann man doch nicht ignorieren.

Josef Lüneburg-Wolthaus: Unter keinen Umständen. Wir setzen uns dafür ein, den Einsatz solcher Wirkstoffe so weit als möglich zu verringern. Toom verzichtet zum Beispiel auf den Verkauf solcher Produkte, die Bienen gefährden. So etwas gehört nur in die Hand von Profis, das ist zumindest meine Meinung. Für Toom-Freilandblumen werden diese auch nicht mehr eingesetzt, um Blütenbesucher nicht zu gefährden.

Umgekehrt ist ein Verbot dieser Wirkstoffe im Gemüsebau unter Glas fachlich nicht zu begründen. Bienen werden dort nicht gefährdet und für den Menschen sind sie meist wesentlich unproblematischer als andere Wirkstoffe. Die Sache ist also nicht immer mit einem einfachen Ja oder Nein zu beantworten.

Wie geht es denn weiter. Mit 53 Prozent haben wir ja durchaus noch Potenzial nach oben.

Josef Lüneburg-Wolthaus: Die Greenpeace-Bewertung ist in Teilen schon wieder überholt, da wir derzeit die Liste der verbotenen Wirkstoffe weiter ergänzen. Wir engagieren uns weiter, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf ein notwendiges Maß zu reduzieren. Das machen wir aber auch nicht allein, hier arbeiten wir mit verschiedenen NGOs, Wissenschaftlern und vor allem auch mit Erzeugern zusammen. Wir intensivieren unsere direkte Zusammenarbeit mit den Erzeugern, um die Zusammenhänge noch besser zu verstehen um letztlich anspruchsvolle, aber auch marktgerechte weitere Ziele zu formulieren. Und wir prüfen intensiv. Durch ein risikoorientiertes Monitoring, die Teilnahme an anerkannten Qualitätssicherungssystemen wie QS, sowie durch eigene umfangreiche externe Kontrollen auf allen Stufen der Lieferkette.